Makrobiotische Ernährung

Die Makrobiotik (griech.: Langes Welt umfassendes Leben) entstand auf der Basis des Zen-Buddhismus. Begründet wurde sie von dem Japaner Georges Ohsawa, fortgeführt von dessen Schüler Michio Kushi. In der westlichen Welt wird die makrobiotische Ernährung vereinzelt angewendet, es gibt beispielsweise in Wien einen Vertrieb hochwertiger makrobiotischer Lebensmittel.

Makrobiotische ErnährungYin und Yang werden unterschiedliche Lebensmittel zugeordnet. (Foto by: © Pixel & Création / fotolia.com)

Yin und Yang

Der Zen-Buddhismus geht davon aus, dass die gegensätzlichen Kräfte Yin und Yang für alles, was im Universum geschieht, verantwortlich sind. Trotz der Gegensätzlichkeit bedingen sie sich aber, so dass ein gesundes glückliches Leben nur möglich ist, wenn die beiden Kräfte ausgeglichen sind. Das gilt auch für die Ernährung. Dabei werden Yin und Yang unterschiedliche Lebensmittel zugeordnet.

Yin-betonte Lebensmittel sind u.a.:

  • Kartoffeln
  • Joghurt
  • Tomaten
  • Kaffee
  • Frischkost
  • Zucker
  • Weißmehlprodukte
  • uvw.

Das Yin wird gefördert durch Würzen mit aromatischen Kräutern, Säuern oder Süßen.

Yang-betonte Lebensmittel sind u.a.:

  • Fisch
  • Eier
  • Käse
  • Nüsse
  • Meeresfrüchte
  • uvw.

Yang lässt sich durch Backen, Erhitzen und Würzen mit bitteren Kräutern fördern.

Ohsawas Stufenmodell - der Erfinder

Ohsawa entwickelte einen 10-Stufen-Plan, welcher auf der ersten Stufe eine Ernährung von Getreide, Gemüse, Suppen, tierischem Eiweiß, Salaten und Früchten in einem bestimmten prozentualen Verhältnis vorsieht.

Bis zur Stufe 10 wird immer mehr weg gelassen und auf jeder Stufe sollen 10 Prozent mehr Getreide gegessen werden, so dass die Ernährung am Ende 100 Prozent dieses Nahrungsmittels umfasst.

Ohsawa empfiehlt des Weiteren, so wenig wie möglich zu trinken. Auf Fleisch soll verzichtet werden, weil dieses seiner Meinung nach den Organismus vergiftet und zu Intelligenzverlust führt.

Kushis Empfehlung - der Schüler

Kushi rät von diesem Modell ab, er empfiehlt eine Kost, die zwar auch 50 % Getreide beinhaltet, aber auch 25 % Gemüse, 13 % pflanzliches Eiweiß, 6 % aus Getränken oder Suppen und 6 % Fisch.

So funktioniert die makrobiotische Ernährung

  • Gegessen werden sollen vollwertiges Getreide, viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Obst.
  • Verbotene Lebensmitteln (Fleisch, Milchprodukte, usw.) sollen komplett weggelassen und durch andere Produkte (Soja, Algen, …) ersetzt werden.
  • Auch Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Zucker sollten gemieden werden (Nachtschattengewächse wirken sich ungünstig auf die Gesundheit aus).
  • Brauner Reis ist eines der wichtigsten Lebensmittel und sollte täglich gegessen werden, da er ein optimales Yi-Yang Verhältnis haben soll.
  • Die Mahlzeiten sollen zum größten Teil aus dem ganzen Korn hergestellt werden.
  • Die Nahrungsmittel sollten aus ökologisch hochwertigem Anbau stammen.
  • Einen konkreten Ernährungsplan gibt es aber nicht.

Das Für und Wider

was spricht dagegen ...

  • Nach heutigen Erkenntnissen ist die makrobiotische Ernährung nach Ohsawa als Dauerkostform ungeeignet.
  • Die Lebensmittelauswahl ist sehr eingeschränkt. Deshalb kann es zu Unterversorgungen bei Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß kommen.
  • Widerlegt ist auch die Forderung, so wenig wie möglich zu trinken.

Mit Vorsicht zu genießen ist ferner die Auffassung, dass mit der Makrobiotik alle Krankheiten geheilt werden können. Diese Überzeugung hängt mit dem philosophischen Hintergrund der Lehre zusammen, nach welcher der Mensch gesund ist, wenn Yin und Yang in ihm ausgeglichen sind.

Damit ergibt sich folgendes: Die makrobiotische Ernährung schließt eine Beschäftigung mit der dahinter stehenden Weltanschauung ein, ansonsten ist sie schwer verständlich und auch nicht wirklich gesund!


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User Kommentare

Shitake26
Shitake26

meine Tante und mein Onkel haben sich schon vor Jahrzehnten makrobiotisch ernährt und ich kam hier als Kind auch öfters in den Genuss bei speziellen Anlässen makrobiotische Mahlzeiten zu verkosten, allerdings war ich diese Form der Ernährung nicht gewohnt und bekam dann immer Bauchkrämpfe. Bei der makrobiotischen Ernährung handelt es sich nicht nur um eine eigene Form der Ernährung sondern sie war auch verknüpft mit einer dementsprechend spirituellen Hingabe zum Zen-Buddhismus unter anderem muss hier auch stundenlanges Meditieren in Kauf genommen werden und dass man sich von allen irdischen Gütern trennt ist wohl auch logisch ( Alkohol, TV Konsum, Medien etc etc alles tabu )

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