Die Tischsitten im Hoch- und Spätmittelalter waren feiner, als vielfach bekannt ist. Verboten waren lange Fingernägel, das Wegwerfen von Abfällen unter den Tisch, Schnäuzen mit der Hand, Kratzen, Spucken, Zähnesäubern mit der Messerspitze und das Ablecken der Finger.

Zwar wurde wie im Frühmittelalter immer noch mit den Fingern gegessen, selbst in vornehmer Gesellschaft, aber die Tischsitten wurden immer kultivierter.

Verpönt war es vor rund 800 Jahren, die Ellbogen auf den Tisch zu legen und Knochen mit den Zähnen abzunagen oder mit den Fingernägeln zu bearbeiten.

Nur die Wiederentdeckung der Serviette ließ noch bis zum 15. Jahrhundert auf sich warten. In der Regel wischten Männer und Frauen sich im Mittelalter den Mund mit der Hand ab und die eigene Kleidung diente der Reinigung fettiger Finger und dem Schnäuzen der Nase.

(planet-wissen)