Forum - Erfahrung macht klug – oder auch nicht

 
Katerchen

Ich habe einen Bericht gelesen, der einen nur noch verständnislos den Kopf schütteln lässt:

In eine Münchner Klinik wird ein Corona-Leugner in die Notaufnahme eingeliefert, er bekommt fast keine Luft mehr. Die Ärzte diagnostizieren Corona (Delta) und nehmen ihn auf die Intensivstation. Er kommt an ein Sauerstoffgerät. Der Zustand verschlechtert sich, er kommt für über einen Monat an eine künstliche Lunge. Seine Frau, ebenfalls Leugnerin, kommt und verteilt „Heilsteine!“ in den Räumen. Nach 85 Tagen kommt der Patient raus und in eine Reha. Er leugnet weiterhin die Existenz des Virus und will sich nicht impfen lassen. Der „Abschied vom Krankenhaus war erbärmlich, Kommentar von den Ärzten: „Dieser Patient verließ uns ohne Danke, ohne Tschüss. Das ist fürs Team nach fast drei Monaten Kampf wie ein Schlag ins Gesicht". Da fehlen mir die Worte für so ein Verhalten.

Das lässt mich zu der sarkastischen Bemerkung veranlassen: Vielleicht leugnet er auch die Existenz von Lastwagen mit 40 Tonnen Gewicht und läuft auf die Straße. Das wäre dann ein Beitrag zur Evolutionstheorie: wer sich nicht anpasst stirbt aus.

Übrigens, Charles Darwin hätte heute Geburtstag.

Billie-Blue

Wer leugnet? Jemand, der so große Angst hat, dass er sich damit nicht auseinandersetzen kann, weil er es nicht ertragen würde. Dann wird verdrängt, verleugnet, projeziert usw.

Nach Darwin würde das bedeuten: wer ohne Impfung, Maßnahmen und ärztlichen Beistand Corona überlebt, ist stark und fit genug um zu überleben und sich fortzupflanzen. Die Schwächeren sterben an Corona und somit geht die Menschheit gestärkt aus der Pandemie hervor, weil die Schwachen wegsterben und nur die Starken sich durchsetzen.

Ich finde den Sarkasmus diesbezüglich ehrlich gesagt etwas heikel, denn es gab eine Zeit, wo man " Schwache Menschen " als nicht lebenswertes Leben bezeichnet hat mit den uns bekannten Folgen. Darwinismus ist zu recht umstritten,  man sollte nicht bei Darwin stecken bleiben, die Wissenschaft hat sich auch in diesem Bereich weiterentwickelt.

Zuletzt bearbeitet von Billie-Blue am 12.02.2022 um 13:10 Uhr

xblue

hallo Katerchen, manchmal fürchte ich mich vor einer Ausweitung meines Schütteltraumas

ich muß Impfgegner und Corona Verleugner -  Artikel rationieren

xblue

hallo Katerchen, manchmal fürchte ich mich vor einer Ausweitung meines Schütteltraumas

ich muß Impfgegner und Corona Verleugner -  Artikel rationieren

hobbykoch

Es ist nicht verständlich. Und es ist - sehr milde ausgedrückt - charakterlich extrem schwach dem Personal gegenüber.

Ich kenne auch einen Mann dessen zuvor gesunde Frau an Corona verstorben ist. Er ist aus irgendwelchen Gründen total gegen die Impfung (seine Sache) und versucht hartnäckig sein gesamtes Umfeld davon zu überzeugen, dass die Impfung schlecht ist. Vielleicht ist das seine Art, die Trauer zu verarbeiten.

Billie-Blue

Stimmt,  das ist schwer verständlich. Aber es kommt einem vieles unter. Es gibt auch Menschen, die eine Krebsdiagnose vor lauter Todesangst verleugnen und sich nicht behandeln lassen. Und wenn, dann nur von Scharlatanen. Die Psyche der Menschen reagiert in Extremsituationen oft sehr seltsam, zumindest für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Habe ich schon bei einem Bekannten erlebt, der völlig normal und ein sehr lieber und intelligenter Mensch ist. Als bei ihm unheilbarer Krebs festgestellt wurde, hat er alle medizinischen Behandlungen abgebrochen und sich nur von Wunderheilern behandeln lassen, obwohl er das davor belächelt hatte. Deshalb getraue ich mir bei niemandem mehr zu prognostizieren, wie er in so einer Situation vielleicht reagieren würde.

Maarja

Menschen halten gerne an Überzeugungen fest. Manche reagieren unter Stress noch mit mehr vom selben. Ich lese solche Artikel auch immer mit Bestürzung. Dennoch wissen wir nicht wie die Situation wirklich war. Haben sie sich angegriffen gefühlt und deswegen so reagiert. Es ist für das Personal eine Herausforderung, Impfgegner genauso respektvoll zu behandeln wie alle. Vielleicht ist dieser Anspruch nicht ganz geglückt? Und dann hat sich die Situation verhärtet? Haben die Journalisten beide Seiten angehört? 

moga67

Ganz egal was man glaubt oder nicht glaubt. Dieses Verhalten ist einfach menschlich unter jeder Würde.
Obwohl ein Danke, niemand mehr erwartet, freut es einem doch!

Billie-Blue

Dazu fallen mir übrigens Schilderungen  meiner Mutter ein, die öfter in einem orthopädischen Spital stationär zur Behandlung ist. Viele der anderen Patientinnen verhalten sich dem Pflegepersonal und Ärzten gegenüber unverschämt, beschweren sich wegen jeder Kleinigkeit, jammern über das ( eigentlich gute) Essen und vieles mehr.  Von Dankbarkeit keine Spur. Die Therapeuten, Pfleger und Ärzte freuen sich immer sehr über das Lob und das " Danke", all zu oft dürften sie es nicht hören.

Das betrifft nicht nur Corona, sondern ist schon  immer ist eine Unart vieler Personen gewesen, kenne ich auch aus Schilderungen einer inzwischen pensionierten Intensivschwester aus der Zeit vor Corona. Mit soclhen Zeitgenossen muss man leider auch leben.

alpenkoch

hallo Katerchen, beim sporteln ist mir das noch durch den Kopf gegangen.

ein Gedanke war, dass die Scham über das vorherige Corona leugnen so groß war, dass der Mensch sich noch depperter angestellt hat.