Ketogene Diät - Was steckt dahinter?

Die Ketogene Diät ist in aller Munde und gilt für viele als Wunderdiät. Doch wie funktioniert sie und was macht diese extreme Ernährungsumstellung aus?

Eine neue Modediät oder funktioniert die Ketogene Diät wirklich?Eine neue Modediät oder funktioniert die Ketogene Diät wirklich? (Foto by: designer491 / Depositphotos)

Eine kohlenhydratarme Ernährung soll sich positiv bei verschiedenen Erkrankungen auswirken und kann auch hilfreich beim Abnehmen sein. Nachfolgend wird erläutert wie die ketogene Diät funktioniert, welche Lebensmittel erlaubt bzw. verboten sind und welche Vor- sowie Nachteile erwartet werden können.

Was ist die ketogene Diät überhaupt?

Diese Diät funktioniert weitgehend nach dem Prinzip der Low Carb Diät. Mit vielen Proteinen, gesunden Fetten und dem Verzicht von Kohlehydraten lässt sich nachhaltig Gewicht senken und Muskeln aufbauen. Gleichzeitig können aber auch einige andere positive gesundheitliche Aspekte beobachtet werden.

Wie funktioniert die ketogene Ernährung?

Wichtig ist hierbei, dass die tägliche Kohlehydrataufnahme unter 30 g bleibt, dadurch wird der Insulinspiegel niedrig gehalten und der Körper stellt sich auf ein Notprogramm um. Dies sorgt dafür, dass mehr Wachstumshormone ausgeschüttet und weniger Fette aufgenommen werden.

Dadurch, dass der Körper seine Energie nicht mehr aus Kohlehydraten beziehen kann, sucht er sich alternative Energiespender, den er in Fetten findet und kurbelt somit die Fettverbrennung ordentlich an.

Welche Lebensmittel sind verboten?

Bei der ketogenen Ernährung ist es vor allem wichtig, seine Kohlehydratzufuhr drastisch zu reduzieren.

Außer Beeren sind alle anderen Obstsorten nicht erlaubt.Außer Beeren sind alle anderen Obstsorten nicht erlaubt. (Foto by: zoomteam / Depositphotos)

Aufgrund dessen sind die nachfolgenden Lebensmittel verboten:

  • Alkohol
  • Stärkehaltiges (Reis, Pasta, Hülsenfrüchte, Brot etc.)
  • Süßigkeiten (Kekse, Kuchen, Fructose, Sirup etc.)
  • Getreide (Weizen, Mais, Hirse, Hafer etc.)
  • Fette (industriell verarbeitete Pflanzenöle)
  • Gemüse (Kartoffeln, Karotten, Pastinaken, Hülsenfrüchte etc.)
  • Obst (alle Früchte sind verboten außer kleine Mengen von Beeren)
  • Fertiggerichte (enthalten viel Zucker genauso wie Gewürzmischungen)
  • Fettarme Diätprodukte (sind verboten, da das Fett meist mit Zucker kompensiert wird)
  • Nüsse (Erdnüsse)

Welche Lebensmittel sind erlaubt?

Schaut man sich die Liste der verbotenen Lebensmittel an, kommt schnell der Gedanke auf, was jetzt überhaupt noch gegessen werden kann.

Folgende Nahrungsmittel können ohne schlechtes Gewissen verzehrt werden:

  • Fleisch (Wurstwaren mit wenig Zucker, rotes und weißes Fleisch, Ente, Wild etc.)
  • Fisch (Seelachs, Calamari, Thunfisch, Forelle, Dorade etc.)
  • Eier (in allen Varianten)
  • Obst (ab und an ein paar Beeren oder Kokosnuss)
  • Getränke (Wasser, Tee ohne Milch, Kaffee nur mit Schlagobers oder Kokosöl)
  • Saatgut (Chiasamen, Leinsamen, Sesamkörner, Sonnenblumenkerne etc.)
  • Nüsse (alle Nüsse außer Erdnüsse)
  • Mehl (Kokosmehl, Mandelmehl, Guarkernmehl, weitere Nussmehle)
  • Milchprodukte (alle fettreichen Milchprodukte)
  • Gemüse (als Grundregel kann hier gesagt werden, alles was über der Erde wächst, ist in Ordnung z.B. Pilze, Kohl, Salat, Tomaten, Aubergine etc.)

Welche Vorteile hat die ketogene Ernährung?

Laut Studien soll man durch diese Ernährungsumstellung auch keine Hungerattacken haben.Laut Studien soll man durch diese Ernährungsumstellung auch keine Hungerattacken haben. (Foto by: choreograph / Depositphotos)

  • Reduzierung von Hunger und Appetit: vor allem für Heißhungergeplagte die ideale Diät. Durch den hohen Anteil von Fetten und dem konstant gehaltenen Blutzuckerspiegel wird der Appetit auf gesunde Art und Weise gezügelt.
  • Förderung der Konzentration: Gerade am Anfang, bis sich der Körper umgestellt hat, kann es zu leichten Konzentrationsschwächen kommen. Sobald das Gehirn gelernt hat seine Energie aus dem Fett zu ziehen, kann man sich länger als jemals zuvor konzentrieren und der Verstand ist klarer und schärfer.
  • Weniger Entzündungen: Entzündungen im Körper ernähren sich sozusagen von Kohlehydraten und können drastisch ansteigen. Die ketogene Diät lohnt sich deshalb vor allem für all jene, die einen hohen Entzündungswert haben, der gesenkt werden soll.
  • Mittel gegen Epilepsie: Die ketogene Ernährung wirkt sich positiv auf Epilepsie Patienten aus und kann epileptische Anfälle mindern.

Welche Nachteile hat die ketogene Ernährung?

Vor allem in der ersten Zeit gibt es einige vorübergehende Nebenwirkungen, die aber mit der Zeit wieder verschwinden:

  • Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Müdigkeit
  • Mundgeruch
  • Schwindel
  • Verstopfung

Bei Nierenerkrankungen sollte man, bevor man diese Diätform beginnt, unbedingt Rücksprache mit einem Arzt halten, da diese Ernährungsform die Nieren überlasten kann.

Aufgrund der großen Menge an tierischen Proteinen und gesättigten Fettsäuren kann sich unter Umständen auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Was man sonst noch bei der ketogenen Ernährung wissen sollte

Kein Hungern, wenig Kohlehydrate und viel gesunde Fette und Proteine - so funktioniert die Diät.Kein Hungern, wenig Kohlehydrate und viel gesunde Fette und Proteine - so funktioniert die Diät. (Foto by: Odelinde / Depositphotos)

Diabeteserkrankungen, vor allem Typ-2, gibt es aufgrund des Nahrungsmittelüberflusses immer häufiger. Bei dieser Diabetesform wird eine Insulinresistenz gebildet und damit steigt der Blutzuckerspiegel. Durch die ketogene Ernährung kann die Insulinresistenz um bis zu 75 Prozent gesenkt werden und außerdem wird Übergewicht abgebaut, was auch oft ein Grund für Typ-2-Diabetes ist.

Fazit

Ob die ketogene Ernährung zur Verbesserung bei Krankheiten beiträgt, ist noch zu wenig erforscht. Fest steht aber, dass sie sich zum Abnehmen sehr gut eignet.

Es sollte aber dennoch im Vorhinein immer mit einem Arzt abgeklärt werden, ob diese Diät auch wirklich das Richtige für einen ist.

Ratsam ist vielleicht zum Einstieg mit einer kohlehydratarmen Ernährung anzufangen in Form einer Low Carb Diät, um zu sehen, ob diese Ernährungsform einen gut tut.


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