Orientalische Küche - Naher Osten - Exotische Genüsse mit Safran

Die orientalische Küche zeichnet sich durch die große Vielfalt an verwendeten Gewürzen aus. Eine Besonderheit ist der delikate und teure Safran. Im Nahen Osten ist diese Art des Kochens allerdings auch von den Glaubensgrundsätzen des muslimischen Glaubens geprägt.

Feigen und DattelnDie orientalische Küche bietet viel Gemüse, Datteln, Feigen und Pistatzien. (Foto by: © tashka2000 / fotolia.com)

Die orientalische Küche des Nahen Ostens erscheint uns schon alleine aufgrund ihrer Zutaten exotisch. Couscous hat es zwar inzwischen auch in unsere Breiten geschafft, aber das Kochen mit Datteln, Feigen oder Maniok ist hierzulande längst nicht üblich.

Gerade deshalb lohnt es sich, in die orientalische Küche einmal hineinzuschnuppern – hier verbirgt sich der eine oder andere kaum vermutete Gaumenschmaus.

Geschichte und Einfluss der Küche

Die orientalische Küche entwickelte sich historisch gesehen aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Länder des Nahen Ostens, unter anderem:

  • Türkei
  • Iran
  • Irak
  • Ägypten
  • Afghanistan
  • Syrien
  • Libanon
  • Jordanien
  • Jemen

Schon seit langer Zeit gehören Weizen, Hirse, Datteln und Gemüse zu den Grundnahrungsmitteln im Orient. Noch heute werden zahlreiche der traditionellen, ursprünglichen Gerichte aus dem Nahen Osten verzehrt. Teilweise werden sie jedoch heute bereits von moderneren Varianten verdrängt.

Traditionen

Da der Islam als Glaube im Nahen Osten sehr weit verbreitet ist, ist die orientalische Küche stark von den Speisevorschriften des Korans geprägt. So ist beispielsweise Fleisch von Tieren verboten, die keine Wiederkäuer (z.B. Schwein) sind und keine gepaarten Hufe haben. Schweinefleisch ist daher für Muslime tabu.

Traditionell wird das Tier im Nahen Osten geschächtet, d. h. mit einem scharfen Messer durch einen glatten Schnitt durch die Kehle getötet, sodass es vollständig ausblutet. Dies ist erforderlich, da auch der Verzehr von Blut nicht zugelassen ist. Das Schächten ist in Österreich im Gegensatz zu zahlreichen anderen europäischen Ländern erlaubt. Allerdings müssen dabei strenge Auflagen eingehalten werden.

Hauptzutaten in der Küche

Lammfleisch mit GemüseLammfleisch wird gerne gegessen - Schweinefleisch wird nicht verzehrt. (Foto by: © alexeyborodin / fotolia.com)

In den Rezepten der orientalischen Küche tauchen bevorzugt die Lebensmittel auf, die im Nahen Osten angebaut werden können - dazu zählen beispielsweise:

  • Datteln
  • Feigen
  • Mandeln
  • Pistazien
  • Hülsenfrüchte
  • Bohnen
  • Kichererbsen
  • Linsen
  • uvw.

Aber auch Paprika (Chili), Tomate, Mais, Kartoffel, Sonnenblume, uvw. sind aus der orientalischen Küche nicht mehr wegzudenken.

Fleisch steht vor allem in Form von Lamm, Hammel und Geflügel auf dem Speiseplan. Besonders in den küstennahen Regionen kredenzt man gerne auch frische Fischgerichte und Meeresfrüchte. Aber auch Kamelfleisch ist vor allem in der Golfregion sehr beliebt und gilt auch als Luxusfleisch.

Beinahe zu jedem Gericht wird das berühmte Fladenbrot „Pide“ gereicht“. Weitere typische Sättigungsbeilagen sind Bulgur bzw. Couscous und Reis.

Im Nahen Osten kocht man sehr würzig - typische Gewürze sind:

  • Zimt
  • Cayennepfeffer
  • Gewürznelken
  • Koriander
  • Kurkuma
  • Minze
  • Anis
  • Koriander
  • Kardamom
  • Kreuzkümmel
  • Safran
  • uvw.

Bekannteste Speisen

  • Pide/Pita/Khubz: Brot
  • Foul: Brei aus Bohnen
  • Babaganoush: Creme aus Auberginen
  • Falafel: aus Bohnen- oder Kichererbsenteig
  • Tahina: Sesamsauce
  • Hummus: Creme aus Sesammus und Kichererbsen
  • Harissa: scharfe Chili-Paprikapaste
  • B’stilla: Pastete aus Warkha-Teigblättern
  • Fesenjoon: iranischer Eintopf aus Hühnerfleisch und Granatapfelsirup
  • Ghoulal: eine würzige (Land-)Schneckensuppe
  • Hindbeh: in Olivenöl gebratener Löwenzahnsalat aus dem Libanon
  • Kashk-e Bademjan: iranische Vorspeise aus Auberginen und einer Dipsauce aus Molke (=Kashk)
  • Kushari: gilt als Ägyptisches Nationalgericht mit Pasta, Reis und Hülsenfrüchten
  • Madi: aus dem Jemen stammendes Fleisch in Kombination mit Reis und Gewürzen aus einem traditionellen Tandoor (=Lehmofen).
  • Maqluba: ein palästinensisches Fleischgericht (meist Huhn oder Lamm) mit Gemüse und einer Tomatenschicht.
  • Sabich: israelisches Gericht aus frittierten Melanzani, Eier, Kartoffeln und Hummus in einem Pitabrot.
  • Shish Barak: sind in Teig eingepackte Fleischknödeln (ähnlich wie Ravioli) und in vielen Ländern in den unterschiedlichsten Variationen bekannt.
  • uvw.

Tipp: Vor allem in den letzten Jahren hat sich ein neuer Küchentrend entwickelt – die Levante Küche – sie verbindet die traditionelle Nahostküche mit neuen, modernen gastronomischen Einflüssen.


Bewertung: Ø 4,4 (20 Stimmen)

User Kommentare

sssumsi
sssumsi

Wenn man Gewürze liebt, kommt man um die orientalische Küche nicht umhin.
Ja, MaryLou da gehts mir genauso.

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Monika1
Monika1

Ich liebe die orientalische Küche und konnte mit den Gewürzen wie Safran und Harissa auch meine Familie davon überzeugen.

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MaryLou
MaryLou

Jedes Land hat so seine Sitten und Bräuche und auch Unsitten. Ich verwende auch Gewürze wie Harissa. Aber mit dem Schächten kann und will ich mich nicht anfreunden.

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Millavanilla
Millavanilla

Wir lieben die Gewürze der orientalischen Küche. Ich koche auch gerne Falafel oder verwende Harissa. Auch bei Hummus können wir nicht wiederstehen.

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