Caipirinha Basiswissen

Ein Caipirinha ist einer der absoluten Klassiker unter den Cocktails, ein Sour Drink mit großer Wirkung und herrlich im Geschmack. Was man bei der Zubereitung beachten muss und welche Zutat ihn erst so richtig perfekt macht, verraten wir hier.

Caipirinha BasiswissenCaipirinha Cocktail ist ein beliebter Drink, der gern auf Partys serviert wird. (Foto by: Redav / Depositphotos.com)

Caipirinha – ein wandelbarer Klassiker

  • Die Wurzeln des Bar-Klassikers liegen in den ländlichen Gegenden Brasiliens. Dort sind bis heute Erfrischungsgetränke auf Basis von Fruchtsaft, Rohrzucker und Wasser verbreitet.
  • Wird ihnen – wie früher aus hygienischen Gründen üblich – ein guter Schuss Alkohol zugesetzt, entstehen sogenannte Batidas.
  • Der hierzulande berühmteste Vertreter dieser Cocktails ist Batida de Côco. Batida de Côco ist auf spanisch eigentlich ein alkohlfreies Kokos-Milchmixgetränk. Doch gibt es bereits einen Likör "Batida de Coco" der Marke Mangaroca.

Mittlerweile gibt es dazu einige Cocktail Varianten: Batida Cocktails

  • In Brasilien sind neben dem Vorbild für Kokosnuss-Likör auch andere Batida-Versionen verbreitet.
  • Eine davon ist Batida de Limão, bei der Zitronensaft den Fruchtanteil bildet.
  • Reiche Plantagen-Besitzer ließen sich jeden Schluck des Getränks frisch herstellen und legten großen Wert darauf, die Menge der verwendeten Früchte zu sehen.
  • Aus dieser Manie entwickelte sich einer der berühmtesten Cocktails der Welt.
  • Sein Name leitet sich vom brasilianischen Wort Caipira ab, das die Einwohner landwirtschaftlich geprägter Regionen bezeichnet.
  • Mit der Verbreitung des Cocktails setzte sich die verniedlichende Form Caipirinha durch, die so viel bedeutet wie "kleines Landei".
  • Zugleich entstanden die ersten Variationen des Getränks, sodass seine "richtige" Zubereitung bis heute für Zwistigkeiten sorgt.
  • Als Brasiliens Landwirtschaftsminister die Caipirinha-Zubereitung gesetzlich regeln wollte, erntete er dafür massiven Protest – denn das bekannte Getränk hat weltweit zahlreiche beliebte Variationen.
  • Über die einzig wahre entscheidet jeder Cocktail-Fan für sich allein.

Das richtige Glas

Schon die Frage nach dem geeigneten Cocktailglas für Caipirinhas entzweit die Gemüter. Doch darauf kann es nur eine Antwort geben:

  • Die einzelnen Zutaten entfalten ihre Wirkung am besten in einem becherartig geformten Gefäß mit großer Öffnung und ein möglichst dicker Boden hält den Cocktail länger kalt.
  • Somit ist das perfekte Glas für einen Caipirinha ein großes Tumbler Glas, mit einem dicken und stabilen Boden. Aber auch ein Longdrink- bzw. Libbeyglas darf im Notfall verwendet werden.

Das wichtigste Zubehör

  1. Ein weiterer Streitpunkt ist der Muddler, mit dem die Limetten im Glas angedrückt werden.
  2. Traditionelle Modelle bestehen aus Holz, das durch den Saft der Früchte feucht und weich wird. Dadurch verformen sich die kleinen Erhebungen am Kopf des Stößels, sodass dessen Wirkung sukzessive nachlässt. Darüber hinaus nimmt Holz im Laufe der Zeit immer mehr Fremdstoffe auf – die sich schließlich im Geschmack des Caipirinhas niederschlagen.
  3. Ein Muddler aus Edelstahl oder Vollkunststoff schafft einen hygienischen Ausgleich zu diesen Nachteilen.
  4. Der zum Drink gereichte Trinkhalm muss kurz und dick sein, um das Aroma der Zutaten besser und schneller aufnehmen zu können.
  5. Um den Zucker-Frucht-Mix vom Boden aufrühren zu können, empfiehlt sich ein zusätzlicher Stirrer oder ein zweiter Trinkhalm.

Nach ursprünglichem Rezept enthält eine Caipirinha

Caipirinha CocktailDie einzelnen Zutaten entfalten ihre Wirkung perfekt in einem becherartigem Glas. (Foto by: Fesenko / Depositphotos.com)

  • Limetten
  • Zucker
  • Zuckerrohrschnaps
  • Eis

Diese Zutaten stehen auch auf der offiziellen Liste der International Bartenders Association. Doch gegenüber der originalen Zubereitung weicht die europäische Anleitung in mehreren Punkten vom brasilianischen Vorbild ab:

  • Anstelle von Limettenscheiben werden in Achtel geschnittene Früchte verwendet.
  • Statt Raffinade (gemahlener, gereinigter Zucker) kommt brauner Rohrzucker zum Einsatz.
  • Aus traditionell erzeugtem Cachaça setzen die meisten Bars industriell hergestellte Zuckerrohrschnäpse ein.
  • Europäische Barkeeper/-innen servieren Caipirinha auf Crushed Ice an.

Im Übrigen aber ist die Herstellung des Cocktails gleich:

  1. Die zerkleinerten Limetten werden mitsamt ihrer Schale und dem Zucker ins Glas gefüllt.
  2. Beim Muddeln sollten nur das Fruchtfleisch und die weißen Innenhäute der Limettenstücke gedrückt werden, da die äußere Schicht neben eventuell eingesetzten Pestiziden auch fruchteigene Bitterstoffe enthält.
  3. Auf die entstandene Mischung etwas Eis geben und dieses mit dem Cachaça übergießen.
  4. Kurz umrühren und das Glas anschließend bis zum Rand mit weiterem Eis auffüllen.
  5. Sofort servieren und möglichst zügig austrinken, da Crushed Ice eine verhältnismäßig große Oberfläche hat und den Cocktail schnell verwässert.

Hier unser Rezept zum Nachshaken: Caipirinha

Varianten

Prinzipiell entsteht nur auf diese Weise eine Caipirinha. Alle Spielarten des Getränks lassen schon durch ihre geänderten Namen Abweichungen erkennen. In den meisten Fällen wird der Cachaça durch ein anderes alkoholisches Getränk ersetzt:

Als alkoholfreie Varianten existieren

Darüber hinaus gibt es Versionen, die den Fruchtanteil variieren. Für eine "Caipifruta" kommen neben Limetten weitere Obststücke ins Glas und eine "Heiße Caipi" entsteht, wenn die Zitrusfrüchte vor der Zubereitung ausgekocht werden.

Dekoration

  • Beim Caipirinha ist keine Dekoration nötig, da die Limetten schon im Glas sind!
  • Wer möchte kann natürlich einen passenden Trinkhalm ins Glas geben.

Fazit

Die Caipirinha ist komplexer, als ihre übersichtliche Zutaten-Liste und die einfache Zubereitung vermuten lässt. Historie und zahlreichen Abwandlungen haben den Cocktail zu einem Multi-Kulti-Getränk gemacht, den kein Land der Welt für sich allein beanspruchen kann.


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