Leimkraut

Das weiße und rote Leimkraut (Lichtnelke) sind äußerst pflegeleichte Wildkräuter, die den ganzen Sommer hindurch blühen sowie mehrere heilsame Eigenschaften besitzen.

Leimkraut oder LichtnelkeDie weiße Lichtnelke ist meist an Acker- und Waldrändern anzutreffen. (Foto by: G. Wolg / Depositphotos.com)

Wissenswertes

Von Leimkräutern (Lichtnelke oder Silene) gibt es 600 - 700 Arten. Sie gehören zur Pflanzengattung der Nelkengewächse. Zwei davon haben wir mal näher unter die Lupe genommen:

  • Botanischer Name: Weißes Leimkraut (Silene latifolia), Rotes Leimkraut (Silene dioica)
  • Volksname:  Weiße Lichtnelke Rote Lichtnelke
  • Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae Gattung) Leimkräuter (Silene)
  • Blüteneigenschaften: weiß – hellrosa, duftend, 3 cm; öffnen sich nachmittags; verschließen sich bei Dämmerung, magenta-rot; duftlos, 1,8 – 2,5 cm; öffnen sich morgens; verschließen sich bei Dämmerung
  • Wuchshöhe: 30 – 120 cm 30 – 90 cm
  • Wurzeltiefe: bis 60 cm bis 50 cm
  • Hauptblütezeit:   Mai – anfangs Oktober    April – anfangs Oktober

Verbreitung & Standort

Die beiden Lichtnelkensorten kommen in ganz Eurasien wildwachsend vor. Während die weiße Lichtnelke meist bis max. 700 m. ü. M. verbreitet ist, klettert die rote Lichtnelke sogar bis auf 2'400 m. ü. M. hinauf.

Am liebsten mag es die weiße Lichtnelke sonnig-warm an Weg- und Ackerrändern sowie an Gebüsch-Säumen. Unter der idealen Bodenbeschaffenheit versteht sie feuchte bis nasse, kalkhaltige, stickstoffreiche, nicht saure sowie lehmige Erde.

Die rote Lichtnelke findet man hingegen eher an Waldrändern in lichtdurchfluteten Laubwäldern, auf feuchten Wiesen, am häufigsten in der Nähe von Teichen oder Bachläufen, aber auch an Hecken.

Sie mag es halbschattig und benötigt keine direkte Sonneneinstrahlung. Genauso wie die weisse Lichtnelke, mag sie fast dieselbe Bodenbeschaffenheit; jedoch bevorzugt sie nährstoffarme Erde.

Wirkstoffe, Inhaltsstoffe & Geschmack

Die Laubblätter der beiden Lichtnelkensorten enthalten Vitamin C und A, Zink sowie Saponine, welche ihnen zwar einen leicht bitteren Geschmack verleihen, jedoch auch eine schleimlösende Wirkung haben.

Die Blüten selbst schmecken hingegen eher süßlich-mild bis teeartig.

Gesundheit, Haus- & Heilmittel

  1. Als Heilmittel wird die weiße Lichtnelke bei Atemwegserkrankungen (Heiserkeit, Husten, Erkrankungen der Nebenhöhlen oder Schleimhaut), Hautkrankheiten, Gicht und Rheuma angewendet.
  2. Die schleimlösende, erweichende und harntreibende Heilwirkung tritt dank der enthaltenen Saponine ein.
  3. Des Weiteren soll es Blutdruck- und Cholesterinspiegel-regulierend wirken, sowie die körpereigenen Abwehrkräfte dank enthaltenem Zink steigern.
  4. Weitere Anwendungsmöglichkeiten bestehen in der Bekämpfung von Zahnbelag, blutendem Zahnfleisch sowie Entzündungen im Mund- und Rachenbereich durch Spülen und Gurgeln von Teeaufgüssen aus seinen Blättern.
  5. Bei Hautkrankheiten werden vor allem die – fungizid und antibiotisch wirkenden – Blätter und Wurzeln für Abkochungen genutzt und anschließend für Umschläge oder Waschungen der betroffenen Stelle eingesetzt.
  6. Die rote Lichtnelke hat ebenfalls eine entzündungshemmende, entwässernde sowie entgiftende Wirkung und trägt ebenso zur Stärkung des Immunsystems bei.
  7. Vor allem ihre Wurzeln, Samen und Blüten kommen heute in der Naturheilkunde zum Einsatz, indem man daraus Tee, Brei-Umschläge und Tinkturen herstellt.
  8. So kann man aus der Blüte eine Essenz gewinnen, welche eine ähnliche Wirkung wie Bachblüten-Essenzen aufweisen.

Verwendung in der Küche

rote LichtnelkeDie rote Lichtnelke findet man an Waldrändern und feuchten Wiesen. (Foto by: ivusakzkrabice / Depositphotos.com)

  • Die jungen Blüten- und Laubblätter der roten und weißen Lichtnelke kann man Salaten oder Suppen beifügen oder es wie die Italiener machen, nämlich Ravioli mit Ricotta und Lichtnelkenblättern füllen.
  • Allerdings schmecken sie auch in rohem Zustand auf Butterbroten oder als Zugabe in Kräutertees äußerst gut.

Ernte, Haltbarkeit & Lagerung

Sammeln kann man die jungen Blätter und Triebe am besten von April bis Mai und die Wurzeln von April bis November.

Es empfiehlt sich das Sammelgut an der Luft trocknen zu lassen, sowie trocken zu lagern, um es haltbarer zu machen.

Besonderheiten & Saison

  • Aufgrund der enthaltenen Saponine können empfindliche Menschen eine magen- und hautreizende Wirkung verspüren.
  • Menschen mit Nieren- oder Rheumaleiden sowie Schwangeren rät man von der Konsumierung von Leimkräutern ab.
  • Mit dem Alter der Pflanze nimmt die Bitterkeit im Geschmack zu, daher empfiehlt man zum Verzehr eher die jungen Blätter im Frühling.

Verwechslungsgefahr

Es besteht keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen.


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