Kartoffelsorten

Die Kartoffel - bei uns als Erdapfel geläufig - gehört zum Lieblingsgemüse der Österreicher. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 45 kg jährlich. Als Allrounder ist sie Grundlage zahlreicher Gerichte und aus unserer Küche nicht wegzudenken.

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Wissenswertes rund um den Erdapfel

Der Geschmack der Kartoffel ist manchmal neutral, immer aber charakteristisch. Das macht die Erdäpfel zu den idealen Begleitern für zahlreiche Gerichte.

Die riesige Sortenvielfalt wird geschmacklich nach der Kartoffelernte unterschieden, von den sehr frühen bis zu den späten Sorten. Unterschieden wird zudem farblich in

gelbschalige, rosa- und rotschalige sowie blauschalige Kartoffelsorten und nach der jeweiligen Kochresistenz:

  • festkochende Kartoffeln
  • vorwiegend festkochende und mehligkochende Kartoffeln
  • speckige Kartoffeln

Tipp: Je höher der Stärkegehalt, desto mehliger und trockener ist der Geschmack.

Aber Achtung!
Aus den Kartoffeln ist das giftige Solanin aus Knollen und Blättern weitgehend weggezüchtet worden. Allerdings bilden sich erhebliche Solaninmengen bei Lichteinwirkung in den dann grünen Knollen, besonders in den Keimen, den sogenannten Augen.


Wieviele Sorten gibt es und welche Hauptsorten kommen in Österreich vor?

Weltweit sind über viertausend Sorten der beliebten Knolle bekannt. Man unterscheidet speckige, mehlige und vorwiegend festkochende Erdäpfel.
Außerdem gibt es noch die Speisefrühkartoffeln der neuen Ernte, auch heurige Kartoffeln genannt. Sie eignen sich nicht zur längeren Lagerung, sondern sind zum möglichst baldigen Verzehr bestimmt. Hierzulande sind die wichtigsten Sorten:

  • Ditta
  • Tosca
  • Agria
  • Hermes
  • Eurostarch
  • Christa
  • Bintje
  • Sieglinde
  • Sigma
  • Annabelle

Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass zunehmend mehr Kunden Wert auf Faktoren wie Regionalität, biologischen Anbau oder den Erhalt alter Sorten legen.

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Welche Sorten verwendet man wofür?

  1. Speckige Sorten bleiben auch nach dem Garprozess bissfest. Sie haben eine harte Konsistenz und zerfallen nicht, daher finden sie vorzugsweise Verwendung in Gratins, Salaten oder als Beilage. Speckig sind zum Beispiel die Sorten Agata, Annabelle, Evita, Julia, Sieglinde oder die Linzer Delikatesse.
  2. festkochende Sorten haben eine mehlige und feine Konsistenz sowie eine mittlere Bissfestigkeit. Ihre Schale springt beim Kochen nur minimal auf. Sie eignen sich optimal als Beilage, Ofenkartoffel, als Suppeneinlage, Auflauf oder für Kartoffelpuffer. Typische Sorten sind Accent, Bintje, Linzer Gelbe oder Linzer Rose.
  3. Mehlige Grundbirnen sind weich, von trockener Konsistenz und weisen einen hohen Stärkegehalt auf. Während des Garprozesses zerkocht ihre Oberfläche regelrecht, weshalb sie sich vor Allem zur Zubereitung von Püree, Kroketten, Eintopf, Nockerln oder Gstampftem eignen. Sie heißen Asterix, Donald, Hermes oder Van Gogh, um nur ein paar Wenige zu nennen.

Ob Pell-, Salz- oder Bratkartoffel, ob als Krokette, Galette oder Tortilla, ob püriert, zerstampft oder grob zerkleinert – Kartoffeln passen sich beinahe jedem Rezept oder Menü an.

Beachtenswertes

Zahlreiche Erdapfelsorten werden in verschiedenen Regionen Österreichs angebaut. Hier die Bekanntesten unter ihnen:

  1. Marchfeld
  2. Sauwald
  3. Mühltal
  4. Waldviertel
  5. Mühlviertel

Aber auch in anderen Teilen des Landes widmet man sich mit Hingabe dem Anbau von Kartoffeln. Ihr Siegeszug in Europa begann um 1570, als spanische Eroberer sie in Südamerika entdeckten und bei ihrer Heimkehr mitbrachten. Von Spanien aus verbreitete sie sich dann schnell über den gesamten Kontinent und ist heute als Grundnahrungsmittel fester Bestandteil unseres Speiseplans.

Die Grundbirne in der Küche und ihre Verwendung

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  • Vor allen Dingen Vitamin C ist in der Kartoffel enthalten. Neben einem hohen Stärkegehalt macht sie das zu einem gesunden und zugleich sättigenden Lebensmittel.
  • In der Schale kommen Proteine, Fette und Mineralstoffe vor, weshalb Sie öfter mal zu Frühkartoffeln greifen sollten, bei denen man selbige mit verzehren kann.
  • Daneben bestehen Erdäpfel zu rund 75 Prozent aus Wasser. Da sie kaum Fett, aber umso mehr Stärke enthalten, machen sie satt, aber nicht dick.
  • Der hohe Stärkegehalt ist sogar bei der Hausarbeit von Vorteil: Edelstahl, Leder und Glas lassen sich mit der Schnittfläche einer Kartoffel auf Hochglanz polieren.

Rezept- und Kochtipps

Kartoffel Rezepte Kartoffel im Überblick.

Wie man Kartoffel richtig zubereitet erfährst du hier: Kartoffeln kochen oder Die Kartoffel - der Apfel aus dem Boden

Weitere köstliche Kartoffelrezepte zum einfachen Nachkochen:

Einkauf und Lagerung

Beim Einkauf finden sich die wichtigsten Informationen auf dem Etikett der Kartoffelpackungen:

  • Verkehrsbezeichnung wie z. B. Speisefrühkartoffel
  • die Handelsklasse
  • die Sortenbezeichnung
  • der Kochtyp
  • Hersteller, Verpacker oder Verkäufer sowie
  • Losnummer und Nennfüllmenge

Frische Kartoffeln werden am besten innerhalb ihrer Saisonzeiten gekauft. Dabei haben Frühkartoffeln eine geringere Haltbarkeit und sollten nur in kleinen Mengen eingekauft werden. Grüne Kartoffeln, keimende oder solche mit grünen Stellen kommen ebenso wenig in den Einkaufskorb wie unappetitlich faulig und leicht süßlich riechende Exemplare.

Kartoffeln werden trocken, kühl, dunkel und luftig gelagert. Folienbeutel sind ebenso ungeeignet wie die Einlagerung bei Kühlschranktemperaturen. Vielmehr sind Lagertemperaturen zwischen vier und zwölf Grad ideal.

Wer eine optimale Lagerung nicht gewährleisten kann, sollte nur kleine Mengen zum baldigen Verzehr kaufen. Größere Mengen liegen am besten im luftigen Keller auf Lattenrosten oder in Lattenkisten.

Wirkstoffe und Nährwerte

Unter der Kartoffelschale stecken wertvolle pflanzliche Eiweiße, viele gesunde Vitamine und wichtige Mineralstoffe.
Pro 100 Gramm Pellkartoffeln sind enthalten:

  • 70 kcal/292 kJ
  • 77,8 g Wasser
  • 2 g Eiweiße
  • 0,1 g Fette
  • 14,8 g verwertbare Kohlenhydrate
  • 1,7 g Ballaststoffe
  • 3 mg Natrium
  • 443 mg Kalium
  • 10 mg Kalzium
  • 50 mg Phosphor
  • 0,8 mg Eisen
  • an Vitaminen 2 μg A, 0,1 mg B1, 0,05 B2, 1 mg B2, 0,2 mg B6, 14 mg C

Tipp

Zum Schluss ein absoluter Geheimtipp: die mehlige, alte Sorte "Eachtling". Sie wird in den letzten Jahren wieder vermehrt in Lungau angebaut und passt als Beilage hervorragend zum Lungauer Schöpsener oder Schöpsenbraten.

 


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