Frühlingszauber Maiwipferl

Im Monat Mai sind frische Maiwipferl aus dem Wald eine Besonderheit. Aus diesen frischen Trieben der Tanne oder Fichte können wunderbare Gustostückerl gezaubert werden.

Frühlingszauber Maiwipferl Foto worldnews / Depositphoto.com

Was sind Maiwipferl?

Jetzt im Frühling, wenn frisches Grün langsam Wiesen, Gärten und Wälder überzieht, bekommen auch Tannen, Fichten und andere Nadelbäume frische, hellgrüne Triebe an den Ästen. Bei uns in Österreich werden sie „Maiwipferl“ genannt.

Hellgrüne Triebe die schon zu Omas Zeiten geerntet und zu Wipferlsirup verarbeitet wurden. Das als altes Hausmittel, mit seinen antibakteriellen und schleimlösenden Harzaromen, gegen Husten und Erkältung eingesetzt wurde.

Längst halten die Maiwipferl als regionale und saisonale Zutat auch in der gehobenen Küche Einzug und werden sogar von den österreichischen Bundesforsten als „Zutat aus heimischen Wäldern“ empfohlen.

Ob als Zutat zur Terrine, verarbeitet zu köstlichem Marmelade oder zu aromatischem Maiwipferl-Bratöl, das zu dunklem Fleisch und Wild gereicht wird – Maiwipferl sind vielseitig und können im Mai so gut wie überall im Wald geerntet werden.

Beachtenswertes

  1. Doch Vorsicht! Bei der Ernte ist dennoch einiges zu beachten: Massenhaft sollte man die Triebe natürlich nicht abernten, da unser Ökosystem empfindlich ist und Tanne sowie Fichte sonst Schaden nehmen könnten. Um die Bäume nicht zu verletzen, sollte man die frischen Triebe vorsichtig mit einer Schere abschneiden.
  2. Darüber hinaus sollten von einem Ast nicht mehr als zwei oder drei Triebe abgenommen werden, während der Haupttrieb verschont bleibt, da den Bäumen sonst die Energie zum Wachsen genommen wird.
  3. Von kleinen Bäumen lässt man bei der Ernte am Besten gleich die Finger. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich den zuständigen Jäger bzw. Förster zu fragen, von welchen Bäumen geerntet werden darf. Glücklich kann man sich hingegen schätzen, wenn Tanne oder Fichte auf dem eigenen Grundstück stehen.
  4. Bei Pflanzen aus der freien Natur immer auch auf die Verwechslungsgefahr achten und nur Pflanzen pflücken die du auch wirklich kennst!!! Bei Fichte und Tanne ist die Verwechslung groß mit der giftigen Eibe.

Maiwipferl in der Küche

Frühlingszauber Maiwipferl Foto MadeleineSteinbach / Depositphoto.com

  • Mit ihrem intensiven Waldaroma eignen sich Maiwipferl hervorragend zum Würzen und aufpeppen von traditionell österreichischer Hausmannskost. Da die feinen Triebe einen bitter-harzigen Geschmack mit einer leicht zitronigen Note besitzen, passen sie besonders gut zu deftigen Wildgerichten und Schwammerln.
  • Auch als süßer Sirup oder Maiwipferl Marmelade sind sie vielfältig einsetzbar und können zum Beispiel als Brotaufstrich, für Dressings und Soßen, zum Süßen von Tees oder zu Palatschinken gereicht werden.
  • Mit frischen Maiwipferln lässt sich außerdem wunderbar frisch gebackenes Brot verfeinern. Mit Hilfe eines frisch gekochten Fichtenwipferl-Suds (anstatt Wasser) und ein paar fein gehackten Maiwipferln, die in den Brotteig gemischt werden, bekommt dieser ein besonders würzig-rustikales Aroma.

Maiwipferlsirup selbst zubereiten

Wer einen Maiwipferlsirup zuhause einfach mal selbst zubereiten möchte, findet hier eine Schritt für Schritt Anleitung zum Selbermachen:

Maiwipferl sind frische hellgrüne Fichten- oder Tannentriebe die im Frühling von den einzelnen Ästen mit Hilfe einer Schere vorsichtig abgeschnitten werden.

Aus diesen Maiwipferl kann ein köstlicher Sirup zubereitet werden, der bitter-herzig und leicht nach Zitrone schmeckt. Mit unserer Bildergalerie ist dieses Vorhaben überhaupt kein Problem.

Beiliebte Rezepte mit Maiwipferl

Haltbarkeit der Maiwipferl

  1. Da Maiwipferl viele ätherische Öle und Tannine enthalten, verarbeitet man sie am Besten frisch, um möglichst viel von ihren herrlichen Waldaromen zu erhalten.
  2. Durch Einsalzen oder Einkochen der Maiwipferl lassen sie sich jedoch eine Weile konservieren. In fest verschlossene Flaschen oder Einmachgläser abgefüllter Sirup oder Marmelade hält sich, wenn diese im Keller oder Kühlschrank aufbewahrt werden über mehrere Monate.
  3. Auch Salz, das mit fein gehackten Maiwipferln verfeinert wird, kann in einem dicht verschließbaren Gefäß einige Zeit aufgehoben werden.

Gesundheit

Frühlingszauber Maiwipferl Foto ChamilleWhite / Depositphoto.com

Schon Oma wusste: Die ätherischen Öle, Harze und das Vitamin C der Maiwipferl wirken antibiotisch und schleimlösend bei Erkältungen – und flößte uns den bitterlich süßen Wipferlsirup auf einem Löffel ein, wenn wir erkältet waren. Als schleimlösendes Mittel kann Maiwipferlsirup noch heute verwendet werden:

  • um trockenen Husten zu lösen und Halsweh zu lindern.
  • um mithilfe des aromatischen Dufts die Nase zu befreien.
  • um erkältungsmildernde Kräutertees zu süßen.

Vorsicht ist allerdings bei Asthmatikern geboten, da der intensive Duft der ätherischen Öle asthmatische Krämpfe auslösen oder verschlimmern kann.

Tipps und Fazit

Maiwipferl haben ein wunderbares Aroma, das nach Wald riecht und schmeckt.

Von Anfang Mai bis Mitte Juni sind sie praktisch überall im österreichischen Wald zu finden und können unkompliziert geerntet werden.

Deshalb werden sie sowohl in der Küche als auch in der Hausapotheke vielseitig eingesetzt. Maiwipferl eignen sich vor allem:

  • um deftige Speisen wie Fleischgerichte, Schwammerl und Soßen zu würzen.
  • als Zutat für Brote und andere Backwaren.
  • zum Einkochen und Konservieren in Form von Sirup oder Brotaufstrich.
  • um bei Erkältungen Husten zu lösen und die Nase zu befreien.

Besonders im Frühjahr sind frisch hergestellte Produkte aus Maiwipferln ein schönes Mitbringsel, um Freunde und Familie mit etwas Selbstgemachtem zu überraschen.


Bewertung: Ø 5,0 (7 Stimmen)

User Kommentare

DIELiz

ein wissenswerter Artikel über diese nicht alltägliche Köstlichkeit. Ich bin auf neue Zubereitungen gestossen und werde es dem Lockdown-take away -Koch nachmachen, hoffentlich wird es gelingen.

Auf Kommentar antworten

Pesu07

Der Maiwipferlsirup schmeckt sehr gut, ist einfach zu machen und eine gute Alternative zu den herkömmlichen Hustensäften.

Auf Kommentar antworten

Lebensmittel-selbstg

Sehr tolle Information. Ich kannte ihn noch nicht, doch bin nun sehr interessiert. Solchen alten Hausmitteln sollte man unbedingt wieder mehr Beachtung schenken. Danke!

Auf Kommentar antworten

Hermine_Rumpfmüller

Danke für den sehr lesenswerten Artikel. Die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten war mir hier nicht bewusst..

Auf Kommentar antworten

Katerchen

Ich hatte mal ein "Fichtenwipfers-Hugo" getrunken. Hat interessant geschmeckt. Werde dieses Jahr einen Sirup ansetzen.

Auf Kommentar antworten

Maisi

Ich habe vor 2 jahren Maiwipferlsirup angesetzt, leider wurde er von meinen Lieben nicht gerne getrunken, da wurde gewöhnlicher Hustensaft bevorzugt. Ob ich ihn noch als Medizin verwenden kann?

Auf Kommentar antworten

GuteKueche-Admin

wenn er schon 2 Jahre alt ist, nicht mehr verwenden.

Auf Kommentar antworten