Im warmen Wasser versteckt sich ein Monster, das nur darauf wartet, das Gehirn argloser Badegäste mit seinen vielen Mäulern zu fressen. Nein, wir reden nicht von Piranhas, Sommerlochkrokodilen oder Zombies. Naegleria fowleri ist nur maximal 30 Mikrometer groß - und der wohl tödlichste Parasit der Welt.

Bei dem amöbenähnlichen Wurzelfüßer Naegleria fowleri handelt es sich um einen Einzeller, der nur in warmem Süßwasser vorkommt. Der Parasit ist dem Robert Koch-Institut zufolge besonders in Gewässern und Böden der Subtropen und Tropen verbreitet, aber auch in natürlich oder künstlich erwärmten Süßgewässern gemäßigter Klimazonen.

Der winzige Parasit gelangt durch den Kontakt mit kontaminiertem Wasser in den Körper. Wie genau, darüber ist sich die Wissenschaft allerdings noch nicht ganz einig. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde infizieren sich Betroffene in der Regel, wenn beim Baden oder Tauchen Wasser in die Nase dringt. Schlucken sei dagegen kein Problem, da die Magensäure den Erreger tötet. Für eine Infektion reicht vermutlich ein kurzer, einmaliger Kontakt. Daraufhin wird der Einzeller von einem Molekül, das die Geruchsnervenzellen aussenden, direkt zu ihnen gelockt. Naegleria fowleri folgt den Nervenbahnen zu den Gehirnzellen. Im Gehirn angekommen, verwandelt sich der Parasit.

Der Einzeller, der sich normalerweise von Organismen im Sediment von Seen und Flüssen ernährt, bildet ca. ein Dutzend Mäulern ähnelnde Saugarme aus - und beginnt zu fressen. Dabei setzt Naegleria fowleri einen Cocktail aus Molekülen frei, die weiter zur zerebralen Zersetzung beitragen. Als Folge kann eine eitrige Hirnhautentzündung entstehen, eine sogenannte Primäre Amöben-Meningoenzephalitis, auch als Naegleriasis beziehungsweise Schwimmbadamöbose bezeichnet.

Na dann, frohes Baden.