Kriech-Thymian

Diese kleinblättrige Pflanze ist ein sehr häufig anzutreffendes Wildkraut. Die kleinen, violetten Blüten kann man den ganzen Sommer über in mageren Wiesen entdecken. Sie dienen zahlreichen Wildbienen und Schmetterlingen als Nahrungsquelle – meist umschwirren sie die Blüten in großer Zahl.

Kriech-ThymianHeute findet der Kriech-Thymian oder Quendel vor allem in Tees Verwendung. (Foto by: Ruvo233 / Depositphotos.com)

Wissenswertes

Während der Echte Thymian aus dem Mittelmeerraum eingewandert ist, ist der Kriech-Thymian, Arzneithymian oder Quendel in Mitteleuropa heimisch und weit verbreitet.

Die anspruchslose Pflanze ist häufig an Wegrändern, Weideflächen und Bergwiesen anzutreffen.

Quendel besitzt ein milderes Aroma als der Echte Thymian, allerdings höhere Werte an ätherischen Ölen.

So wurde Quendel eher als Heilpflanze genutzt und der Echte Thymian vor allem als Würzkraut.

Verbreitung & Standort

  1. Kriech-Thymian ist eine anspruchslose Pflanze und wächst gerne auf trockenem, sandigem oder geröllhaltigem Boden.
  2. Er ist häufig im Gebirge, den Hochalmen der Alpen oder im Kaukasus zu finden.
  3. Er wächst kriechend, ist mehrjährig und bildet oft große Polster aus. Die Pflanze ist robust und sehr widerstandsfähig.

Wirkstoffe, Inhaltsstoffe & Geschmack

  • Quendel enthält verschiedene ätherische Öle, das wirksamste ist das in den Blättern enthaltene Thymol.
  • Kleine Härchen auf den Blättern setzen bei Berührung einen intensiven Duft frei.
  • Die antiseptische Wirkung von Thymol macht das Kraut vielseitig einsetzbar.
  • Sein Geschmack ist würzig und bitter.

Gesundheit, Haus- & Heilmittel

Alle Arten des Thymians werden seit der Antike als Heilmittel eingesetzt. Hildegard von Bingen empfahl Quendel den Speisen beizumischen, um Hautkrankheiten zu heilen.

Heute findet der Quendel vor allem in Tees oder Kräutersäften zur Behandlung von Rachenentzündungen und Husten Verwendung.

Durch die schleimlösende Wirkung kann er Erkältungsbeschwerden der Atemwege lindern helfen. Nach wie vor wird das Quendelkraut auch Hautcremes und Hauttinkturen zugesetzt.

Er gilt durch seine entzündungshemmende Wirkung des Thymols als Allheilmittel zum Einreiben und hilft sogar bei rheumatischer Arthritis.

Verwendung in der Küche

Blühender Kriech-ThymianDie lieblichen kleinen blühenden Blüten findet man meist im Gebirge. (Foto by: Mirage3 / Depositphotos.com)

  • Quendel eignet sich ebenso wie der Echte Thymian als Würzkraut.
  • Getrocknet entfaltet er eine höhere Würzkraft als die frischen Blätter.
  • Er eignet sich als Bestandteil von kräftigen Kräutermischungen und ist als Würzmittel für Fisch unverzichtbar.
  • Früher sammelten die Bergbauern der Alpen den ganzen Sommer über die Triebe des Quendels.
  • Sie verwendeten ihn als Würze für den täglich zubereiteten Sterz, wie man die einfachen Pfannengerichte des früheren bäuerlichen Lebens bezeichnete.
  • Die Blüten, mit heißem Wasser übergossen, ergaben dazu einen schmackhaften, gesunden Tee.

Ernte, Haltbarkeit & Lagerung

  1. Die kleinen, rosa bis violett gefärbten Blüten sind in kleinen Kugeln angeordnet, die oft dicht an dicht an den Enden der kurzen Zweige sitzen.
  2. Sie blühen den ganzen Sommer über, von Juni bis September.
  3. Quendel wird zu dieser Zeit geerntet. Die einzelnen Zweige werden gepflückt, gebündelt und an einem trockenen, schattigen Ort zum Trocknen aufgehängt.
  4. So sind sie mehrere Monate gut haltbar.

Besonderheiten & Saison

Früher hängte man Quendel büschelweise in Hühnerställen auf. Er sollte die lästigen Hühnermilben vom Federvieh fernhalten.

Heute werden von Imkern mit Thymol imprägnierte Plättchen in die Bienenbeuten gelegt. Das ätherische Öl lässt nachweislich die Varroamilben absterben, die den Honigbienen mittlerweile flächendeckend zusetzen.

Verwechslungsgefahr

Quendel ist nur mit den verschiedenen Unterarten des Thymians zu verwechseln. Diese lassen sich jedoch alle ausnahmslos in gleicher Weise verwenden.


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