Das Ei in der Gastronomie

Billie-Blue
Billie-Blue

Kürzlich war in einem Mittagsjournal wieder mal das Ei in der Gastronomie Thema.

Österreich ist weltweit glaube ich einzigartig und vorbildlich, da es bei uns seit 2020 keine Käfighaltung der Legehennen mehr gibt. Ich finde es toll, dass die Landwirte seit 1999 umgestellt haben.

Timeline:

1999: Kennzeichnung: 3 Käfighaltung,2 Boden, 1 Freiland, 0 Bio wird als EU Richtlinie erstellt.

2003: die Kennzeichnung ist in allen EU Mitgliedsstaaten etabliert.

2009: die Käfighaltung in Österreich wird verboten, Übergangsregelung bis 31.12.2019.

2020: es gibt in Österreich keine Käfighaltung mehr, in Deutschland sind es noch 11%, in den anderen EU Ländern kommen noch immer mehr als 50% der Eier aus Käfighaltung. Weltweit stammen ca 90 bis 95% der Eier aus Käfigen.

Die Österreicher wollen keine Käfigeier mehr essen. Doch obwohl man keine Käfigeier mehr im Handel bekommt , da sich die Handelsunternehmen geeinigt haben, keine ausländischen Eier zu verkaufen, landen jährlich ca 800 Millionen Eier aus China, Ukraine usw. in der Gastronomie und in der Nahrungsmittelindustrie. Hier besteht keine Kennzeichnungspflicht.

Pulverisierte Eier aus Indien, mit denen beim Wirten die Schnitzelpanier hergestellt wird oder der Kaiserschmarren, wer will das?

Die Wirte wehren sich gegen die Kennzeichnungspflicht, die Landwirtschaft fordert sie hingegen. Ich verstehe, wenn Landwirte, die ihre Betriebe umgestellt haben, nicht wollen, dass  die Industrie und Gastronomie billige Eier aus dem Ausland verwendet und nicht deklariert.

Wenn es nicht explizit ausgewiesen ist, kann man davon ausgehen, dass die Eier in Nudeln, Keksen und anderen Fertigprodukten aus ausländischer Käfighaltung kommen. Genauso in der Gastronomie und Hotellerie wo auch fertige Eierstangen, flüssige Eierspeise im Tetrapack etc. verwendet werden.

Ich für mich habe  deshalb beschlossen, die heimischen Wirte erst dann wieder zu unterstützen, wenn sie keine Käfigeier mehr verwenden und es zumindest deklarieren. Dasselbe gilt für Nudeln usw. Ansonsten esse ich lieber das, was ich selber koche. Dasselbe gilt für Hotels, die am Frühstücksbuffet die fertige Eierspeisenflüssigkeit aus dem Packerl verwenden.

Zuletzt bearbeitet von Billie-Blue am 22.09.2020 um 11:10 Uhr

Pannonische
Pannonische

Bin voll und ganz Deiner Meinung. Habe das Glück meine Eier von einem BioHof holen zu können.

Silviatempelmayr
Silviatempelmayr

Da bin ich auch ganz bei dir. Von uns Landwirten wird immer ein besserer Tierschutz gefordert und der Handel und die Gastronomie (vorallem Grossküchen) kaufen dann die billigen Produkte aus dem Ausland.

SlowFood
SlowFood

gerade weil das geschäft mit den eiern so undurchsichtig ist, habe ich selbst hühner. wenn grade mehr eier gelegt werden, essen wir auch mehr. wenn gemausert wird, essen wir weniger eier, wir kaufen nichts dazu.

hobbykoch
hobbykoch

Da ich selber keine Möglichkeit habe, selber Hühner zu halten, kaufe ich die Eier auch nur von umliegenden Bio-Bauernhöfen. Leider hat man aber keinen Einfluss, wo die Betriebe der Lebensmittelproduktion ihre Eier kaufen. Auch das ist ein Grund, warum ich Fertigprodukte nicht kaufe.

snakeeleven
snakeeleven

Die Gastronomie und ebenso die meisten Grossküchen sind eben "GEWINNORIENTIERT" deshalb kaufen die meisten die billigeren Waren,wie Eier, Fleisch usw.......