Giersch

Heute ist das Kraut Giersch, welches auch als Aegopodium podagraria bekannt ist, vielen Gärtnern ein Ärgernis, da es so hartnäckig und nicht leicht zu vertreiben ist. Früher war er jedoch ein extra angebautes Wildgemüse, welches vor allem wegen seiner vielen heilenden Eigenschaften genutzt wurde.

GierschDie Blätter werden gerne in Smoothies oder auch in Salate verwendet. (Foto by: munich1 / Depositphotos.com)

Wissenswertes

So sind auch Namen wie Zipperleinskraut oder Podagrakraut aus dem volkstümlichen überliefert. Darüber hinaus sind noch viele weitere Namen für das grüne Kraut bekannt, welche sich regional stark unterschieden, wie beispielsweise Schettele, Dreiblatt, Ziegenfuß oder Ackerholler.

Die Pflanze wird oberirdisch zwischen 30 und 100 cm lang. Die Stängel sind relativ dünn, dreikantig und hohl. Klassisch sind die jeweils dreizahnigen Blätter mit je drei gezackten Ausläufern.

Verbreitung & Standort

  • Das Kraut ist in weiten Teilen Europas und Nordamerikas beheimatet.
  • Vor allem in gemäßigten Breiten mit Laubwaldvorkommen.
  • In Österreich ist er vor allem in Südtirol zu finden.

Wirkstoffe, Inhaltsstoffe & Geschmack

Der Girsch enthält ätherische Öle, Harze, Polyine, Flavonolglykoside, Chlorogensäure, Cumarine, Phenolcarbonsäuren, Saponine, Isoquercitrin, Kaffeesäure und Hyperosid.

Darüber hinaus ist es eine echte Vitaminbombe. Neben jeder Menge Vitamin C ist auch das Provitamin A enthalten.

Auch Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Kalium und Kupfer stecken in dem vielseitigen Alleskönner.

Wer das Wildkraut essen möchte, kann mit einem nussigen und an Petersilie und Spinat erinnernden Geschmack rechnen.

Gesundheit, Haus- und Heilmittel

Der Doldenblütler wurde bereits im Mittelalter angebaut. Man schrieb ihm zu, Gicht positiv zu beeinflussen und Gelenkschmerzen zu lindern. Dazu wurde frisch zerdrücktes oder gestampftes Kraut auf die schmerzende Stelle gelegt und verbunden.

Auch als Tee wurde das Wildkraut oft genutzt. Der Tee wurde gegen diverse Beschwerden wie etwa Durchfall, Husten oder Rheuma getrunken. Insgesamt werden dem Gierschkraut folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  •     entgiftend
  •     blutstillend
  •     verdauungsanregend
  •     harnsäurelösend
  •     beruhigend
  •     entwässernd
  •     entzündungshemmend
  •     harntreibend

Als Tee getrunken oder als Auflage genutzt hilft es noch heute gegen vielerlei Beschwerden:

  •     Blasenentzündung
  •     Hämorriden
  •     Verstopfung
  •     Durchfall
  •     Vitaminmangel
  •     Krampfadern
  •     Hautverletzungen
  •     Insektenstichen
  •     Ischiasbeschwerden
  •     rheumatoiden Erkrankungen

Verwendung in der Küche

Beinah das ganze Jahr über können die grünen und saftigen Blätter geerntet werden. Die bodennahen Blätter können bei einem milden Winter überdauern. Somit ist das Wildkraut teilwintergrün.

Beim Giersch werden nur die Blätter verwendet!

Gierschkraut kann genau wie Spinat zubereitet und gegessen werden. Da aktuell alte Küchenschätze neu entdeckt werden, findet man im Internet viele leckere und auch ausgefallene Rezepte rund um das grüne Kraut.

Vom rohen Genuss, über gekochte Köstlichkeiten bis hin zu getrockneten Tees ist alles dabei. Die Abwechslung auf dem Teller ist dabei schmackhaft und garantiert. Vielleicht nutzt man ihn demnächst mal als "Greens" im Smoothie.

Wer Girsch auf Vorrat lagern möchte kann dabei kreativ werden. Er kann zum Beispiel wie Spinat gepflückt und eingefroren werden. Auch ein Einkochen und Einwecken ist möglich. Allerdings wird der Girsch im Laufe der Einweck-Lagerung recht sauer.

Besonderheiten & Saison

  • Essen und sammeln kann man den Girsch das ganze Jahr über. Vor allem im Frühling und Sommer sind die Blätter groß und grün.
  • Wer den Girsch trocknen möchte, um ihn später als Tee zu nutzen, sollte die Blätter kurz vor der Blüte sammeln.
  • Zu dieser Zeit sind die meisten Nährstoffe enthalten. Die Blütezeit des Wildkrauts mit den weißen Blüten liegt zwischen Juni und Juli.
  • Das bedeutet auch, dass das Gemüse vor allem im späten Frühling und im frühen Sommer den höchsten Nährwert hat.

Verwechslungsgefahr

Der Girsch kann leicht mit anderen und teilweise giftigen Wildpflanzen verwechselt werden. So zum Beispiel mit:

    gefleckter Schierling
    breitblättriger Merk
    Bibernelle
    Wiesenbeerenklau

Man sollte also vorsichtig sein und bei Unsicherheit lieber einen Experten fragen. Der Girsch ist aber an seinen dreigeteilten Blättern mit jeweils drei Blattteilen mit gezahnten Außenrändern und dem dreikantigen Stiel zu erkennen.


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