Ich würde das anders einordnen. Junge Menschen brauchen einfach noch Begleitung, um bestimmte Dinge zu lernen, die haben sie im Jugendalter meist außerhalb der Familie. Das wurde relativ lange eingegrenzt. Viele Familien haben das abgefangen und ausgeglichen. Aber es gibt auch soziale Milieus die das einfach nicht so gut können
Forum - Jugend - Fast um die Hälfte mehr Essstörungen
Die Jugend ist immer gleich, heute ist sie aber viel mehr Belastungen ausgesetzt als die Generationen nach dem 2. Weltkrieg es waren. Natürlich wirken sich Krisen und traumatische Erfahrungen auf Kinder und Jugendliche stärker aus als auf gefestigte Erwachsene.
Essstörungen kommen in allen sozialen Schichten vor. Wenn nicht sogar häufiger in den oberen Einkommensschichten. Adipositas ist vielleicht eher ein Unterschichtsproblem, aber Anorexie und Bulimie betrifft viele - vor allem Mädchen, aber auch immer mehr Burschen- - aus leistungsbewussten Schichten mit hohem Bildungsabschluss und Einkommen.
Meine Großeltern waren im 1. Weltkrieg Kinder, meine Eltern und Schwiegereltern im 2. Weltkrieg. Eine
Essstörung haben sie alle miteinander nicht entwickelt. Sie waren froh, wenn es überhaupt was zu essen
gab. Und oft genug war das nicht der Fall. Heute wird alles schlimmgeredet, jeder Fliegenschiss wird zum
grossen Problem hochstilisiert nur damit die Medien ihr abgestumpftes Publikum vor die Glotze oder den
Computer bringen. Eltern, die zu wenig Zeit für ihre Kinder haben und elektronische Unterhaltungsmedien
anstatt persönlichen Kontakt als Zeitvertreib für ihren Nachwuchs bevorzugen, ziehen halt mehr
"Psychos" heran. Auf der einen Seite Weicheier und auf der anderen Seite Cybermobber, das sind leider
heute schon viel zu viele Kinder und Jugendliche.
Ich denke nicht das, das mit Corona zusammen hängt, würde es eher auf wenig Bewegung und Fast Food zurückführen und viele Jugendliche haben sich vorher auch schon zuwenig bewegt.
Wie sehr junge Menschen unter der Pandemie gelitten haben, zeigt eine kürzlich erschienene internationale Übersichtsarbeit: Schwere Essstörungen haben fast um die Hälfte zugenommen. Wie Experten betonen, sollte man nun herausfinden, welche psychischen Erkrankungen chronisch werden könnten, um das möglichst zu verhindern. Schon jetzt konsistent und in verschiedenen Studien und Erhebungen nachgewiesen, zeigt sich, dass Jugendliche und junge Menschen psychisch stärker belastet waren als ältere, und Frauen mehr als Männer – beispielsweise stiegen die Krankenhauseinweisungen wegen Essstörungen in den Corona-Zeiten um 48 Prozent. (science.orf.at) Ist die heutige Jugend nicht mehr belastbar? Müssen wir nun befürchten, dass „neurotische“ Menschen oder "Sensibelchen" heranwachsen?