Zitronat & Orangeat

Wer kennt sie nicht, die kleinen kandierten Früchte im Christstollen, Zitronat & Orangeat (Aranzini), die auch oft die Geister in der Weihnachtsbäckerei scheiden. Der Eine kann nicht mit, der Andere nicht ohne sie, aber was steckt eigentlich dahinter? Woher stammen die kleinen kandierten Früchte und wie werden sie hergestellt? Erfahren Sie hier nun mehr darüber!

Zitronat & Orangeat Foto ChamilleWhite / depositphotos.com

Wenn zum Jahresende hin die Nachfrage an diesen kandierten Köstlichkeiten steigt, ist Weihnachten nicht mehr fern. Zitronat und Orangeat gelten als erstklassige Geschmacksgeber für Stollen, Lebkuchen und würziges Gebäck.

Was ist Zitronat & Orangeat?

Beide Produkte werden aus den gereinigten Schalen von Zitrusfrüchten hergestellt. 

Bei der Sukkade handelt es sich um die Schalen der Zitronatzitronen während die süßen Orangenwürfel aus den besonders dicken Schalen von Bitterorangen (Pomeranzen) gewonnen wird. 

Hierzulande ist das Orangenprodukt auch als Aranzini bekannt. Taucht der Begriff Sukkade auf, handelt es sich um die verarbeiteten Zitronenschalen.

Herkunft & Herstellung

Zitronat & Orangeat Foto esokolovskaya / depositphotos.com

  1. Die Zitrusfrüchte mit den würzigen Schalen stammen aus Südostasien. Zitronatzitronen waren die ersten Zitrusfrüchte, die in Europa bekannt wurden. Sie zählen neben Pampelmusen und Mandarinen zu den Ursprungsarten.
  2. Die haltbaren Aromaspender zählen zu den Konstanten der Weihnachtsbäckerei. Ihr verführerischer Geschmack bereichert.
  3. Bereits 6000 vor unserer Zeitrechnung war im ostasiatischen Raum aus Zuckerrohr gewonnener Zucker bekannt. Er galt als sehr kostbar und wurde zum Aromatisieren von Speisen und als Konservierungsmittel verwendet.
  4. Von Ostasien gelangte der Rohrzucker zunächst nach Indien und Persien. Erst später brachten ihn reisende Händler nach Europa.
  5. Der heute weit verbreitete Rübenzucker erblickte 1747 das Licht der Welt. Zuvor wurde der Rohrzucker von weit her als teures Gut von Apothekern verkauft.
  6. Bei der Herstellung der haltbaren Produkte werden die sorgfältig gereinigten Zitratzitronen und Bitterorangen von den weißen Innenhäuten und dem Fruchtfleisch befreit. Die zerkleinerten Schalen werden in Zuckerlösung gekocht und anschließend getrocknet.
  7. Um ein haltbares Resultat zu erzielen, liegt der Zuckeranteil im Verhältnis zu den Fruchtschalen bei 100 Prozent.

Verwendung in der Küche

Zitronat & Orangeat Foto myviewpoint / depositphotos.com

  • Stollen und Lebkuchen
  • süßen Wecken und Brötchen aus Germteig
  • englischen Früchtekuchen und im weihnachtlichen Plumpudding
  • feinen Pralinen, Marzipan und Plätzchen

Alternativen beim Kochen und Backen

Nicht jedermann mag das Aroma und die Konsistenz von Zitronat und Orangeat. Als geeigneter Ersatz empfiehlt sich eine Kombination aus zerkleinerten Trockenfrüchten und kandidierten Früchte von:

  • Marillen, Sauerkirschen, Pflaumen, Apfel- oder Birnenschnitze
  • Datteln, Ingwer, Cranberries
  • Ananas, Papaya, Melonen

Tipps & Tricks

Die seltene Bergamotte ist ebenfalls eine Zitrusfrucht. Sie entstand aus einer Kreuzung von süßen Limetten und Bitterorangen. Begehrt sind hier das Öl und die getrockneten Schalen.

Alle Zitrusaromen sind begehrte Rohstoffe in der Parfümherstellung und bei der Beduftung von Tees und Tabak. Dabei wird primär das stark duftende Öl aus den Schalen eingesetzt.

Wer kandidierte und getrocknete Ersatzfrüchte verwendet, ergänzt seine Gerichte mit ein paar Spritzern Zitronen- oder Orangensaft. Von Biofrüchten empfehlen sich zudem zarte Zesten und der Schalenabrieb zum Aromatisieren.

Heutzutage gibt es die gewürfelte Power aus Zitronen und Orangen in Bioqualität aus ungespritzten und ungewachsten Früchten. Zucker ist bei der Herstellung nicht mehr unumgänglich, da dieser durch Xylit ersetzt wird.

Die Alternativen aus kandidierten Früchten und Trockenfrüchten offenbaren ihre Geschmacksnuancen intensiver, wenn sie über Nacht in Fruchtsaft, Tee oder Alkohol eingelegt werden.

Rezepte


Bewertung: Ø 5,0 (10 Stimmen)

User Kommentare

Maarja

Ich mag Orangeat und Zitronat überhaupt nicht , den Geschmack schon, aber nicht das Gefühl, wenn man darauf beisst. Eine Möglichkeit ist es, es ganz fein zu reiben

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Pesu07

Maarja, so geht es mir und meiner Familie auch. Das ist ein guter Tipp, es ganz fein zu reiben. Das werde ich bei Gelegenheit gleich einmal probieren.

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Maarja

Ich lege die Zesten von Biofrüchten, wenn ich sie nicht sofort verwende, in Zucker ein, so stelle ich etwas her, was man auch gut für die Bäckerei verwenden kann

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Katerchen

Ein guter und informativer Artikel über kandierte Früchte. Standartmäßig kommen Beides in die Lebkuchen, Stollen und Früchtebrot.

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Kanguruh1

Selbstgemachtes Zitronat und Orangeat mag ich sehr gerne im Gegensatz zu gekauftem, das ist mir immer zu süß!

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sssumsi

Kanguruh, wie machst du Zitronat und Orangeat? Vorallem würde mich das Verhältnis Orangen-/Zitronenschale zum Zucker interssieren.

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DIELiz

und wieder ein informativer Artikel von Gute Kueche. Wir essen gerne kandierte Früchte und bereiten diese auch selbst zu.

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Maarja

Ich habe vor kurzem gelesen, ich weiß leider nicht mehr wo, dass man es selbst herstellen kann. Dazu werden die Schalen erst gekocht und dann in Sirup gekocht und eingelegt. Das fand ich ziemlich interessant

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Maarja

Oh, ich seh gerade, dass hier in diesem Artikel auch ein Link zum Selbermachen von Orangeat zu finden ist: Orangeat - Arancini

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