Mal jemand von auswärts? Niemals! – Clans blieben unter sich. Bewohner dieser Ecke Griechenlands haben sich so wenig mit Fremden gemischt wie kaum anderswo in Europa.

Heute bestaunen viele Touristen die ikonischen Wohntürme der Halbinsel Mani im äußersten Süden Griechenlands – jahrhundertelang aber blieben die Menschen dort weitgehend für sich, wie eine genetische Analyse zeigt. Die meisten heute lebenden Manioten stammen demnach in väterlicher Linie von Bewohnern der Region im 4. bis 8. Jahrhundert ab.

Sie sind Nachfahren der patriarchisch geprägten Familienclans, die die einzigartigen, nur in der Inneren Mani zu findenden Megalithbauten schufen –dazu zählen bis zu 20 Meter hohe Wohntürme mit meterdicken Wänden und aus riesigen Steinquadern gestapelte Festungsanlagen, Kirchen und Kapellen.

Eine Genanalyse ergab, dass mehr als die Hälfte der heute in der Inneren Mani – dem südlichsten, abgelegensten Teil der Halbinsel – lebenden Menschen von einem einzelnen männlichen Vorfahren abstammen, der im 7. Jahrhundert lebte. Ein solch extremes Muster deute darauf hin, dass die Bevölkerung der rauen, zerklüfteten Gegend damals auf sehr wenige Familien schrumpfte. Zu den möglichen Ursachen zählten Seuchen oder Kriege.

Ein Paradebeispiel für Inzucht.