Liebstöckel

Liebstöckel, oder besser dessen Geschmack, kennt wohl jeder. Das Kraut ist eine der geschmacksbestimmenden Komponenten im Maggi-Gewürz, weshalb es auch häufig als Maggi-Kraut bezeichnet wird. Wohldosiert eignet es sich auch für die heimische Küche und findet sich deshalb auch zunehmend in Kräutergärten.

LiebstöcklDie Blätter des Liebstöckels können getrocknet und eingefroren werden. (Foto by: © Dennis Keck / fotolia.com)

Liebstöckel (auch bekannt unter Maggikraut) kann eine lange Tradition als Gewürz und Heilpflanze vorweisen. Der für ein Kraut außergewöhnliche Name ist auf die volksmedizinische Annahme zurückzuführen, dass Liebstöckel eine anregende und aphrodisierende Wirkung besitzt.

Auch wenn diese Theorie nie belegt werden konnte, so findet sich Liebstöckel dennoch wieder vermehrt in unserer heimischen Küche. Das auch optisch sehr ansprechende Kraut lässt sich gut im Eigenanbau kultivieren.

Liebstöckel wächst als bis zu 2 Meter hohe Staude mit außergewöhnlichen Blättern, deren Oberseite dunkelgrün und Unterseite hellgrün ist.

Anbau, Pflege und Düngung

  • Liebstöckel mag sonnige bis halbschattige Plätze.
  • An einen sonnigen Platz muss sie relativ häufig gegossen werden, Staunässe sollte man aber vermeiden.
  • Da die Pflanze einen starken Eigengeschmack bzw. Aroma auch abgeben kann, sollte man darauf achten, welches Gemüse oder Obst man in direkter Nachbarschaft anpflanzt – Beerensträucher sind nicht geeignet.
  • Der Boden sollte humusreich und kalkhaltig sein, der pH-Wert sollte zwischen 6-7 liegen.
  • Die Pflanze kann man entweder auf der Fensterbank vorziehen und dann einpflanzen oder direkt ins Beet aussäen. Natürlich kann man sie auch als Kübelpflanze belassen.
  • Die Aussaat ins Beet sollte Mitte April erfolgen oder Ende September (die Pflanze verträgt die Kälte sehr gut).
  • Bei zweistelligen Minusgraden sollte man das Erdreich aber mit einem Flies, Rindenmulch oder Stroh abdecken.
  • Nach dem Aufkeimen sollten die Pflanzen vereinzelt werden - in einem Abstand von ca. 50cm.
  • Ein Düngern ist nicht nötig, solange der Boden im April vor der Aussaat mit Kompost versehen wurde.
  • Jedoch sollte das Erdreich regelmäßig aufgelockert werden.
  • Im Sommer sollte man die Pflanze auch regelmäßig gießen.
  • Die Samen, die sich meist Ende August bzw. Anfang September bilden können bedenkenlos wieder für eine neue Aussaat verwenden.

Ernte

Geerntet werden können die frischen, grünen nach Maggi duftenden Blätter während der gesamten Gartensaison über. Sie werden frisch verwendet oder konserviert.

Da die Wurzel ebenfalls sehr aromatisch ist, kann auch sie geerntet werden. Im zweiten Jahr hat die Wurzel des Liebstöckels die beste Qualität.

Will man die Wurzeln im Herbst ernten, so darf man nicht vergessen jedes Jahr wieder neue Liebstöckel zu pflanzen.

MaggikrautGeerntet werden können die frischen, grünen nach Maggi duftenden Blätter. (Foto by: © Thomas Siepmann/ fotolia.com)

Lagerung und Haltbarkeit

Die Blätter des Liebstöckels können sowohl getrocknet, als auch eingefroren werden, um sie für längere Zeit haltbar zu machen.

Zum Einfrieren werden die Blätter gewaschen, trocken geschüttelt und locker in Gefrierbeutel oder Dosen eingefüllt. Den Behältern kann man bei Bedarf die entsprechende Anzahl gefrorener Blätter entnehmen.

Auch die im Herbst geernteten Wurzeln können gelagert werden. Dafür werden sie gewaschen, rasch getrocknet, in Stücke geschnitten und in Schraubgläsern kühl und dunkel aufbewahrt.

Wirkung und Verwendung

Liebstöckel weist einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen und Gerbstoffen auf, enthält aber auch den Blutverdünner Cumarin. Das Kraut wirkt nicht nur entzündungshemmend und antibiotisch, sondern auch harntreibend, weshalb es zur Therapie der Blasenentzündung geeignet ist. Die wehenfördernde Wirkung kann die Menstruation erleichtern, führt aber auch dazu, dass Schwangere das Kraut mit Vorsicht genießen sollten.

In der Küche eignet sich Liebstöckel aufgrund des sehr intensiven Aromas vor allem für deftige Gerichte. Insbesondere Suppen profitieren vom würzigen Aroma des Liebstöckels. Allerdings sollte Liebstöckel sparsam dosiert werden, dass es aufgrund der hohen Würzkraft sonst leicht aufdringlich hervor schmeckt.


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User Kommentare

MaryLou
MaryLou

Ohne Liebstöckel gibt es bei mir kein Suppe, aber ich wußte nicht daß man auch die Wurzel verwenden kann. Die Pflanze breitet sich ja sehr aus in meinem Hochbeet, deshalb ist es gut das zu wissen.

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Goldioma
Goldioma

Ohne Liebstöckel schmeckt keine Suppe- ein herrliches, leicht zu kultivierendes Kraut. Es wächst sogar wunderbar in einem Topf auf der Terrasse.

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martha
martha

Liebstöckel gibt's auch in unserem Garten. Es ist bereits eine riesige Staude, welche jedes Jahr von neuem austreibt. Für die Wintermonate trockne ich die Blätter.

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