Der Bratapfel - Brauchtum aus dem Ofen

Einen wahren Hauch von Weihnachten könnte man den Duft von frischen Bratäpfel nennen, herrlich dampfend heiß, gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten. Für viele von uns ist der Bratapfel auch eine liebe Erinnerung an früher, als man noch selber ein Kind war und Oma oder Mama die süßen Äpfel vielleicht noch aus dem Holzofen geholt haben.

Der Bratapfel - Brauchtum aus dem Ofen Foto MKucova / depositphotos.com

Was macht eigentlich den Weihnachtszauber aus? Die Vorfreude, die Besinnlichkeit und natürlich der herrliche Duft, der nach und nach aus der Küche strömt. Als typisches Winterobst ist der Apfel hervorragend als weihnachtliches Dessert geeignet.

Woher kommt der Bratapfel?

Geschmückte Christbäume gab es früher nur in kaiserlichen und königlichen Wohnzimmern.

Erst viel später eroberte der Baum auch die Stuben der armen Leute. Für Glaskugeln fehlte aber das Geld.

Als Dekoration wurden damals

  • Äpfel
  • Papierblumen
  • Nüsse und
  • Gebäck verwendet.

Besonders beliebt war die Apfelsorte Sternrenette, ein saurer, kleiner und knallroter Apfel, der erst im Spätherbst geerntet wurde und deshalb im Volksmund liebevoll Weihnachtsapfel genannt wurde.

Heute ist der Christbaumschmuck in allen erdenklichen Farben und Formen für wenig Geld erhältlich, Äpfel sind auf dem Christbaum nur mehr selten zu finden.

Aber so wie schon damals der gebratene Apfel an Frankreichs Höfen sehr beliebt war, so beliebt ist der Bratapfel auch heute noch.

Der Bratapfel - Brauchtum aus dem Ofen Foto CarmenSteiner / depositphotos.com

  1. Der Grund dafür ist, dass im Apfel eine alte heidnische Symbolkraft steckt.
  2. Die Erklärung liegt in der Bedeutung des Weihnachtsfestes.
  3. Weihnachten bedeutet nicht nur die Geburt Jesus, sondern ist auch der Beginn des neuen Sonnenjahres und das Fest der Fruchtbarkeit.
  4. Der Apfel gilt schon seit jeher als Fruchtbarkeitssymbol und der grüne Baum als Sinnbild des Lebens.
  5. Deshalb wurden gebratene Äpfel rund um Weihnachten zum beliebten Dessert und das Brauchtum wird auch heute noch gepflegt.

Die beste Apfelsorte für gebratene Äpfel

Die Äpfel sollen weich, aber nicht matschig werden. Gleichzeitig sollten säuerliche Äpfel verwendet werden, weil die Säure einen wunderbaren Kontrast zu der meist süßlichen Füllung bildet.

Eine der besten und vor allem beliebtesten Apfelsorte für den gebratenen Apfel ist zweifelsfrei die Sorte Boskoop. Es können jedoch auch andere Äpfel verwendet werden, infrage kommen:

  • Jonagold
  • Gloster
  • Gravensteiner
  • Cox Orange
  • Berlepsch

Diese Sorten werden beim Braten, im Gegensatz zur beliebten Apfelsorte Pink Lady, zart und weich, ohne jedoch zu zerfallen.

Wie höhlt man den Apfel am besten aus?

  1. Die Äpfel dürfen nicht geschält, sondern nur gut abgewaschen oder mit Küchenrolle abgerieben werden.
  2. Dann wird das Kerngehäuse vorsichtig herausgestochen.
  3. Der Boden der Äpfel darf nicht verletzt werden.
  4. Mit einem speziellen Apfelstecher lässt sich das Kerngehäuse kinderleicht ausstechen.

Woran erkennt man, dass er fertig ist?

Der Bratapfel - Brauchtum aus dem Ofen Foto soloshenko_1991 / depositphotos.com

  • Nach rund 20 Minuten ist es so weit.
  • Wenn die Äpfel an einer Stelle platzen, müssen sie aus dem Backofen heraus.
  • Dann nur mehr anrichten, mit Zimt und Zucker bestreuen und noch dampfend heiß servieren.

Tipps & Haltbarkeit

Sollte die weihnachtliche Spezialität auf Vorrat zubereitet werden, können die gebratenen Äpfel eine Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Die Äpfel müssen nicht immer dem Brauchtum entsprechend mit Rosinen, Mandelstiften und Johannisbeermarmelade gefüllt sein. Wer möchte, füllt die Äpfel pikant mit Wurst, Käse und Zwiebel.

TOP 10 Bratapfel Rezepte


Bewertung: Ø 5,0 (12 Stimmen)

User Kommentare

Maarja

Wir haben zum Glück eigene Boskop-Äpfel, die eignen sich hervorragend für Bratäpfel. Das Foto mit dem abgeschnittenen Apfeldeckel schaut gut aus

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Maarja

Pikante Bratäpfel habe ich allerdings noch nicht probiert, aber einen Versuch ist das sicher wert. Man brät ja auch Äpfel z.B. zu Leber

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Kanguruh1

Wir hab3n heuer eine wunderbare Apfelernte gehabt, unter anderem den Homburger Palatschinkenapfel, der eignet sich super für Bratäpfel!

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Pesu07

Interessanter Artikel :-). Ich habe gerade bei den TOP 10 herzhaften Bratapfel Rezepten geschmöckert. Da sind wirklich einige sehr gute und interessante Rezepte dabei.

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Katerchen

Für solche Apfelgerichte verwende ich immer die Sorte Boskop. Als Füllung kommen Marzipan, Rosinen und Nüsse zum Einsatz. Und natürlich Zimt. Die Frage nach der Haltbarkeit stellt sich bei uns nicht. ;-)

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