Gerste

Die Gerste ist ein treuer und alter Begleiter von uns Menschen. In den kleinen Körnern stecken große Kräfte, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Bei der Herstellung von Malz für Brauereien ist Gerste unumgänglich. In der Küche bekannt als Graupen bzw. Rollgerste.

GersteDie Gerste oder auch bekannt als gesunde Graupen findet immer mehr Anhänger. (Foto by: fermate / Depositphotos.com)

  1. Die Ähren des zu den Süßgräsern gehörenden Getreides sind bekannt. Hordeum, so die lateinische Bezeichnung, ist eine Grasgattung mit zahlreichen Wild- und Kulturarten. Man unterscheidet zwischen Spelz- und Nacktgerste.
  2. Nachweise über das Getreide im Vorderen Orient und auf dem östlichen Balkan lassen sich bis 1500 vor Christus datieren.
  3. Für die Griechen in der Antike waren die Gerstenkörner enorm wichtig. Hippokrates schwor auf das Gerstenwasser, heute ist das süß-säuerliche, eiweißreiche Getränke leider aus der Mode gekommen, obwohl es dem Körper gut tut.
  4. Im Mittelalter wurde die Gerste hauptsächlich als Viehfutter verwendet, doch so mancher Gerstenbrei landete auch auf den Tellern der Viehzüchter.
  5. Nach der Zahl der Körnerzeilen an den Ähren wird zwischen zwei-, vier- und sechszeiligen Süßgräsern, Hordeum distichon und Hordeum vulgare, unterschieden.
  6. Ein wirklich nahrhaftes Korn, welches als Basis für die Zubereitung verschiedener Genuss- und Nahrungsmittel dient.

Saison

  • Es wird zwischen der Sommer- und der Wintergerste unterschieden. Die Wintergerste wird je nach Region und Witterung zwischen September und Oktober gesät. Die Kälte der Wintermonate ist erforderlich, dass sich aus dem Saatgut neue Ähren bilden.
  • Die Sommergerste hingegen wird Ende des Winters, sobald die Böden trocken sind, gesät. Mehr Ertrag bringt die Wintergerste.
  • Auch bei der Ernte spielen das Wetter und die geografische Lage eine wichtige Rolle. In der Regel wird jedoch Anfang Juni mit der Ernte begonnen.

Geschmack und Besonderheiten

  1. Die süßlich-nussig schmeckende Rollgerste feiert ein Comeback. In den letzten Jahrzehnten wurde diese Getreidesorte vom Weizen immer mehr in den Hintergrund gedrängt.
  2. Doch seit immer mehr gesundheitliche Vorteile publiziert werden, sind die Körner vermehrt in der modernen, gesundheitsbewussten Küche anzutreffen. So sind zum Beispiel positive Wirkungen bei Bluthochdruck und Diabetes nachgewiesen.

Verwendung in der Küche

RollgersteRollgerste eignet sich hervorragend für Eintöpfe. (Foto by: Professor25 / Depositphotos.com)

  • Die Körner werden in der Küche meistens geschält und poliert verwendet und als Rollgerste beziehungsweise Graupen ins Ritschert gerührt. So ein Eintopf ist in Kärnten als Kärntner Gerstbrein bekannt.
  • Rollgerste ist leicht zu verarbeiten und gut schmeckende Gerichte gelingen selbst Kochanfängern.
  • Neben den Suppen und Eintöpfen gelingen mit der Rollgerste aber noch weitere Gerichte, wie zum Beispiel Gerstenlaibchen oder ein wohlschmeckendes Risotto.
  • Wer ein vitales Frühstück bevorzugt, verwendet für das Müsli Gerstenflocken. Bei der Verarbeitung ist darauf zu achten, dass die Körner über Nacht in reichlich kaltem Wasser quellen.

Weitere Verwendung findet Gerste in der

  • Bierherstellung
  • Malzkaffee
  • Whiskey
  • Gin
  • Grieß
  • Mehl
  • Graupen
  • Viehfutter in geschroteter Form

Einkauf & Lagerung

Beim Kauf ist der Bio-Qualität der Vorzug zu geben. Die Körner müssen trocken und lichtgeschützt gelagert werden.

Nährwerte & Wirkstoffe

  1. Gerstenkörner sind reich an Kalium, Kalzium, Phosphor und Kieselsäure.
  2. Beim Kochen bildet sich viel Schleim, der eine positive Wirkung auf den Magen und Darm hat. Deshalb wird Gerstenbrei bei Magen- und Darmentzündungen empfohlen.

Gerstenmehl

  • Aus dem Getreide wird auch Mehl gewonnen, welches sich sehr gut zum Kochen und Backen eignet.
  • Gerstenmehl enthält nur wenig Klebereiweiß und muss deshalb mit einem anderen Mehl gemischt werden.

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