Die lange Geschichte der Oblaten

Die Oblate, ist ein eher unscheinbares Gebäck, das meist als fester Boden für Makronen oder Kokosbusserl verwendet wird. Klein aber in Wirklichkeit OHO! Die Geschichte der Oblate und ihren bekannten Verwandten wie der Hostie oder den Karlsbader Oblaten ist nämlich sehr lang und interessant. Lesen Sie hier mehr über das geschichtsträchtige dünne Gebäck.

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Auf den ersten Blick scheint eine Oblate nicht viel mehr zu sein als eine runde oder eckige Waffel.

Allerdings verbirgt sich hinter ihr eine traditionsreiche Geschichte, die hier etwas genauer vorgestellt werden soll.

Unterschied zwischen Hostie und Oblate

  • Eine Oblate und eine Hostie haben nur ihre Form gemeinsam. Bezüglich ihrer Beschaffenheit und ihres Verwendungszwecks weichen sie jedoch voneinander ab.
  • Seit dem 8. Jahrhundert ist eine Hostie ausschließlich im kirchlichen Rahmen, d.h. in Messfeiern vorzufinden. Dort kommt ihr während der Wandlung, der Kommunion und der stillen Anbetung eine grundlegende Rolle zu.
  • Geweihte Hostien tragen den Beinamen Leib Christi, welchen sie greifbar darstellen sollen. Der Begriff 'Oblate' stammt von der lateinischen Vokabel 'oblatus' ab, was so viel wie 'hingegeben' bedeutet. Deshalb wird der Name 'Oblate' als Synonym für die Hostie benutzt.

Die lange Geschichte der Oblaten Foto zolnierek / depositphotos.com

  • Überdies ist eine Hostie deutlich kleiner als beispielsweise die Karlsbader Oblate. Hostien sind geschmacksneutral, was sie ebenfalls von der oftmals gesüßten Oblate unterscheidet.
  • Anders als eine herkömmliche Oblate hat die Hostie immer eine sakrale Bedeutung. Der Stellenwert der (Back-)Oblate ist ausschließlich weltlich.

Woraus bestehen Oblaten?

Die Rezeptur für eine Oblate ist sehr schlicht. Sie sieht die folgenden Komponenten vor:

  1. Mehl
  2. Speisestärke
  3. Wasser

Auf Zutaten wie ungesäuerten Teig, Zucker, Eiweiß und Triebmittel wird hingegen bewusst verzichtet. Dadurch erhält die Oblate ihre klebrige Konsistenz.

Nach dem Backen bekommt sie mittels Ausschneiden oder -stanzen ihre unverkennbare Form, die rund oder eckig sein kann.

Die große Karlsbader Oblate kommt aus der gleichnamigen Stadt in Tschechien. Sie setzt sich aus zwei deckungsgleich großen Waffeln zusammen. Ihr Durchmesser beträgt 19 cm. In der Mitte beider Teile befindet sich eine Schicht aus gezuckerter Mandelmasse.

Mittlerweile wird die Karlsbader Oblate auch mit Schokoladenüberzug oder Haselnussmasse angeboten.

Karlsbader Oblatenstreit

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Vor etwa 15 Jahren kam es zum sogenannten Karlsbader Oblatenstreit. Die beteiligten Länder waren:

  1. Österreich
  2. Tschechien
  3. Deutschland

Anlass des Streits war die Frage, ob der Begriff 'Karlsbader Oblate' allgemein verwendet werden darf. Vor zehn Jahren erklärte die Europäische Union den Namen als geschützt.

Nur wenn sie in der tschechischen Stadt Karlsbad gebacken wurde, darf eine Oblate auch 'Karlsbader Oblate' genannt werden. 

Oblaten in der Küche

  • Eine Oblate findet vor allem als Backzutat Verwendung. Für Makronen aus Nüssen oder Kokosraspeln dient sie als fester 'Boden'.
  • Bei Lebkuchen ist dieser dünne Boden oft eckig geformt. 
  • Dank ihrer Größe kann die Karlsbader Oblate auch als Grundlage für kleinere Kuchen und Torten verwendet werden.

Fazit

Die Oblate wartet mit einer langjährigen Geschichte auf, die nicht immer frei von Konflikten war.
Als beliebte Backzutat ist sie aus den modernen Küchen auch heute nicht wegzudenken. 

Zu den bekanntesten Sorten zählt sicher die Karlsbader Oblate.
Sie ist eine regionale Süßware. Backoblaten spielen als Gebäckzutat eine wichtige Rolle.

Trotz ihres ähnlichen Aussehens wird die Hostie nicht für kulinarische Zwecke angefertigt.
Sie ist ohne Ausnahme dem religiösen, sprich kirchlichen Kontext vorbehalten.

Rezepte


Bewertung: Ø 5,0 (10 Stimmen)

User Kommentare

martha

Intersannter ausführlicher Artikel. Ich dachte immer, dass Hostien und Oblaten aus den selben Teigzutaten sind.

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alpenkoch

vielen Dank für die Informationen. Immer gut zu wissen. Gleichgesetzt hätte ich Oblaten und Hostie niemals. Der Geschmacksunterschied ist mir bekannt

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Kanguruh1

WIr haben früher öfter eine Karlsbader Oblatentorte gemacht. Ich glaube mich zu erinnern, dass die Füllung aus Schokolade, Butter und Zucker bestanden hat!

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Pesu07

Diese Oblatten-Torte kenne ich auch noch. Nur geschmeckt hat sie mir nie. Macht diese Torte eigentlich noch jemand?

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Maarja

Das ist ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich dachte auch immer dass sie in der Kirche Backoblaten verteilen

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MaryLou

Ein sehr interessanter Artikel über die so einfache Oblate. Ich glaube ich hatte schon einmal nach einem Rezept für die Karlsbader Oblate gesucht. Die Hostien werden meistens in Klöstern gebacken, glaube ich gehört zu haben.

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Katerchen

Oblaten sind für mich ein wichtiger Bestandteil beim Backen. Lebkuchen und Nuss- oder Kokosmakronen bekommen damit ihren Boden.

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