Das richtige Brotgewürz

Erst das richtige Brotbackgewürz verleiht dem selbstgemachten Brot seinen typischen Geschmack - wir zeigen Ihnen wie man ein Brotgewürz macht.

Allgemeines zu Brotgewürzen

Ein klassisches Brotgewürz besteht aus Anis, Fenchel, Koriander und Kümmel.Ein klassisches Brotgewürz besteht aus Anis, Fenchel, Koriander und Kümmel. (Foto by: FK-Lichtbilder / fotolia.com)

Viele Hobbybäcker sind von dem Geschmack ihres selbst gebackenen Brotes enttäuscht, da es nicht an den eines gekauften Produktes heranreicht. Doch häufig liegt der Grund auch in der fehlenden oder falschen Würze.

Anstatt große Mengen an Salz zu verwenden, kann eine selbst hergestellte Brotgewürz-Mischung verwendet werden. Diese sorgen oft für ein kräftiges und volles Aroma, als stamme das Brot aus einer Bäckerei.

Auf (billige) Fertigmischungen sollte verzichtet werden, da diese zumeist reich an Geschmacksverstärkern, Salz und auch Füllstoffen sind.

Was ist Brotgewürz?

Bei Brotgewürz handelt es sich um eine Mischung aus unterschiedlichen Gewürzen. Diese verleiht dem Brot einen intensiven Geschmack und wirkt sich zudem auch positiv auf die Gesundheit aus.

So werden zum Beispiel die Verdauung und der Appetit angeregt und entsteht eine beruhigende Wirkung. Dadurch lässt sich auch erkennen, warum Brot so gesund und gut bekömmlich ist.

Da es viele unterschiedliche Gewürzmischungen gibt, kann immer Mal wieder für eine Abwechslung im Brotkorb gesorgt werden.

Grundgewürze für eine Brotgwürzmischung

In Österreich gibt es vier Gewürze, die als Klassiker beim Brotwürzen gelten:

Anis

Ob süß oder herzhaft – Anis passt in fast jedes Brot.Ob süß oder herzhaft – Anis passt in fast jedes Brot. (Foto by: golubovy / depositphotos.com)

Anis gehört der Familie der sogenannten Doldenblüter an und eignet sich als Gewürz- und Heilpflanze. Zumeist wird das Gewürz für die Herstellung von Spirituosen, wie zum Beispiel Sambuca, Absinth oder Ouzo verwendet. Aber auch beim Brotbacken spielt es durch seine verdauungsfördernde Wirkung eine wichtige Rolle.

Kümmel

Wie Anis gehört auch Kümmel der Familie der Doldenblüter an. Hierbei handelt es sich um eines der ältesten Gewürze der Welt. So wurde es bereits in einem Kochbuch des 3. Jahrhunderts als Zutat bei der Zubereitung von Lebensmitteln erwähnt. Kümmel ist reich an ätherischen Ölen und verleiht dem Brot einen aromatischen Geschmack.

Fenchel

Fenchel gehört derselben Familie wie Anis und Kümmel an. Die gesamte Pflanze kann in der Küche verarbeit werden, die Frucht, die Wurzeln, die Blätter und auch die Samen. Letztere werden für das Würzen von Brot verwendet.

Koriander

Das vierte Gewürz der Mischung ist Koriander. Auch dieser wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus und stammt ebenfalls aus der Familie der Doldenblüter. Die gemahlenen Samen werden zum Würzen von Brotteig genutzt.

Brotgewürz selber machen

Egal ob Pfeffer, Muskat, Curcuma oder Oregano – beim Brotgewürz kann man experimentieren.Egal ob Pfeffer, Muskat, Curcuma oder Oregano – beim Brotgewürz kann man experimentieren. (Foto by: igordutina / depositphotos.com)

Um Brotgewürz selber herzustellen, wird zunächst die Grundmischung benötigt - diese besteht aus jeweils:

  • 2 Esslöffeln Kümmel
  • 2 Esslöffel Anis
  • 2 Esslöffel Fenchel
  • 2 Esslöffel Koriander

Zusätzlich kommen oft auch noch weitere Zutaten hinzu:

  • 1 Teelöffel Muskat (gerieben)
  • 1 Teelöffel Pfeffer (gemahlen)
  • 1 Teelöffel Piment
  • 1 Teelöffel Kreuzkümmel

Alternativ können auch fertig gemahlene Gewürze gekauft werden, die im Anschluss gemischt werden. Wenn allerdings ganze Körner erworben und selber frisch gemahlen werden, entsteht ein kräftigeres Aroma. Hierfür werden die einzelnen Gewürze zunächst miteinander vermischt und mit einer Gewürzmühle, Kaffeemühle (oder im Mörser) gemahlen.

Tipp: Die selbstgemachte, gemahlene Brotgewürzmischung kann man auch mehrere Monate in einen luftdichtverschlossenen Behälter oder Schraubglas lagern – dort verlieren sie nur wenig an Geschmack und ätherische Öle.

Wichtig: Je nachdem, ob es ein kräftiges oder mildes Brot werden soll, werden 1-2 Esslöffel des Brotgewürzes pro 500 Gramm Mehl gemischt.

Weitere optionale Zutaten für noch mehr Aroma

Wenn gewünscht kann die Mischung aus den vier Grundzutaten um einige weitere Gewürze ergänzt werden. So lässt sich der Geschmack immer Mal wieder variieren und das Brot individuell würzen. Zum Beispiel eignen sich folgende Gewürze, um neue Variationen zu erzeugen:

  • Kardamom
  • Bockshornklee
  • Schabziger Klee
  • Pfeffer
  • Chili
  • Sternanis
  • Zimt
  • Gewürznelken
  • einige Wildkräuter (wie zum Beispiel Löwenzahn, Brennnesselsamen oder Gundermann)

Natürlich sollten nicht alle Gewürze gleichzeitig hinzugegeben werden. Besser ist es, vorsichtig auszutesten, welche Geschmäcker und in welcher Menge miteinander harmonieren und schmecken.

Beispiele für Gewürzmischungen:

Pro 500 Gramm Mehl werden 1-2 Esslöffel der jeweiligen Gewürzmischung verwendet.

Brotgewürz für Ciabatta Brot

  • 2 TL Zwiebeln (getrocknet)
  • 1 TL Knoblauchgranulat
  • 2 TL Basilikum (getrocknet)
  • 2 TL Thymian (getrocknet)
  • 2 TL Oregano (getrocknet)

Brotgewürz für Zwiebel-Gewürzbrot

  • 4 TL Zwiebeln (geröstet)
  • 2 TL Piment
  • 2 TL Koriander
  • 1 TL Kümmel

Brotgewürz für Roggenbrot

  • 2 EL Kümmel
  • 2 EL Anis
  • 2 EL Fenchel
  • 2 EL Koriander

Allgemeines Fazit zu Brotgewürzen

Brotgewürz kann sehr nützlich sein, um ein leckeres Kräuterbrot zu backen. Wie oben erwähnt eignen sich unterschiedliche Gewürze und Wildkräuter, die auch miteinander kombiniert werden können. Hierbei sollte allerdings das Brotrezept beachtet werden, um das gewünschte Ergebnis erreichen zu können.

Wenn hingegen der pure Brotgeschmack gewünscht, kann das Brotgewürz auch komplett weggelassen oder nur ein wenig gesalzen werden.


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