Regrowing - Kräuter durch Stecklinge vermehren

Frische Kräuter direkt von der Fensterbank, eine wahre Freude für jeden Koch und dessen Gäste. Und das Schöne daran ist, dass man sie ganz einfach selbst vermehren kann. Einfach mal für die beste Freundin oder die Nachbarin ein paar eigene Pflanzen vermehren, die Freude ist mit Sicherheit groß. Und wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Regrowing - Kräuter durch Stecklinge vermehren Foto 13-Smile / depositphotos.com

Viele mehrjährige Kräuter lassen sich unkompliziert über Stecklinge vermehren.

Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Lieblingskräuter sogar auf der Fensterbank nachwachsen lassen können und welche Arten sich dafür besonders gut eignen.

Welche Kräuter eignen sich als Stecklinge?

Für die Stecklingsvermehrung eignen sich vor allem mehrjährige Kräuter mit krautigem, verholzendem Wuchs wie

  • Currykraut
  • Estragon
  • Lavendel
  • Liebstöckel oder Maggikraut
  • Melisse oder Zitronenmelisse
  • Oregano
  • Pfefferminze
  • Pimpinelle oder Kleiner Wiesenknopf
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Thymian
  • Wermut
  • Ysop

Aber auch bei Kapuzinerkresse, (mehrjährigem) Bohnenkraut und Basilikum funktioniert diese Art der Vermehrung erfahrungsgemäß sehr gut.

Was muss beachtet werden?

Damit die Bewurzelung wie gewünscht funktioniert, müssen einige Regeln beachtet werden:

  1. Stecklinge möglichst im Frühsommer (Juni) schneiden.
  2. Vorzugsweise vollständige und gesunde Kopfstecklinge verwenden.
  3. Stecklinge dürfen keine Blüten oder Blütenknospen besitzen.
  4. Zudem müssen die Triebe jung und noch nicht verholzt sein.
  5. Zum Schneiden scharfes und frisch desinfiziertes Werkzeug verwenden.
  6. Am besten eignen sich Messer, da diese glatte Schnittflächen hinterlassen.
  7. Die Schnittfläche am Steckling leicht schräg halten, so kann Wasser besser aufgenommen werden.
  8. Stecklinge sollten nicht größer als zehn Zentimeter sein.
  9. Blätter im unteren Bereich des Triebs sind zu entfernen.
  10. Kräuterstecklinge mit großen Blättern (z. B. Minze, Salbei oder Basilikum) sollten maximal zwei bis drei Blätter haben, die zwecks Verringerung des Wasserverlusts hälftig abgeschnitten werden.

Bedenken Sie, dass Steckling noch keine Wurzeln haben und deshalb nur wenig Wasser aufnehmen können, deshalb muss der Wasserverlust durch Blattverdunstung möglichst gering gehalten werden.

Bei Kräuter mit feinen oder harten Blättern wie Thymian, Estragon oder Rosmarin besteht diesbezüglich wenig Gefahr.

Wie lässt man es nachwachsen?

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Die Stecklingsanzucht funktioniert denkbar einfach: Die frisch geschnittenen Kopfstecklinge werden lediglich einzeln in kleine Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde gesteckt. Als Substrat eignen sich vor allem

  • Kräuter- und Anzuchterde
  • Kokoserde
  • oder Quelltabs.

Aus Gründen der Nachhaltigkeit ist darauf zu achten, torffreie Substrate zu verwenden.

Es ist nicht unbedingt notwendig, die Stecklinge zum Bewurzeln in ein Glas Wasser zu stellen.

Verzichten Sie hingegen darauf, die Pflänzchen direkt ins Gartenbeet zu setzen: Dort werden sie ein schnelles Opfer hungriger Schnecken.

Die richtige Pflege

  • Achten Sie darauf, dass das Substrat stets leicht feucht gehalten wird und die Stecklinge an einem warmen Ort stehen.
  • Zudem sollte die Luftfeuchtigkeit möglichst hoch sein, da dies die Wurzelbildung fördert und ein Austrocknen der noch empfindlichen Pflänzchen verhindert.
  • Hierzu können Sie abgeschnittene PET-Flaschen oder eine durchsichtige Plastiktüte über das Anzuchttöpfchen stülpen.
  • In diesem Fall sollten Sie das selbst gebastelte Mini-Gewächshaus täglich lüften, da es sonst zu Schimmelbefall kommt.

Der passende Standort

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Stecklinge vertragen keine direkte Sonne, vor allem keine heiße Mittagssonne.

Stellen Sie sie daher an einen hellen Platz ohne direktes Sonnenlicht bzw. schattieren Sie die Pflänzchen bei Bedarf.

Nach erfolgter Bewurzelung sollte eine allmähliche Gewöhnung an den späteren Standort erfolgen.

Das Ernteergebnis

Sind die Kräuterstecklinge erst einmal bewurzelt, können Sie sie an einen geeigneten Standort pflanzen und wie jedes andere Kraut auch pflegen und zum gegebenen Zeitpunkt beernten.

Dazu müssen die Pflänzchen jedoch noch kräftig wachsen, was bei manchen Exemplaren erst im Folgejahr nach einer Überwinterung der Fall sein kann.

Fazit

Gemüsereste und Stecklinge bereits vorhandener Pflanzen zur Produktion neuer Nutzpflanzen zu verwenden, ist ein Akt der Nachhaltigkeit, da für die Produktion von frischem Gemüse und Kräutern weniger Ressourcen verbraucht werden wie etwa für die Herstellung von Saatgut.


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