Wieder einmal das Thema "Fleisch"

Billie-Blue
Billie-Blue

Weil immer wieder gejammert wird, wie billig Fleischspeisen in diversen Geschäften angeboten werden.

Dadurch entsteht der Eindruck, wenn es teurer angeboten wird, ist auch die Qualität besser. Das kann sein, muss aber nicht sein.

Tatsache ist, dass Fleisch in Fertignahrung und in der Gastronomie nicht deklariert werden muss. Man kann davon ausgehen, dass dort das Fleisch mehrheitlich günstige Importware aus großen Schlachtbetrieben in Deutschland ist.

In der Wiener Zeitung vom 14./15. November war zum Thema ein hochinteressanter Artikel zu lesen, der mich fast dazu gebracht hat, auch auf das wenige Fleisch, das ich esse zu verzichten. Dort wird beschrieben, wie in einem Bio Schlachthof die Rinder schonend geschlachtet werden. Das ist immer noch traurig genug, wenn auch viel besser als üblich.

Erstaunt hat mich der geringe wertmäßige BIO Anteil im Lebensmittelhandel: Fleisch : 5,6 Prozent. Gemüse: 17%. Eier: 19,4% usw.

Solange es keine Herkunftsdeklarierung beim Fleisch in Gasto und Industrienahrung gibt, gehe ich davon aus, dass dieses Fleisch aus der gleichen Quelle kommt wie im Möbelhausrestaurant.

Das einzige, was jeder einzelne  tun kann, ist, dass man nur Fleisch kauft, wo man weiß, wie die Tiere gehalten wurden und  alles andere verweigert. Mehr kann man als Konsument nicht machen.

 

SlowFood
SlowFood

andererseits, wenn ich hier (zugegeben etwas provokant) verlauten lasse, dass ich tauben fange und schlachte, dass meine hühner im suppentopf landen, dass ich bei den gänsen nicht weiß ob ich martin oder martina zuerst schlachten soll... dann schlägt mir hier immer verwunderung bis abscheu entgegen.

ich denke, dass unser bauer seine rinder und schweine "schonend" schlachtet, und unser martin, der zum martinigansl wurde, ist bis wenige sekunden vor seinem tod noch gestreichelt und beruhigt worden, ebenso die hendln.

man kann die massenware verweigern und teuer einkaufen, man kann auch selbst schonend schlachten. oder aufhören, fleisch zu essen?

Billie-Blue
Billie-Blue

Slowfood, wenn alle ihr Fleisch selber schlachten müssten, wäre es super, der Fleischkonsum würde sich augenblicklich reduzieren,selbst zu schlachten wie ihr es macht,  ist sicher zu bevorzugen, auch wenn das  provokant geschrieben war von der Martina und dem Martin.

Maisi
Maisi

Ich glaube nicht, dass sich der Fleischkonsum durch selbst schlachten (oder einen bekannten Fleischhauer am eigenen Hof, schlachten lassen) reduzieren wird. Ich denke nur, dass die Menschen das Fleisch wieder mehr schätzen würden und versuchen alle Teile des Tieres zu verarbeiten. Unsere selbstgemästeten schweine werden nach dem Schlachten auch zu Sulz, Blutwurst oder Suppe verarbeitet, was wir nciht essen wird zu Hundefutter. 

moga67
moga67

Weil den Menschen nicht mehr bewusst ist, wenn man Fleisch isst, dass da ein Tier geschlachtet werden muss. Das zählt für mich auch zur "Wertschätzung" dazu. Wir waren beim der Verarbeitung noch dabei und es wurde fast das ganze Tier verwendet. Ein Schwein besteht nun mal nicht nur aus Filet. Ein " Nutztier" hat einen bestimmten Zweck aber sein Leben soll trotzdem lebenswert sein!

Pannonische
Pannonische

Komme aus einer Fleischhauerfamilie. Damals in den 60er Jahren habe wir alle Bauern und ihre Tiere gekannt und haben gewußt, wie sie aufgewachsen sind und was sie gefüttert bekommen haben. Dann kamen die großen Supermarktketten und haben die kleinen Fleischauereien vernichtet. 

Lara1
Lara1

Dann kam aber auch die EU - und alle Schlachthöfe mussten plötzlich mit extremen Auflagen kämpfen - mit dem Ergebnis, daß sehr viele zusperren mussten. Jetzt gibt es nur mehr ganz wenige riesige Schlachtfabriken.

Ich persönlich glaube nicht, daß sich an dem Tierleid durch einzelne Konsumenten etwas ändern wird. Da braucht es mit Sicherheit die Politik dazu. Da müsste man Druck erzeugen.

Und auch die kleinen Bauern. die ihre Tiere artgerecht halten gehören gefördert, nicht die Großbetriebe.

snakeeleven
snakeeleven

Ich muss "Lara1" recht geben, sehr viel, wenn nicht die ganze Schuld hat die EU. Der kleine Bauer welche seine Tiere selbst schlachtet, hat soviele UNNÖTIGE AULAGEN, dass er am liebsten aufhören würde.

Billie-Blue
Billie-Blue

Ja das stimmt ganz sicher, dass - so wie eh überall - die kleinen Betriebe untergehen, während die Konzerne gefördert werden.