Forum - Solidaritätsabgaben

 
Billie-Blue

Viele Menschen verlieren wegen der Lockdowns ihre gesamte Existenz, Job, Wohnung usw. Jene, die sich in Sichherheit wiegen, fordern weitere Lockdowns, entweder weil sie Beamte sind, Pensionisten ,Politiker oder Ärzte, also ihre Posten nicht in Gefahr sind.

Man verdrängt die vielen Familien, denen jetzt Delogierungen drohen, die von Erspartem leben müssen usw.

Ich finde, wenn man sagt, dass die Gesundheit  jetzt wichtiger ist und man trotzdem Lockdowns machen muss ( was ja durchaus so sein mag), dann sollte man aber alle gleichermaßen die finanziellen Einbußen tragen lassen. Das bedeutet, jene, deren Arbeitsplätze oder Pensionen nicht unmittelbar gefährdet sind, sollen einen Beitrag von ca. 20 bis 30% ihres Einkommens für jene abgeben, die zur Sicherheit aller, ihre Existenzen verlieren. Arbeitslose verlieren mehr als 30% des Einkommens. Wenn, dann sollten alle einen Beitrag leisten.

Möchte sehen, wer dann noch für den Lockdown ist, wenn er oder sie selbst von Einbußen betroffen ist.

Ich finde es ungerecht, dass viele zum Wohle der Allgemeinheit alles verlieren, es müsste verteilt werden.

Lara1

Wird wohl eher beim Wunschdenken bleiben mit der Solidarität. 

Man braucht nur aufpassen, welche absonderlichen Vorschläge punkto Ausgangssperren manchmal zu hören sind.

Da sitzen Menschen in ihren Gärten, genießen die frische Luft, und regen sich auf, daß die Wiener am Land herumfahren, in die Berge oder in den Wald gehen.

Die gönnen anderen nicht einmal frische Luft - und dann eine Solidaritätsabgabe?

Billie-Blue

Lara1, du hast recht, jeder ist sich wohl selbst am nächsten und Leute ohne Garten oder Balkon würden viele sicher am liebsten in ihren Wohnungen einsperren, hauptsache selbst sitzt man im Garten und jammert dann auch noch über die anderen.

Wenn jeder soviel von seiner Pension / Gehalt abgeben müsste, wie Lockdowngeschädigte wegen Arbeitslosigkeit an Geld verlieren, würde sich die Meinung schnell ändern. Den Lockdown fordern, weil eh nur die anderen verlieren, ist aber auch kurzsichtig, weil letztlich muss jeder zahlen.

 

Lara1

Ja, dein Vorschlag ist vernünftig. Bei den Abgaben zum Wohle der Allgemeinheit würde ich prozentuell staffeln. Je mehr Verdienst, um so mehr abgeben.

Einem Mindestrentner brauchst nichts wegnehmen - ein LUXUS-Pendionist kann geben.

MaryLou

Ja soweit kommt's noch!

Und vielleicht jedem Hausbesitzer der ein, zwei Kämmerchen frei hat eine "Arme Arbeitslose" aufs Auge drücken.

Bin ich gar nicht damit einverstanden.

Thanya

Du weißt aber schon, dass wir in einem Sozialstaat leben und das Geld für Arbeitslose sowieso von arbeitenden Menschen kommt? Das heißt, es zahlen sowieso alle für die, die gerade arbeitslos sind. Nenne es Solidaritätsabgabe oder auch Sozialabgabe, wie du willst.

Wo kämen wir hin, Menschen, die jetzt wegen Corona arbeitslos sind, besser zu stellen, als Menschen, die vielleicht vorher schon wegen einer Insolvenz, einem Unfall oder einem anderen Grund, für den sie nichts konnten, arbeitslos wurden? Warum hatten die weniger Geld verdient?

Das Arbeitslosengeld ist ja dafür da, den Menschen zur "Überbrückung" zu helfen - egal aus welchem Grund sie nun dieses Schicksal haben. Wenn du nun alle "bestrafen" willst um mehr Sozialabgaben zu zahlen, geht die Wirtschaft noch mehr den Bach runter. Wer soll denn dann noch einkaufen und Geld in Umlauf bringen?

 

PS: Ich bekomm selbst gerade nur 55% meines Gehalts ;-)

Zuletzt bearbeitet von Thanya am 19.04.2021 um 22:49 Uhr

Zwiebel

Thanya, im Grunde hast du ja Recht. Aber wenn es ein Umlaufsystem ist, wieso bekommst du dann nur 55 Prozent, obwohl in den letzten Jahren, als du wahrscheinlich gerabeitet und somit andere Arbeitslose versorgt hast, die Arbeitslosen 70 Prozent bekommen haben? Warum sind deine Beiträge weniger wert? ...ich kann es dir sagen. Die Antwort ist türkis. Das ALG würde gesenkt, damit die bösen, bösen Arbeitslosen es ungut haben. 

Zuletzt bearbeitet von Zwiebel am 20.04.2021 um 08:04 Uhr

Billie-Blue

Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es einfach ist, einen Lockdown zu fordern, wenn man selbst einen Job hat, der davon unberührt bleibt. Wie kommen jene dazu, ihre Existenzen zu verlieren, nur damit die anderen ihren Lockdown bekommen?

Irgendwo habe ich gelesen, dass viele schon von ihren ( meist kleinen) Sparguthaben leben müssen bzw., mitsamt den Kindern delogiert werden und eine Obdachlosigkeit auf uns zu kommt.

Es ist diesen Menschen gegenüber ignorant, auf weitere Schließungen zu pochen.

Aussage meines Beitrages ist, dass wahrscheinlich keiner mehr einen Lockdown wollte, wenn er selber ebenfalls von den wirtschaftlichen Konsequenzen betroffen wäre.

Was aber auch sehr viele ausblenden und  von den Politikern niemand sagt: wenn nach den Lockdowns große Teile der Wirtschaft geschlossen bleiben und es sehr viele Arbeitslose gibt, dann hat der Staat zuwenig Steuereinkommen , um uns alle "Annehmlichkeiten" wie Bildungssystem, Gesundheitssystem usw. zu finanzieren. Dann zahlen sowieso auch jene drauf, die jetzt noch nicht davon betroffen sind. Denn dann muss jeder Bürger und jede Bürgerin das bezahlen, was jetzt angerichtet wird. Dann brauchen wir über freie Intensivbetten nicht mehr nachzudenekn, denn die gibt es dann nicht mehr, wenn kein Geld mehr da ist. Nur kann sich das noch  keiner vorstellen, da wir bis jetzt Wohlstand gewöhnt waren.

 

Zuletzt bearbeitet von Billie-Blue am 20.04.2021 um 09:58 Uhr

Thanya

@Zwiebel Ich wüsste gerne, wann das ALG 70% betragen haben soll? Und woher diese Info kommt? Sogar Krankengeld sind nur 60%

@Billie ich persönlich möchte kein einziges Leben auf dem Gewissen haben, weil Leute meinen shoppen oder saufen gehen zu müssen. Bzw. um einen Wohlstand zu erhalten - und darum geht es bei den meisten. Man kann auch eines der 2, 3 Autos in der Familie abmelden, solange eh alle nur daheim sind - als Beispiel. Meine Großeltern haben in der Nachkriegszeit auch nicht in so einem Luxus gelebt und wir haben die Kleidung nach getragen, statt neues zu kaufen. Es gab keine Handys und maximal einen Fernseher im Haus. Aber ja, jeder setzt seine eigenen Prioritäten. Für mich steht das Leben an 1. Stelle.

Klar nerven die ständigen Lockdowns, die sind aber nur notwendig, weil ständig zu früh geöffnet wird und sich die Leute an nichts halten können. Was denkst du, wie viele sich wirklich testen, bevor sie Familie oder Freunde treffen?

Ich ärgere mich jedes Mal, wenn die Leute an der Kassa keinen Abstand halten oder sich irgendwo eng vorbei drängen, dass ich ihr Nase im Gesicht hab. 

Zuletzt bearbeitet von Thanya am 20.04.2021 um 12:56 Uhr

Thanya

Ps: Wenn man mehr Sozialabgaben will, muss man eben eine Arbeiter - und keine Wirtschaftspartei wählen. Aber das war ja schließlich eine demokratische Wahl. 

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