Rumtopf - Schicht für Schicht zum Genuss

Im Juni schon an die Adventszeit denken? Ja warum denn nur? Weil im Juni die Rumtopfzeit startet! Wer jetzt mit frischen Früchten Vorsorge, hat in den kalten Jahreszeit eine saisonale und regionale Köstlichkeit aus Omas Zeiten.

Rumtopf - Schicht für Schicht zum Genuss Mit den Erdbeeren startet die Rumtopfsaison, die bis Oktober geht. (Foto by: VadimVasenin / depositphotos.com)

Düfte prägen unser Leben und wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus.

In Großmutters Küche gab es im Winter zwei typische Gerüche.

Der Duft von feinster Weihnachtsbäckerei und der süßlich-fruchtige Duft von in Rum eingelegtem Obst.

Und heute? Heute feiert der Rumtopf ein grandioses Revival.

Was ist ein Rumtopf?

Kurz gesagt, handelt es sich bei einem Rumtopf um das Einlegen und Haltbarmachen von Früchten.

Wie der Name schon besagt, werden die Früchte nicht zu Marmelade, Säften oder Mus verarbeitet und so für den Winter haltbar gemacht, sondern es wird hochprozentiger Rum und Zucker verwendet.

Was benötigt man alles?

  • ein luftdicht verschließbares Gefäß
  • Früchte
  • Rum, Wodka oder Weinbrand
  • Zucker 

Im Handel werden Gefäße in verschiedenen Größen und aus unterschiedlichen Materialien angeboten.

Am besten sind aber Rumtöpfe aus Steingut oder Keramik.

Welche Früchte gehören in einen Rumtopf?

Rumtopf - Schicht für Schicht zum Genuss Nur die besten und frischesten Früchte gehören in einen Rumtopf. (Foto by: luigi58 / depositphotos.com)

Wird der Rumtopf nach Omas Wissen angesetzt, werden die Früchte ressourcenschonend und nachhaltig in Alkohol konserviert.

Es stimmt zwar, dass im Prinzip fast alle Früchte verwendet werden können, doch es sollten nur jene in den Rumtopf kommen, die regional und saisonal geerntet werden.

In den traditionellen Rumtopf gehören deshalb:

Von wann bis wann wird ein Rumtopf befüllt?

Gestartet wird im Spätfrühling mit den Erdbeeren.

Einige Erdbeersorten sind bereits im Mai, die restlichen Sorten Anfang Juni erntereif.

Weiter geht es mit den Marillen und Pfirsichen, die je nach Region Mitte bis Ende Juni geerntet werden.

Im Juli folgen Himbeeren und Kirschen.

Verabschiedet sich schön langsam der Hochsommer, vervollständigen Ringlotten und Zwetschken den Rumtopf.

Rumtopf-Kalender
Mai Erdbeeren
Mai, Juni Süßkirschen
Juni, Juli Marillen, Sauerkirschen, Pfirsiche
Juli, August Zwetschken, Ringlotten, Himbeeren
September Weintrauben
Oktober Birnen


Wie bereitet man einen Rumtopf zu?

Die Früchte müssen ganz reif, aber nicht überreif sein.

Nach dem Waschen wird der Stiel entfernt.

Marillen, Pfirsiche, Zwetschken und Ringlotten werden halbiert, wer möchte kann sie zuvor noch blanchieren und schälen.

Alle Beerenfrüchte werden im Ganzen belassen.

Kirschen können entsteint werden, müssen sie aber nicht. Lässt man den Kern drinnen, sehen sie im nachhinein schöner aus, entfernt man den Kern geben sie mehr Saft ab.

In einen großen Steinguttopf kommen ein Liter Rum, Wodka oder Weinbrand und nach und nach die verschiedenen Obstsorten und der Zucker.

Begonnen wird mit der Obstsorte, die am frühesten reif ist.

Der Topf wird immer gut verschlossen und an einen kühlen Ort gestellt, bis man wieder die Gelegenheit hat, saisonales und regionales Obst zu ernten.

Sobald die jungen Erdbeeren im Frühling reif werden, beginnt die Konservierung im Rumtopf. Nach und nach folgen Kirschen und weitere Früchte der Saison, bis zum ersten Adventsonntag, wo er früher traditionell geöffnet wurde.

In unserer Schritt für Schritt Anleitung zeigen wir nochmal genau, wie Oma das schon früher gemacht hat und es allen schmeckte.

Wann ist der Rumtopf fertig und wie genießt man ihn?

Wer sich streng an Omas Wissen hält, genießt den Rumtopf am 1. Adventsonntag.

So war es früher Brauch. Heute wird oft schon Ende Oktober das Obst gegessen.

Das eingelegte Obst schmeckt pur, mit Schlagobers oder gemeinsam mit einem Stück Kuchen oder Torte.

Eine beliebte Variante ist, die Früchte mit Eis zu servieren.

Auch im Cocktail machen sie eine gute Figur.

Weitere Rezepttipps mit Rumtopf-Früchten

Was kann man falsch machen?

  1. Es muss immer darauf geachtet werden, dass das Obst mit Rum bedeckt ist. Ist das nicht der Fall, muss Alkohol nachgefüllt werden.
  2. Die Früchte dürfen nicht an der Oberfläche schwimmen und nicht zu faulen beginnen.

Was gibt es zu beachten?

  1. Kirschen können mit dem Kern eingelegt werden. Der Vorteil ist, dass die Früchte ihre Form behalten. Werden sie entsteint, geben sie mehr Saft an den Rumtopf ab.
  2. Die Menge an Früchten und Zucker kann ganz nach dem individuellen Geschmack bestimmt werden. Als Faustregel gilt: Bei der Erstbefüllung kommen auf 500 Gramm Früchte auf 500 Gramm Zucker, dann für jede weitere Frucht (ebenfalls 500 g), nur noch 250 Gramm Zucker. Es kann auch brauner Zucker verwendet werden.

Fazit

In den Rumtopf kommen regionale Früchte je nach Saison.

Was schon unsere Omas wussten, gewinnt heute im Sinne der Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung.


Bewertung: Ø 5,0 (16 Stimmen)

User Kommentare

Maarja

Rumtopf kenne ich tatsächlich noch von meiner Oma. Damals habe ich ihn gar nicht gemocht. Aber es ist eine witzige Idee 💡 ich überlege Sie aufzugreifen

Auf Kommentar antworten

Pesu07

Meinen letzten Rumtopf habe ich vor vielen Jahren angesetzt. Ich habe ihn mit Früchten der Saison und nach unseren Vorlieben angesetzt. Dzt. passt er für uns nicht mehr ganz.

Auf Kommentar antworten

Katerchen

Ein schöner Artikel über den Rumtopf. Den gibt es bei uns auch, begonnen haben wir schon mit den Erdbeeren. „Omas Rat“ mit dem 1. Advent klappt bei uns nicht ganz. 😉

Auf Kommentar antworten

martha

Bei uns wird auch Rumtopf angesetzt und ich beginne immer mit den Erdbeeren aus unserem Garten. Gerne mache ich im Winter auch Rumtopfmarmelade. Einen Strudel habe ich bisher noch nie probiert.

Auf Kommentar antworten

DIELiz

Bei uns wird heuer auch mal wieder ein guter Rumtopf angesetzt. Wir starten mit Erdbeeren, Marillen, Ribisel und geben Boysenberen ganz vorsichtig zu.

Auf Kommentar antworten

Pesu07

Sehr gut geschmeckt hat mir immer frische Waffeln mit Rumtopffrüchten und Vanilleeis oder nur die Rumtopffrüchte mit Vanilleeis.

Auf Kommentar antworten