Hirse

Hirse besitzt viele wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente, ist leicht verdaulich und Glutenfrei. Mit wenig Kalorien ist Hirse ideal für eine gesunde Vollwertkost. Die kleinen gelben Hirsekörner sind echte Powerkörner. Doch was macht dieses Getreide besonders, wie wird es genutzt und warum ist es so gesund?

HirseHirse ist das älteste Nutzgetreide überhaupt. (Foto by: stoonn / Depositphotos.com)

Hirse ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Getreidearten. Denn insgesamt gibt es über 100 Hirsearten, die in zwei Hauptgruppen unterteilt werden:

Millethirsen und Sorghumhirse

Zu den bekanntesten Milethirse zählen:

  • Rispenhirse oder Goldhirse
  • Kolbenhirse
  • Perlhirse
  • Fingerhirse und
  • Zwerghirse (Teff)

Diese Pflanzen aus der Familie der Süßgräser werden fast auf der ganzen Welt angebaut und dienen seit mindestens 8000 Jahren den Menschen als Nahrungsmittel. 90 Millionen Tonnen werden schätzungsweise jedes Jahr auf der Welt angebaut.

In ihrem Aussehen ähneln sie zum Beispiel Weizen oder Mais, je nach Art. Der starke Halm kann dabei mehrere Meter hoch werden und trägt längliche Blätter.

Saison

  • An der Spitze wachsen die sogenannten Kolben oder Rispen, an denen sich zur Erntezeit die Karyopse ausbilden, wie das Korn genannt wird. Diese Schließfrüchte sind rund und relativ klein, meist zwischen einem und fünf Millimeter im Durchmesser, selten auch größer.
  • Die Gräser gedeihen dabei auf den unterschiedlichsten Böden, weil sie sehr anspruchslos und widerständig sind.
  • Die Ernte findet in Europa im Spätsommer oder Herbst statt, ähnlich wie bei Weizen oder Roggen.
  • Von besonders großer Bedeutung bei der täglichen Ernährung sind die verschiedenen Sorten im nördlichen Afrika und in Asien (in Indien gilt sie über 300 Millionen Menschen als Grundnahrungsmittel). Von der Aussaat bis zur Reife vergehen im Schnitt fünf Monate.

Geschmack und Besonderheit

  1. Aus der Rutenhirse kann Bioethanol als Treibstoff gewonnen werden. Hauptsächlich nutzen Menschen die Hirsearten aber als Nahrungsmittel für sich oder als Weidegras für ihre Nutztiere.
  2. Aufgrund der großen Vielfalt an Hirsearten existieren auch geschmackliche Unterschiede. Die meisten gelten, wie die in Europa am häufigsten konsumierte Rispenhirse, als mild, aromatisch und leicht nussig. Andere Sorten wie die Mohrenhirse schmecken mehr süßlich. Hirse ist im Allgemeinen glutenfrei und daher auch für Menschen mit einer Unverträglichkeit gut geeignet.
  3. Die Pflanzen dienen zum Beispiel zum Brauen von Bier und es wird aus ihnen Wein und Schnaps hergestellt. Die Halme der Mohrenhirse liefern Naturfasern, die in der Textilherstellung verwendet werden.

Verwendung in der Küche

Hirse in der KücheDie Zubereitung von Hirse ist ganz simpel, einfach 5 Minuten köcheln lassen, dann ausquellen und servieren. (Foto by: monticello / Depositphotos.com)

  • Als Goldhirse bezeichnen die Hersteller die bereits geschälten Früchte, denn die Schale des Korns ist beim Großteil der Arten nicht für den Verzehr geeignet.
  • Da diese Getreideart wieder beliebter wird, führen fast alle großen Supermärkte und Biomärkte sie im Sortiment. Sie werden wie Reis oder Linsen abgepackt, vor allem in Mengen von 500 Gramm.
  • Sie sollten kühl und trocken gelagert werden, am besten gut verschlossen und vor Sonneneinstrahlung geschützt.
  • Je nach Art werden die kleinen Körner rund fünf Minuten gekocht, um danach bei ausgeschaltetem Herd 15 Minuten zu quellen. Sie dienen als Menübeilage, als Salatzugabe und für Suppen- und Eintopfgerichte.

Hier geht`s zu unseren Rezepten mit Hirse: Hirse Rezepte

Einkauf & Lagerung

  1. Wichtig dabei ist, die Schließfrüchte vorab mit heißem Wasser abzuspülen, um eventuelle Bitterstoffe auszuwaschen. Mit Milch, Wasser und Zimt lässt sich leicht ein Hirsebrei herstellen.
  2. Aus dem Mehl des Getreides können Brot, Brötchen, Kuchen, Waffeln, Muffins und ähnliches gebacken werden. Hirseschrot oder -flocken eignen sich als Zugabe für Müslis.

Nährwerte & Wirkstoffe

  • Grundsätzlich enthalten die Hirsearten viele Mineralstoffe und Vitamine. Besonders Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor und Vitamin B3 kommen in dem kleinen Korn vor.
  • Die Schließfrucht soll Studien zufolge die Darmschleimhaut schützen, besonders für Diabetiker geeignet sein und dank seiner sekundären Pflanzenstoffe (Polyphenole) eine antioxidative und antimikrobielle Wirkung haben.

Hirsemehl bzw. Teffmehl

Aus der Getreidesorte Zwerghirse bzw. Teff wird gesundes Teffmehl gewonnen. Es ist glutenfrei und somit für eine glutenfreie Ernährung geeignet.

Das Teffmehl ist reich an Ballaststoffen und einr guter Eiweißlieferant.


Bewertung: Ø 5,0 (1 Stimme)

User Kommentare