Apfelsaft und -most selbst herstellen

Jetzt, wo die Herbstzeit wieder begonnen hat, können überall saftige und schmackhafte Äpfel geerntet werden. Diese eignen sich nicht nur zum rohen Verzehr oder als köstliche Grundlage für Kuchen und Desserts, sondern sind auch wunderbar für die Herstellung von Saft und Most geeignet. Nichts geht über einen selbstgemachten Apfelsaft, der einen ganz besonderen, einzigartigen Geschmack besitzt.

Apfelsaft und MostEin selbst zubereiteter Apfelsaft schmeckt grandios. (Foto by: © Hetizia / fotolia.com)

Apfelsaft selber machen - einfach und lohnenswert

Vor allem im Spätsommer bzw. Herbst, hat man häufig eine sehr große Menge Äpfel aus der Region oder sogar aus dem eigenen Garten die man unmöglich alle aufeinmal verzehren kann. Aus diesem Grund ist es eine gute Idee, aus diesen Äpfeln einen einzigartigen Apfelsaft herzustellen. Dieser kann recht schnell zubereitet werden und ist vielseitig verwendbar.

Es ist kein großer Aufwand und es sind auch keine großen Gerätschaften notwendig, um Apfelsaft selber zu machen. Mit minimalem Aufwand und einfachen Mitteln eigenen Apfelsaft herstellen. Der Apfelsaft kann für den Eigenbedarf verwendet werden oder auch als gelungenes Geschenk für Freunde und Verwandte zum Einsatz kommen.

Apfelsaft Herstellung für 1 Liter

Die Süße des Apfelsaftes hängt ab von der Apfelsorte und dem Reifegrad. Werden die Apfelsorten gemischt ergibt es meist einen ausgeglichenen süßen Geschmack. Werden nur saure oder nur süße Sorten verwendet, können Zucker oder Zitronensaft hinzugefügt werden um so den richtigen Geschmack zu erhalten.

Zutaten für den Apfelsaft:

  • 2 kg Äpfel (beliebige)
  • 1 l Wasser
  • 1 Schuss Zitronensaft
  • Zucker

des weiteren:

  • Sieb, 2 Töpfe, scharfes Messer, Kochlöffel, Schöpflöffel, sauberes Mulltuch (Stoffwindel) und sterile Flasche (1l Füllmenge)

Und so geht's:

  1. Die Flasche zum Abfüllen des Saftes muss steril sein, dh. die gewünschte Flasche und auch der Verschluss, wird bei 140° C für 12-15 Minuten in den Backofen gelegt und so keimfrei gemacht.
  2. Währendessen können die Äpfel sorgfältig gewaschen und mit einem Messer von Dellen, dunkle Stellen und Wurmstich befreit werden. Faule Äpfel unbedingt entfernen! Stiele und Kerngehäuse entfernen.
  3. Die Äpfel in kleine Stücke schneiden, in einen Topf geben, mit Wasser bedecken, bei mittlerer Hitze 20-25 Minuten weich kochen lassen.
  4. Das Sieb wird auf den zweiten Topf gehängt und mit dem Mulltuch ausgekleidet. Gekochte, weiche Apfelmasse in den Topf mit dem Sieb leeren. Damit keine Flüssigkeit verloren geht, das Mulltuch gut auswringen bzw. auspressen.
  5. Nach Bedarf den Saft mit Zucker und Zitronensaft abschmecken und weitere 18-20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Den Schaum während des Kochens mit einem Schöpflöffel abschöpfen.
  6. Nach dem Kochen den Topf von der Herdplatte ziehen und den Saft in die sterile Flasche füllen.
  7. Die Flaschen gut verschliessen und an einem kühlen Ort aufbewahren. Der Apfelsaft hält sich gut verschlossen mindestens ein Jahr.

Natürlich kann man Apfelsaft auch mit dem Entsafter machen:

  • Mit einem Kaltentsafter werden die Äpfel, wie der Name schon sagt, kalt entsaftet. Dadurch behalten sie ihren vollen Geschmack und es bleiben auch alle Nährstoffe komplett erhalten. Leider ist der Saft, dann aber nur ein paar Tage haltbar.
  • Mit einem Dampfentsafter wird beim Entsaften große Hitze erzeugt. Dadurch werden einige wichtige Nährstoffe zerstört. Der Apfelsaft hält sich aber im Kühlschrank viel länger.

Trüber und klarer Apfelsaft

Sobald der Apfelsaft gepresst ist erhält man einen naturtrüben (fruchtfleischhaltigen) Apfeldirektsaft. Schwebstoffe lassen den Saft undurchsichtig aussehen und setzen sich am Boden ab. Daher die Flasche vor dem Trinken immer kräftig schütteln.

Zur Herstellung von klarem Apfelsaft verwendet man Apfelsaftkonzentrat. Dabei werden dem Apfelsaft schonend Wasser und Aromastoffe entzogen und anschließend speziell aufbereitetes Trinkwasser und Aroma wieder hinzugefügt.

Apfelmost

ApfelmostMit dem richtigen Gärungsprozess zu einem herzhaften Most.

Ein guter Apfelmost ist eine gute Begleitung zu den verschiedensten Speisen. Besonders gut ist er als Begleitung von deftigen Fleischgerichten geeignet. Auch für Saucen kann er verwendet werden.

Wenn man den Most selber herstellen möchte, dann benötigt man zunächst einmal eine große Menge Äpfel, aus denen man einen Apfelsaft herstellt (siehe oben). Möglichst zucker- und säurereiche Sorten verwenden, wodurch auch die Farbnuancen von Apfelmost entsteht. Von Blassgelb, Goldgelb oder Bernsteinfarben.

  1. Das Obst waschen, faule Äpfel aussortieren.
  2. Die Äpfel mit Gehäuse mahlen, damit eine pressfähige Maische entsteht.
  3. Die Maische langsam durch eine Presse abpressen.
  4. Dieser gewonnene Saft wird dann mit Wasser und Zucker vermischt und in einen gut gereinignten Gärbehälter umgefüllt. Achtung, das Fass sollte aber nicht zu voll gemacht werden – ca. ¼ Gärraum bzw. Steigraum sollte man freilassen.
  5. Um Zwischendurch mal den Most zu probieren sollte, das Fass auch mit einem Zapfhahn ausgerüstet sein.
  6. Zusätzlich vermengt man das Apfel-Wasser-Zucker-Gemisch mit Hefenährsalz oder Reinzuchthefe, damit ein Gärungsprozess entstehen kann, der dem Most zu seinem unverwechselbaren Geschmack verhilft.
  7. Danach wird der Gärbehälter luftdicht, verschlossen und der Gärprozess kann beginnen.
  8. Zusätzlich muss noch der Gärspund bzw. Gärröhrchen des Fasses, bis zur Markierung mit hochprozentigem Schnaps, Doppelsalze oder schweflige Säure (aus der Apotheke) gefüllt werden. So ist sichergestellt, dass das Gärgas aus dem Gärbehälter entweichen kann, aber keine Luft, von außen eindringen kann.
  9. Je länger das Getränk im Gärbehälter ist, desto säuerlicher wird es. Ist es zu sauer kann man ihn auch noch nachzuckern oder einen Mostveredler (=natürlicher Zusatz aus Südfrüchten ohne Konservierungsstoffe) hinzufügen.

Selbstgemachter Apfelmost schmeckt einfach grandios!

Natürlich kann man anstelle von Äpfeln auch Birnen für einen Birnenmost verwenden oder auch Äpfel und Birnen mischen.

Tipp: Apfelmost kann man auch mit fertigem Apfelsaft herstellen.

Wichtig: Das wichtigsten beim Most-Machen ist die Sauberkeit, sowohl bei den Äpfeln auch bei den verwendeten Utensilien.

Weitere Verwendung

Mit etwas Alkohol oder verschiedenen Gewürzen kann man zum Beispiel einen köstlichen Punsch aus dem Saft zaubern. Auch als Zugabe zu Gelees oder in unterschiedlichen Kuchenteigen macht sich ein selbstgemachter Apfelsaft sehr gut. Als Apfelschorle wird er mit einem Schuß Mineralwasser getrunken.


Bewertung: Ø 4,0 (798 Stimmen)

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User Kommentare

stevel
stevel

Frisch gepresster Apfelsaft aus der Fruchtpresse von den ersten Äpfeln ist einfach herrlich. Wir trinken sonst auch immer Wasser, freuen uns aber immer schon sehr auf die Apfelsaftzeit. Wir trinken ihn naturtrüb und mit einem klitzekleinen Schuß Zitrone ( Vitamin C oder Ascorbinsäure), dann wird er nicht so schnell unansehnlich und braun.

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Maisi
Maisi

Wir können die Äpfel zu einen Landwirt bringen und der presst sie uns und pasteuriesiert und filtert ihn, Besser als jeder gekaufte Apfelsaft.

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Millavanilla
Millavanilla

Es gibt nichts besseres als eine naturtrüber Apfelsaft - ich beziehe ihn von einem Biobauern der ihn selber verarbeitet.

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Luka1810
Luka1810

... Guten Morgen....Oiso ..Ich komme aus Kroatien, und da habe Ich noch einen teil von Obstgarten ..( 4300m2...!!!) es waren mal bis voriges jahr 10,000m2...!!! Ich habe nur von Einem Apfelbaum, gestern mit Meinem Freund, über 200 Kg, gesamellt...!!.....jetzt möchte ich mir daraus Apfelsaft und Essig machen... und noch einige Gläser Kompot..Wie kann ich denn Apfelsaft Süß behalten...? Also denn... danke für gehrung prozes abbrechen....!! Danke für den Guten Rat....

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Luka1810
Luka1810

.... Habe einen Dr(E)uck fehller eingebaut ..."Wie kann ich denn Apfelsaft Süß behalten...? Also denn gehrung prozes abbrechen....!! Danke für den Guten Rat....

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GuteKueche-Admin
GuteKueche-Admin

Wenn Sie den Süßmost nach dem Pressen auf 5-8 °C kühlen. Die Kühlung darf nicht unterbrochen werden, schmeckt der Süßmost 5 Tage nahezu unverändert. Danach steigt die Anzahl der Hefezellen, dadurch beginnt die Gärung.

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Melaniep
Melaniep

Der Aufwand ist schon wirklich groß aber wenn man echt viele Äpfe hat, ist es auch schade drum, zu viel kann man ja auch nicht essen und alle Sorten lassen sich ja nicht gut lagern

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MaryLou
MaryLou

Da hast du vollkommen recht Melaniep, ich habe Gravensteiner im Garten und die halten überhaupt nicht lange.

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MaryLou
MaryLou

Früher hat meine Oma immer Apfelsaft selbst gemacht. Es war immer ein wenig aufwendig aber man kann selbstgemachten Saft mit keinem im Supermarkt vergleichen.

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Jeloschnecke
Jeloschnecke

Wir haben unsere Äpfel eine zeitlang in einer Obstpresserei pressen lassen und den eigenen Saft mit nach Hause genommen. Dort wurde er dann von mir weiterverarbeitet. Das war echt viel Arbeit. Jetzt bringen wir unsere Äpfel in die Obstpresserei und bekommen einen Gutschein und holen uns dann den Apfelsaft direkt von dort. Er ist dann halt nicht von meinen Äpfel, schmeckt aber trotzdem hervorragend.

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Monika1
Monika1

Danke, das klingt super und nicht allzu schwer. Ich werde es im Herbst versuchen, wenn es die Äpfel der neuen Ernte gibt.

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Silviatempelmayr
Silviatempelmayr

Einfrieren könnte ich ihn nicht, da ich nicht soviel Platz in der gefriertruhe habe. Für kleine Mengen aber eine gute idee.

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Shitake26
Shitake26

meine Mutter hat den noch den alten Edelstahl Dampfentsafter mit dem Schlauch zum Apfelsaftmachen verwendet, was enorm aufwendig war und wir schließlich zu einer Presse gefahren sind, auch wenn sie sich weiter weg befand. Frisch gepresster Apfelsaft schmeck jedenfalls köstlichst und ist mit gekauftem absolut nicht vergleichbar

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