Forum - Verfahren wegen vorzeitiger Haftentlassung

 
Billie-Blue

In Norwegen hat heute das Verfahren begonnen, in welchem es um eine vorzeitige Haftentlassung von Anders B. geht. Nach 10 Jahren hatte er erstmals Anspruch darauf. Dass er frei kommt, wird bezweifelt.

Man befürchtet, dass er das persönliche Vorbringen seines Antrags wieder als Bühne nützt um seine Ideologie zu verbreiten. Es wird von einem Nachrichtensender gefilmt, obwohl dies die Staatsanwältin zu verhindern versuchte.

2016 verlor er letztlich den Prozess, aus der Isolationshaft entlassen zu werden, um sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können.

Er genießt  eine Zelle aus drei Zimmern mit Tageslicht, Dusche und Toilette, TV Gerät, Musikanlage, PC, Fitnessgeräte, Kühlschrank und Spielekonsole. Eine Stunde darf er täglich in den Hof , auch bekommt er jeden Tag Zeitungen und darf an Universitätskursen teilnehmen.

 

Zuletzt bearbeitet von Billie-Blue am 18.01.2022 um 13:59 Uhr

jowi59

Hat dieses Gefängnis soviel Platz dass so ein Häftling eine ganze Wohnung zur Verfügung hat?

So einem Mörder stünde meiner Meinung nach höchstens 1 karges Zimmer zu.

Limone

Ich habe darüber heute gelesen und verstehe nicht das jemand auf frühzeitige Entlassung ansuchen darf, wenn er so viele  Menschen getötet hat!

Lara1

Der Typ hat 77 Menschen getötet. Dafür hat er eine Wohnung bekommen?

Eine vorzeitige Haftentlassung kann nicht einmal angedacht werden.

Schnellkoch_Bob

Also ich finde es furchtbar inkonsequent von ihm, einerseits gegen den Rechtsstaat zu sein, und trotzdem alle Mittel dieses Rechtsstaates auszunutzen. Er hatte ja auch schon verlangt, nicht in Einzelhaft sitzen zu müssen, weil er sich mit gleichgesinnten innerhalb und außerhalb des Gefängnisses austauschen wollte, und ist damit bis zum EMGR gegangen.

Die 3-Zimmer-Zelle finde ich insofern verständlich, als das Ziel von Gefängnisaufenthalten bei uns ist, die Leute wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Einzelhaft ist ja normalerweise nicht lebenslänglich vorgesehen. (Wir sind ja nicht in den USA, wo 1% der Bevölkerung in überfüllten Gefängnissen einsitzt.)

Maarja

Mit der verhältnismäßig luxuriösen Unterbringung wird vermutlich ausgeglichen dass er die Einzelhaft aushalten muss. Das ist ja nicht so weiteres möglich in einem Rechtsstaat. Besondere Vergünstigungen bekommen normalerweise Leute, die ihre Strafe abgesessen haben und trotzdem nicht entlassen werden können (Sicherungsverwahrung) Die müssen besser behandelt werden 

Felazi

 Eines ist ja wohl klar er wird nie wieder in Freiheit kommen , dann wäre es doch nur sinnvoll im nahezulegen etwas sinnvolles für wenigstens ein paar Menschen auf diesem Planeten zu tun, einen Organspendeausweiß aus zu füllen, den kontrollierten Freitod zu wählen und den Rest der Menscheit mit seinem jämerlichen da sein zu verschonen, so hätte er wenigstens min.7 Menschen mit seinen Organen vor dem Tod bewahrt. Aber was will man von einem Narzisten im Endsstadium erwarten !!!

Zuletzt bearbeitet von Felazi am 19.01.2022 um 10:00 Uhr

Pesu07

Wie unfassbar für die Hinterbliebenen!

Maarja

Solche Kandidaten sind eine echte Herausforderung für den Rechtsstaat, auch wenn man gefühlsmäßige Reaktionen hier kaum unterdrücken kann, hat er noch Rechte

Billie-Blue

Ja, für die Hinterbliebenen ist das alles sehr, sehr schlimm. Zum 10. Jahrestag gab es eine Doku, wo Hinterbliebene und auch überlebende Opfer zu Wort kamen. Was diese Menschen durchmachen - noch immer und wahrscheinlich ihr Leben lang, kann man kaum nachfühlen , nur erahnen. Sie sind einerseits stolz auf das menschliche, demokratische  System in Norwegen, andererseits ist es für sie schwierig, wenn sie sehen müssen, dass jemand, der so viele Leben zerstört hat, dann noch auf seine Rechte pocht. Vor allem die Art der Tat, wo die jungen Menschen keine Chance hatten, zu entkommen, löst bei mir noch immer Entsetzen aus. Ich finde,man sollte ihm zumindest nicht immer wieder eine öffentliche Bühne bieten, denn das ist es, was er will und genießt. Und für die Angehörigen ist genau das ganz schrecklich. Deshalb verstehe ich nicht, dass der Antrag der Staatsanwältin abgelehnt wurde, die wollte, dass das Verfahren nicht gefilmt wird.

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