Medardus (* 456 in Salency, Gallia Belgica, Nordfrankreich; † 8. Juni 545 in Noyon) war Mitte des 6. Jahrhunderts Bischof von Vermandois, dann von Noyon und später von Tournai, von wo aus er Flandern missionierte. Medardus war für seine Mildtätigkeit bekannt und wurde heiliggesprochen.

Medardus wurde als Sohn eines fränkischen Adligen geboren. Er wurde Priester und später Bischof des Vermandois. Gemäß der Überlieferung wurde er im Jahr 532 auch Bischof von Tournai, von wo aus er die Flamen missionierte. Medardus wird außerdem im Zusammenhang mit der Weihung der hl. Radegundis, bis dahin Frau des Königs Chlothar I. und somit Königin in einem der merowingischen Teilreiche, erwähnt. Radegundis floh in seine Kirche, nachdem Clothar ihren Bruder getötet hatte, um sich zur Diakonissin weihen zu lassen und dem weltlichen Leben zu entfliehen.