Forum - Kaltherziges Amtspersonal

 
Katerchen

In Deutschland hat sich ein zynischer Vorfall zugetragen. In der Regel haben Bedürftige einen Anspruch auf Hilfsleistung, auch in Form von Sachleistungen.

Eine Empfängerin von Hartz4 (in Deutschland die Fortsetzung von Arbeitslosengeld, früher auch Sozialhilfe genannt) wollte von der zuständigen Behörde ein zinsloses Darlehen für den Ersatz eines defekten Kühlschrankes haben. Dies wurde von einer Sachbearbeiterin der Behörde wie folgend abgelehnt: „aufgrund der Witterungsverhältnisse' Lebensmittel draußen gelagert werden und währenddessen Ansparungen vom Regelsatz gemacht werden könnten“.

Ich wünsche der Sachbearbeiterin selbst eine solche Notlage. Dann würde sie wohl empfindsamer agieren.

Nachdem das in sozialen  Netzen für Empörung gesorgt hatte, ging die Angelegenheit für die Bedürftige sogar besser aus: eine Hilfsorganisation hat einen Kühlschrank als Spende angeboten. Und das Amt kann frohlocken, dass sie wieder Ausgaben eingespart haben, die man dann an anderer Stelle vergeuden auf Staatsebene kann: Für sinnlose Großprojekte und deren Fehlplanungen u.s.w.

alpenkoch

während der Schulzeit im Berliner Internat musste ich Mal nen Antrag stellen.

Ging um keine Leistung die irgendwie mit Geld zu tun hatte.

Würde erstmal abgelehnt.

Weil:

Ermessenssache des Sachbearbeiters

Zuletzt bearbeitet von alpenkoch am 30.01.2022 um 11:09 Uhr

Maarja

Bei den Hartz-Reformen wurden monatliche Pauschalen auf die Hilfe zum Lebensunterhalt drauf geschlagen. Die Idee war, dass die Leute das ansparen und dann eine Reparatur oder einen neuen Kühlschrank oder Ähnliches finanzieren können. Ich nehme an, die Sachbearbeiterin nimmt das als Grundlage für ihr Verhalten. In der Praxis kommen die Menschen sehr unterschiedlich zurecht. Viele können das nicht. Für sie war die frühere Praxis deutlich besser. Weniger monatlich und dafür zweimal im Jahr Kleidergeld und bei nötigen Reparaturen die Möglichkeit zusätzlich Geld zu beantragen.