Mohnsorten

Der gesunde Mohn ist ein fixer Bestandteil der österreichischen Mehlspeisenküche. Welche Sorten zum Kochen und Backen geeignet sind und welche Unterschiede es gibt - hier ein Überblick:

MohnsortenMohn ist das Superfood aus Österreich. (Foto by: La_vanda / Depositphotos.com)

Der Mohn (Papaver) ist eine attraktive Pflanze, die auf den Feldern mehrere Wochen lang üppig blüht. Es gibt weltweit über 100 Sorten. Bei uns in Österreich werden

  • Graumohn
  • Weißmohn
  • Blaumohn

für den Verzehr angebaut.

Ob Groß oder Klein, alle lieben die vielen Süßspeisen, denen die blauschwarzen Körner Geschmack verleihen. Genuss ohne Reue, denn die verschiedenen Mohnsorten enthalten neben wertvollen ungesättigten Fettsäuren auch wichtige Vitamine-B, Kalzium und Mineralstoffe.

Mohn ist das Superfood aus Österreich!

Ursprünglich enthielten auch die in Österreich wachsenden Mohnsorten ein Opium-Alkaloid. Die Substanz, die nicht nur als Schlaf- und Schmerzmittel, sondern auch als Rauschgift wirksam war, wurde längst aus der Kulturpflanze herausgezüchtet.

Heute ist unser Mohn bedenkenlos genießbar und natürlich uneingeschränkt kindertauglich. Gut so, denn die Kleinen lieben die vielen mit Mohn hergestellten Mehlspeisen, von der Mohntorte, über den Mohnstrudel bis hin zu den Mohnnudeln.

weitere Rezepte mit Mohn: Mohn Rezepte

Das Aussehen der verschiedenen Mohnsorten

  1. Weltweit wird der Blaumohn am häufigsten kultiviert. Seinen Namen verdankt er dem bläulichen Samen. Die Mohnkapsel ist fest verschlossen und muss aufgebrochen werden, um den Samen ernten zu können.
  2. Graumohn, mit dem typischen hellgrauen Samen, wird als Waldviertler Mohn bezeichnet. Er wird nur regional im Waldviertel und in einigen Teilen des Mühlviertels angebaut.
  3. Der Weißmohn ist eine Rarität unter den verschiedenen Mohnarten, weil er nur selten angebaut wird. Seinen Namen verdankt er der weißen, manchmal auch hellgelben oder beigen Farbe der Samen.

Blaumohn

 Aussehen  bläuliche, kleine Samenkörner, blinde Sorte, geschlossene Kapsel     
 Besonderes  wird weltweit am häufigsten kutiviert
 Geschmack  durch mehr Gerbgstoffe schmeckt der Blaumohn herb und intensiv
 geeignet für   pikante Gerichte zB Mohnfessler, Brot

Graumohn

 Aussehen  etwas größere, Nierenförmige Samenkörner in hellem Grau, sehende Sorte
 Besonderes  ist die Hauptsorte im Wald- und Mühlviertel
 Geschmack  zarter, feiner, edler und milder Mohngeschmack
 geeignet für   Mohnnudeln, Knödel, Torten, Strudel, Tatschkerl, Zelten

Weißmohn

 Aussehen  weiß-beige Körner
 Besonderes  ist ein guter Nussersatz für Allergiker, eine blinde Sorte, wenig etragreich
 Geschmack  feines Walnussaroma, leicht süßlich
 geeignet für   Kuchen Torten, Desserts

Mohn in der Küche

Mohnknödel mit ZwetschkenfülleMohn setzt bei vielen Gerichten spannende Akzente. (Foto by: NoirChocolate / Depositphotos.com)

  1. Mohn ist ein Teamplayer, der in unterschiedlichsten Speisen für Aroma sorgt. Dabei kommt der Samen der alten Kultur- und Heilpflanze entweder ganz oder gemahlen zur Anwendung. Die ganzen Samenkörner werden meistens über das Gebäck gestreut, wie etwa bei den Mohnsemmeln oder den Mohnweckerln.
  2. Gemahlen kommt der Allrounder bei Torten, Kuchen oder Strudeln in Form von Füllungen oder Cremes zur Verwendung. Mohn macht aber auch in der pikanten Küche eine gute Figur, beispielsweise als Mohnpanier für Fischfilets oder in einem Gröstl mit Nudeln und Speck.
  3. Die indische Küche verwendet viel Mohn, aber hauptsächlich den Weißmohn. Es lohnt sich, es selbst zu probieren. Gemahlener weißer Mohn kann wie Mehl verarbeitet werden, zum Beispiel als Einbrenn für Saucen oder Gemüse.
  4. Mohn schmeckt, ist gesund und eignet sich dafür, in der Küche hin und wieder kleine Experimente durchzuführen. Ein kleiner Geheimtipp ist, dass Mohn wunderbar mit Frischkäse harmoniert. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Mohn-Cheesecake

Mohnöl – ein Naturjuwel

  • Die Samen des Mohns sind fettreich. Durch die Kaltpressung wird wertvolles und gesundes Mohnöl gewonnen.
  • Mohnöl sollte nicht stark erhitzt werden und deshalb eignet sich das nach Nuss schmeckende Öl gut für Kaltspeisen und Salate.
  • Je nach Sorte ist der Geschmack des Mohnöls fein mild, intensiv oder stark nussig.

Beachtenswertes

  1. Mohn zählt zu den calziumreichsten Lebensmitteln und ist eine Energiequelle für Körper, Geist und Seele.
  2. Schon Hildegard von Bingen schätzte den Mohnsamen. Bei Nervosität und Schlafproblemen, aber auch bei Juckreiz empfahl sie Mohn zu essen.
  3. Im Juli sieht man die schnell verblühenden Mohnblüten in Rot, Weiß, Rosa und Violett auf den Felder. Ende August bzw. Anfang September, sobald die Kapseln trocken sind, werden sie geerntet.
  4. Gemahlener Mohn ist durch den hohen Ölanteil rasch zu verbrauchen, da er sonst ranzig wird.

Tipps und Fazit

  • Mohn kann gemahlen oder ganz gekauft werden.
  • Mohnsamen in einem gut verschlossenen Gefäß kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
  • Sein nussiges Aroma entfalten die Mohnsamen am besten, wenn sie vor dem Kochen oder Backen in wenig Fett angeröstet werden.
  • Mohn ist das Superfood aus Österreich.

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