Schnaps selber brennen - So funktionierts

Was früher als Notlösung verspottet wurde, ist heute ein weitverbreitetes Hobby, das immer mehr Anhänger findet. Der Grund dafür sind die vielen individuellen Möglichkeiten und Geschmacksrichtungen, die selbst gebrannter Alkohol mit sich bringt. Hier ein grober Überblick über das Verfahren, denn selber brennen ist durchaus gesellschaftsfähig und einfacher, als Viele denken.

Schnaps brennenDer Zeitaufwand hängt von der Größe der Anlage und der Menge ab. (Foto by: © contrastwerkstatt / fotolia.com)

Ausrüstung

Zum Schnapsbrennen wird folgende Ausrüstung benötig:

  • Gärbehälter
  • Destille
  • Wasserpumpe
  • Spiralzylinder
  • Öchslewaage
  • Thermometer
  • Alkoholmeter

Zutaten/Grundstoffe

Die zum Brennen notwendigen Zutaten richten sich natürlich nach der Art des Schnapses, den man am Ende erhalten möchte.

Denkbar sind beispielsweise Früchte wie:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Trauben
  • Kirschen
  • Marillen
  • Zwetschgen
  • usw.

Aber auch Gemüse kann infrage kommen:

  • Kartoffeln
  • Getreide
  • usw.

Weitere Zutaten für zum Beispiel 20 Liter Maische:

  • 20 Liter Wasser
  • 8 Kilogramm Zucker
  • 1 Beutel Weinhefe, Reinzuchthefe, Trockenhefe oder Turbohefe
  • Obst, Gemüse oder Getreide

Info: Die Maische ist ein vergorenes Gemisch aus Früchte, Gemüse oder Getreide und des Germs (=Hefe).

Früchte vorbereiten

Die Früchte bzw. das Gemüse werden zunächst sorgfältig gewaschen, in kleine Würfel geschnitten und diese dann unter hohem Druck ausgepresst. Danach wird der Flüssigkeit etwas Hefe zugegeben.

Wichtig: Für die Maische dürfen nur reifes und gewaschenes Obst bzw. Gemüse verwendet werden. Faule Stellen müssen herausgeschnitten werden, sowie Laub- bzw. die Stile müssen ebenso entfernt werden.

Ablauf

  • Zuerst wird die Hälfte des Wassers mit dem Zucker aufgekocht und aufgelöst und wieder abgekühlt.
  • Danach wird das Obst oder das Gemüse klein geschnitten und die Kerne entfern (falls vorhanden) – auch ein pürieren ist möglich, aber kein Muss.
  • Nun wird das kleingeschnittene Obst oder Gemüse zusammen mit dem Zuckerwasser und dem restlichen Wasser (=am besten lauwarm) in den sogenannten Gärbehälter gegeben und alles gut vermischt.
  • Jetzt wird der Germ (=Hefe) in die Mischung eingerührt – die Menge bitte von der Packungsangabe ablesen – und der Behälter luftdicht, verschlossen. Der Behälter sollte aber nur zu 80% gefüllt werden, da die Gärung, das Fass sonst zum Platzen bringen könnte.
  • Danach wird der Gärspund mit Wasser gefüllt (um den Sauerstoffaustausch zu vermeiden) und in den Gärbehälter gesteckt.
  • Den Gärbehälter für rund 1-2 Tage in einem 15-20 Grad warmen Raum ruhen lassen um einen Maische-Alkoholgehalt von ca. 20% zu erreichen. Der beigemengte Germ löst den in den Pflanzenzellen eingelagerten Zucker und wandelt ihn dabei in Alkohol um.
  • Zum Schluss wir die Maische in der Destille auf etwa 80˚C erhitzt und schließlich gebrannt. Der Zeitaufwand hängt hauptsächlich von der Größe der Anlage und der zu verarbeitenden Menge an Zutaten ab. Zwischen 0,5 Liter und 1,0 Liter Alkohol rechnet man etwa 30 Minuten, bei einer Menge von rund 5 Litern etwa 2 – 3 Stunden.
  • Der Schnaps, welcher aus der Destille kommt hat einen Alkoholgehalt von ca. 60-80% und muss danach mit Wasser verdünnt werden. Dazu finden sich im Internet zahlreiche Rechner, die das exakte Mischungsverhältnis bestimmen können. So rechnet man bei 2,5 Litern Alkohol (60%) mit der gleichen Menge Wasser, um 5 Liter Alkohol mit dann 30% Gehalt zu erhalten.

Schnaps mit EberescheDie Hefe löst den Pflanzenzucker und wandelt ihn in Alkohol um. (Foto by: © unpict / fotolia.com)

Sicherheit

Das Brennen von Alkohol ist durchaus eine ernst zu nehmende Alternative zum etablierten Spirituosenhandel. Neben exaktem Arbeiten und einer funktionstüchtigen Anlage sind auch einige Sicherheitsaspekte zu beachten, weil insbesondere die alkoholhaltigen Dämpfe leicht entzündlich sind.


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User Kommentare

Silviatempelmayr
Silviatempelmayr

Mein Schwiegervater hat das einmal probiert vor einigen Jahren. Das ist ganz schön viel Arbeit finde ich.

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Marille
Marille

Mein Papa brennt schon sein Leben lang Schnaps, mein Fall ist der Schnaps nicht so. Ist mir einfach viel zu stark.

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Gabriele
Gabriele

was absolut nicht erwähnt wurde: schnapsbrennerei muss man bei der behörde anmelden und wird streng überprüft, man darf auch für private zwecke nicht so einfach drauflos werken! wir besitzen ein viertel eines schnapskessels (zusammen mit drei anderen familien), und die existenz des geräts ist auf der behörde registriert.

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