Die Geschichte der Gabel: Vereinzelt sind erste kleine zwei- oder dreizinkige Essgäbelchen aus der ägyptischen, griechischen und römischen Antike bekannt, also etwa zwischen 1200 vor Christus bis etwa 500 nach Christus. Selbst im wohlhabenden Hoch- und Spätmittelalter, als zunehmend Essgelage kultiviert wurden, gab es keine Kultur der Esswerkzeuge. Und ganz besonders die Gabel galt als Teufels- und Hexenwerkzeug.

Wer die Gabel statt der Finger benutze, verhöhne Gott – das soll bereits im frühen Mittelalter die bekannte Nonne und Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen gesagt haben.

Es dauerte bis zum 16. Jahrhundert, bis kleine Gäbelchen in Mode kamen, zunächst als Konfekt- und Obstgäbelchen. Benutzt wurden sie hauptsächlich von französischen und italienischen Damen. Viele Menschen wie Martin Luther und Erasmus von Rotterdam verhöhnten die Gabeln als weibisches Geziere und sinnloses Getue. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts setzte sich die Gabel durch: zunächst in Adelskreisen und als Symbol des Vornehmen und des Luxus.

Danach musste das Volk noch etwa drei Jahrhunderte auf die Gabel warten. Erst im 19. Jahrhundert, mit dem Beginn der industriellen Revolution, gab es günstigere Materialien als Silber, Gold und Elfenbein. Durch die Anfänge der Massenproduktion wurde die Gabel dann für jeden erschwinglich.