Veilchen

Die kleine Blüte mit den großen Heileigenschaften: Schon im Altertum bauten die Griechen Duftveilchen an. Das Wildkraut symbolisierte die Stadt Athen, auch verschiedene Götterbilder wurden in jener Zeit mit Veilchenblüten dekoriert.

Veilchen (Viola)Das zarte Veilchen enthält Saponine und ätherisches Öl. (Foto by: alely / Depositphotos.com)

Wissenswertes

Sie gehören zur Pflanzenfamilie der Veilchengewächse (Violaceae), die etwa 500 Unterarten zählt, von denen neben dem Duft-Veilchen (Viola odorata) die Hornveilchen (Viola Cornuta-Hybriden) sowie die Stiefmütterchen (Viola Wittrockiana-Hybriden) und das kräftigere Hunds-Veilchen (Viola canina) zu den bekanntesten gehören.

Der Volksmund nennt sie auch Heckenveigerl, Oeschen, Vegeli, Vieli, Viole oder auch Osterveigel und Schwalbenblume.

Als immergrüne und Rhizome bildende Staude bilden Veilchenpflanzen an kurzen, aufrecht stehenden Sprossen ganze Büschel gezähnter, herzförmiger Blätter. Die etwa zwei Zentimeter breiten, stark duftenden und je nach der Sorte violett-blauen, weißen oder roten Blüten können sich bereits im Winter oder im sehr zeitigen Frühling öffnen.

Verbreitung & Standort

Die verschiedenen Veilchenarten kommen überall in Europa vor. Wild wachsen Veilchenpflanzen bevorzugt an halbschattigen, feuchten Standorten auch überall in Österreich.

Wirkstoffe, Inhaltsstoffe & Geschmack

  • Die Veilchenpflanze enthält Saponine und ätherisches Öl, außerdem auch Farb- und Schleimstoffe.
  • Zudem sind Bitterstoffe, Flavonoide, Glykoside, das Alkaloid Violin sowie Salizylsäure, Salizylsäuremethylesther und Farbstoffe nachweisbar.
  • Sie kommt in der Naturheilkunde zum Einsatz. In der Kräuterküche geben die dekorativen, zarten Blütchen verschiedenen Salaten ihr mildes Aroma.

Gesundheit, Haus- & Heilmittel

  1. Veilchenpflanzen enthalten neben den Saponinen auch das Alkaloid Violin und werden somit als mildes, natürliches Heilmittel gegen Husten, insbesondere bei Katarrhen und Bronchitis eingesetzt.
  2. Sie kann aber auch bei Verschleimungen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen helfen.
  3. Medizinische Anwendung finden sie als allfälliges Mittel gegen Milchschof, Windeldermatitis und andere Hautbeschwerden.
  4. Dazu werden Sprossteile in Pasten und Salben verarbeitet. Zudem werden den Veilchenpflanzen auch krebshemmende Eigenschaften zugesprochen.
  5. Die Blüten werden außerdem schon lange Zeit für die Herstellung von Parfüm verwendet.

Verwendung in der Küche

Veilchen als DekoAls Dekoration eignen sich Veilchen besonders gut. (Foto by: Gisma / Depositphotos.com)

  • Zarte Veilchenblätter geben grünen Salaten eine ganz besondere Note; die essbaren, hübschen Veilchenblüten sind auch über Desserts gestreut eine schöne Garnierung.
  • Kandiert verzieren sie auch besonders hochwertige Produkte des Konditoren-Handwerks.
  • Aber auch Veichensirup lässt sich problemlos herstellen.

Ernte, Haltbarkeit & Lagerung

  1. Frostharte Duftveilchen säen sich in den Gärten reichlich selbst aus – dann verbreiten sie sich polsterartig über ihre Ausläufer.
  2. Gärtner, die selbst eingreifen wollen, können die Pflanzen in den Frühlings- oder Herbstmonaten teilen.
  3. Der Handel bietet auch Veilchensamen an, der dann am gewünschten Ort ausgesät werden kann.
  4. Auf nährstoffreichen, frischen Böden gedeihen die Veilchenpflanzen am besten.
  5. Empfehlenswert sind halbschattig gelegene Gehölz- oder Wildblumengärten.
  6. Pittoreske Veilchenblüten zieren in Tontöpfen auch den Balkon oder die Fensterbank.
  7. Um die Blütezeit geschickt zu verlängern, sollten abgewelkte Veilchenblüten peu à peu entfernt werden.
  8. Nach der Ernte müssen die Blüten und Blätter möglichst schnell trocknen.
  9. Luftig und schattig aufbewahrt bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten.
  10. Bewährt hat sich auch die Konservierung als Veilchensirup und Veilchentee.

Besonderheiten & Saison

Besonders die Blüten, aber auch alle anderen Teile der Veilchenpflanze können im Frühling geerntet werden.

Verwechslungsgefahr

Direkte Verwechslungsmöglichkeiten sind nicht bekannt.

Vorsicht ist bei der sogenannten Veilchenwurzel angebracht: Auch wenn dieser Name die Vermutung nahe legt, handelt es sich dabei nicht um das Wurzelwerk einer Veilchenpflanze, sondern um einen verzweigten Spross der Schwertlilie.

In Fichtenwäldern sind der sogenannte Veilchen Wasserkopf oder der Veilchen Gürtelfuß zu finden. Das sind allerdings Pilze, die mit duftenden Veilchenblüten nun gar nicht verwechselt werden können.


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