Tipps für eine perfekte Speisekarte

Mit der richtigen Speisekarte treffen viele Restaurants voll ins Schwarze. Es ist die Visitenkarte des Hauses. Ein Marketinginstrument das unbedint halten muss, was es verspricht. Die besten Tipps dafür finden Sie hier.

Menükarte im RestaurantEine Menükarte soll ein Gesamtbild der angebotenen Kulinarik schaffen. (Foto by: dmbaker / Depositphotos.com)

Eine perfekte Speisekarte

Manche Karten erinnern immer noch an die ersten Exemplare aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts, die dem Gast als dicke Bände unzählige Suppen, Vorspeisen, Zwischen- und Hauptgerichte sowie gleichzeitig ein riesiges Weinangebot offerierten. Ein Bruchteil davon ist nach wie vor tagesaktuell. Diese Art Speisekarten stirbt gottseidank aus.

Heute listen die Speisekarten in der Folge der üblichen Gänge das Machbare auf. Gleichzeitig kann dem Gast im Restaurant Gutes aus Küche und Keller aktuell und ansprechend angeboten werden.

Das Gesamtpaket

Es gibt sie immer noch: Die braunen, abwaschbaren Karten mit Goldprägung, wie sie seit Jahrzehnten benutzt werden. Dabei sollen Speisekarten individuell gestaltet sein. Selbst ein Picasso, Chagall, Manet oder Toulouse-Lautrec hatten bereits Speisekarten ihrer Lieblingsrestaurants höchst künstlerisch gestaltet.

Aber bitte keine Angst! Kunstwerke sind nicht notwendig - nichtsdestotrotz ist die Karte ein wichtiges Marketinginstrument.

Sie soll sowohl zum Ambiente des Restaurants als auch zu der Gesamtheit der kulinarischen Offerten passen. Ihr Aufbau soll die Angebote des Hauses leicht lesbar, übersichtlich, überschaubar sowie schlüssig zu den eingesetzten Preisen und nicht zuletzt besonders ästhetisch präsentieren. Denn die äußere Form der Karte weckt als Visitenkarte des Hauses schon ganz zuerst das ungeteilte Interesse des Gastes im Restaurant.


Wichtig ist allemal, was drin steht – denn was nützt die stylishe Hülle, wenn der Inhalt der Speisekarte nicht hält, was das Design verspricht?

Etwas Snobismus darf sein

Restaurantbesitzerin mit MenükarteSpeisekarten sollten individuell gestaltet sein, auch zum Ambiente passend. (Foto by: mangostock / Depositphoto.com)

In anspruchsvollen Restaurants sieht man die Auflistung der Angebote oft auf Französisch mit Hilfszeilen der Übersetzung. Wenngleich etliche Generationen manche Fachsprache und Raffinesse-Beschreibungen womöglich nicht mehr verstehen.
Beispiel gefällig?

  • coeur de filet aux grillons de ris de veau petite déglace à la fleur de bièrre
  • Rinderfilet mit sautiertem Kalbsbries an fein deglacierter Biergeistsoße

Sicher: So sieht Snob-Appeal aus - aber auch Qualitätsversprechen und Sinn für gehobene Gastlichkeit. Auf der anderen Seite steht auch geradlinige und schnörkellose Klarheit für Qualität in der Gastronomie.

----->>>>      Wichtig ist allemal die Harmonie zwischen Anspruch und Realität.      <<<<<--------

Zu umfangreiche Speisekarten sollten Genießer dabei stets besonders kritisch gegenüberstehen, denn sie lassen Rückschlüsse auf wackere Köche zu, die auf Bestellungen fix mit Konserviertem, Tiefgekühltem oder Vorgekochtem reagieren – wobei das gerade so im Trend liegende Sous-vide wohl ein Grenzfall ist.

Eher knappe, nach Saison variierte Speisekarten sind zuverlässiger. Sie halten öfter, was sie versprechen - und Empfehlungen auf einer Kreidetafel sind ursprünglich individuelle Einladungen des Kochs, von seiner Tagesform zu profitieren.

Escoffiers Erkenntnis

Auguste Escoffier, als Meisterkoch und Herausgeber des Guide Culinaire eine absolute Ikone der Haute Cuisine, hielt das Komponieren einer Speisekarte für die schwierigste Aufgabe in der Gastronomie. Denn die

  1. Haltbarkeit frischer Produkte und Spezialitäten,
  2. die Reputation des Hauses und die
  3. Erwartungen der Gäste

müssen gekonnt kombiniert werden.

Danach ist eine qualifizierte Weinkarte die nächste Herausforderung ...


Bewertung: Ø 4,7 (3 Stimmen)

User Kommentare

Jeloschnecke
Jeloschnecke

Kleine, feine Speisekarten bevorzuge ich. Vor allem lege ich Wert auf regionale Produkte und Saisonalität.

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Gabriele
Gabriele

das mit der länge der speisekarte kann ich nachvollziehen - und als gast möchte man ja auch nicht seitenweise lesen müssen, was die entscheidung auch nicht einfacher macht.

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