Ecuador ist der weltgrößte Exporteur von Bananen. Diese sind nach Erdöl der wichtigste Devisenbringer des Andenstaats. Doch der Handel mit ihnen ist Fluch und Segen.

Ihretwegen wurden einst Regierungen zu Fall gebracht, Massenmorde begangen und Regenwälder abgeholzt. Sie nährten hemmungslosen Kapitalismus und wurden in Lateinamerika Sinnbild für die Ausbeutung von Mensch und Natur.

Geschäfte mit ihnen wiegen Milliarden Dollar – nach wie vor sind sie nichts für schwache Nerven.

Der Krieg in der Ukraine und damit verbundene Kostenexplosionen bei Dünger, Verpackung und Containern sorgen für eine Pleitewelle unter den Produzenten. Der Klimawandel, der die Temperaturen in Ecuador im Sommer stark sinken lässt und im Winter extreme Regenfälle auslöst, schwächt die Produktion. Der größte Feind der Banane ist aber ein Pilz, der sie vertrocknen lässt. Böden, die er befällt, sind für den Bananenanbau über Jahrzehnte verloren.

Wer auf Plantagen der Asoguabo-Bauern will, muss durch ein Desinfektionsbad. Denn Fusarium Tropical Race, kurz TR4, würde ihren Tod bedeuten. Der Pilz vernichtet in Kolumbien und Peru riesige Monokulturen der Sorte Cavendish, die für mehr als 90 Prozent der weltweit gehandelten Bananen sorgt. Bis heute gelang es nicht, die Krankheit großflächig in den Griff zu bekommen.

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