Dörren & Trocknen

Das Dörren ist eine bereits seit Jahrhunderten bekannte Form, Obst, Gemüse, Pilze und Kräuter haltbar zu machen. Das Dörren ist nach wie vor sehr beliebt, da es die Lebensmittel nicht nur haltbar macht, sondern ihnen auch einen besonderen Geschmack verleiht.

Gedörrte FrüchteGedörrte Früchte sind geschmacklich viel intensiver. (Foto by: © Nik / fotolia.com)

Weshalb werden Lebensmittel durch das Dörren haltbar?

Wenn Obst, Gemüse und andere Lebensmittel verderben, ist ­das auf eine Vielzahl verschiedener Faktoren zurückzuführen. Ein häufiger Grund für das Verderben von Lebensmitteln ist die Tätigkeit von Bakterien und Pilzen, die die Lebensmittel zersetzen. Um Lebensmittel haltbar zu machen, müssen sie daher so verändert werden, dass sie diesen Organismen keinen Lebensraum mehr bieten:

  • Beim Einfrieren beispielsweise wird die Temperatur so stark gesenkt, dass diese Organismen sich nicht weiter ausbreiten können.
  • Wenn man Lebensmittel einlegt, wird oftmals Salz, Zucker oder Öl beigegeben, was ebenfalls das Wachstum der Bakterien verhindert.
  • Beim Dörren bzw. Trocknen wird den Früchten Wasser entzogen. Sowohl Bakterien als auch Pilze benötigen für ihr Wachstum Wasser. Wenn den Lebensmitteln der größte Teil des Wassers entzogen wird, finden sie keinen geeigneten Lebensraum mehr vor und die Lebensmittel werden so haltbar.

Somit heißt dörren im Prinzip nichts anderes, als dem Lebensmittel durch trocknen das Wasser zu entziehen.

Hier gilt: Je niedriger der Wassergehalt, desto haltbarer das getrocknete Lebensmittel.

Wie dörrt man Lebensmittel?

Das Dörrgut sollte man am besten vor Feuchtigkeit schützen und luftdicht verschließen.Das Dörrgut sollte man am besten vor Feuchtigkeit schützen und luftdicht verschließen. (Foto by: Peteer / Depositphotos)

  • Bevor man die Lebensmittel dörrt, sollte man sie vorbereiten. Dazu wird das Dörrgut gründlich gereinigt/gewaschen, abgetrocknet und das Grünzeug bzw. Stile oder Blätter entfernt. Angeschlagene oder faule Stellen müssen mit dem Messer entfernt bzw. herausgeschnitten werden.
  • Falls man größere Stücke wie Tomaten, Äpfel, Kiwis, Bananen, Pilze, … dörren will, sollten diese vorab in feine (3-5 mm dicke) Scheiben geschnitten werden.

Es gibt verschiedene Formen, Lebensmittel zu dörren:

Eine besonders einfache Form ist die Verwendung eines Dörrautomaten. Dieser bietet die ideale Temperatur, um die Lebensmittel schnell zu dörren, ohne sie zu beschädigen. Man muss das Obst oder das Gemüse einfach in den Dörrautomaten einlegen, den Automaten anschalten und einige Stunden warten.

Wenn man keinen Dörrautomaten hat, kann man die Lebensmittel auch im Backofen dörren. Allerdings nur bei einer Temperatur von etwa 40 bis 50 Grad. Wenn die Temperatur über 60 Grad ansteigt, ist das Dörren nicht mehr möglich. Da man bei vielen Geräten die Temperatur nicht so exakt einstellen kann, ist es sinnvoll, die Temperatur immer wieder mit einem Thermometer zu überprüfen. Insbesondere beim Dörren von Kräutern sollte man mit noch niedrigeren Temperaturen arbeiten, da sonst viele wichtige Inhaltsstoffe ausgeschieden werden. Und es empfiehlt sich auch die Backofentür beim Dörren einen Spalt offen zu lassen (am besten in dem man einen Kochlöffel in die Backofentür klemmt).

Daher empfiehlt es sich insbesondere bei Kräutern, die dritte Methode zu verwenden - das Lufttrocknen. Hierbei werden die Lebensmittel einfach an einer Schnur aufgezogen und getrocknet. Dies kann an einem warmen Sommertag im Freien geschehen, man kann jedoch auch einen trockenen Dachboden nutzen. Diese Methode ist besonders schonend, dauert jedoch deutlich länger.

Dauer des Trocknens:

Je nach Wassergehalt der jeweiligen Lebensmittel, die Größe bzw. Dicke der Scheiben und auch der Temperatur, müssen diese auch unterschiedlich lange getrocknet werden.

Hier ein paar Beispiele:

  • Äpfel: 7-10 Stunden bei 50 Grad
  • Bananen: 10-12 Stunden    bei 45 Grad
  • Marillen: 11-13 Stunden bei    55 Grad
  • Tomaten: 10-12 Stunden    bei 60 Grad
  • Erdbeeren: 5-8 Stunden    bei 40 Grad
  • Orangen: 8-11 Stunden bei 70 Grad
  • Ananas: 10-14 Stunden    bei 60 Grad

Was kann man alles dörren

gedörrte kräuterAuch Kräuter lassen sich dörren, allerdings bei niedrigen Temperaturen. (Foto by: © kalcutta / fotolia.com)

  • Fast alle Obst- bzw. Gemüsesorten wie Äpfel, Tomaten oder auch Bananen sind für das Dörren gut geeignet.
  • Getrocknete Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Petersilie, uvw. lassen sich gut dörren und behalten auch den Geschmack.
  • Auch Pilze (z.B. Herren- oder Steinpilze) kann man sehr gut dörren.
  • Trendig sind auch getrocknetes Fleisch bzw. Fisch wie Beef Jerky oder Stockfisch.
  • Nüsse oder auch Erdnüsse kann man an der Luft trocknen.

Die Vorteile des Dörrens

  • Zum einen werden beim Dörren die Inhaltsstoffe sehr gut erhalten.
  • Leider geht beim Dörren zwar ein großer Anteil des Vitamins C verloren, die übrigen Vitamine überstehen jedoch zu einem großen Teil diesen Prozess.
  • Auch die Mineralstoffe bleiben in gedörrtem Obst erhalten. Daher ist es sehr gesund, gedörrte Lebensmittel zu essen.
  • Ein weiterer Vorteil ist der intensivere Geschmack. Da viel Wasser ausgeschieden wird, werden die Geschmackstoffe der Lebensmittel deutlich stärker konzentriert.
  • Insbesondere Kinder lieben diesen intensiven Geschmack, weshalb sie gedörrtes Obst und Gemüse viel lieber essen als frisches.

Bewertung: Ø 3,8 (48 Stimmen)

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User Kommentare

MaryLou
MaryLou

Ein sehr hilfreicher Artikel. Ich habe mir schon vor langer Zeit einen Dörrautomaten gekauft allerdings hauptsächlich um Pilze zu dörren. Durch den Artikel werde ich es jetzt mal mit Tomaten versuchen

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DIELiz
DIELiz

Danke, wieder ein interessanter Artikel. Die empfohlene dritte Methode beim dörren von Kräutern, bewahrt meist auch die Farbe der Kräuter besonders schön

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MaryLou
MaryLou

Ich habe heuer Zwetschgen gedörrt, allerdings ist es eine langwierige Angelegenheit aber es zahlt sich aus weil ich genau weiß was ich im Winter essen werde, keine Chemie und nur Biofrucht.

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