Wegwarte

Allerorten steht das attraktive Wildkraut von Ende Juni bis Oktober blühend am sonnigen Wegesrand. Die Wegwarte steckt voller Pflanzenpower.

WegwarteDie Wegwarte wächst auf Weiden und Äckern. (Foto by: Manka / Depositphotos.com)

Wissenswertes

Ihre kultivierten Verwandten sind als Endivien, Chicorée und Radicchio Stammgäste in der gesunden Küche.

Hätte die Wegwarte nicht die strahlend blauen Blüten, liefe sie Gefahr übersehen zu werden.

Die Blüten des wilden Kräuterleins nehmen mitunter weiße Tönungen an.

In Sachen Blüte sind die Wegwarten sehr eigen: Diese öffnen sich stets nur einen halben Tag lang. Meist geschieht das in der Zeit von 06 Uhr morgens bis 11 Uhr.

Verbreitung & Standort

  • Sie ist auf allen Kontinenten zu Hause und erreicht bei guten Bedingungen eine beachtliche Wuchshöhe von bis zu 2 Metern.
  • Andere Wegwarten breiten sich eher horizontal aus. Besonders starke Exemplare klettern hinauf auf 1.500 Meter Seehöhe.
  • Wegwarten gedeihen überall in Österreich an sonnigen Wegen. Sie stellen wenig Ansprüche an ihre Umwelt.

Wirkstoffe, Inhaltsstoffe & Geschmack

Neben dem präbiotischen Inulin sind es Gerb-, Bitter- und Schleimstoffe, die in den Wegwarten schlummern.

Gesundheit, Haus- & Heilmittel

  1. Bitterstoffe regen Leber und Galle an und unterstützen die Fettverdauung.
  2. Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und unterstützen die Ausscheidung von Giften.
  3. Schleimstoffe regulieren die Verdauung und regulieren den Blutzuckerwert.
  4. Inulin kann von Darmbakterienarten verwertet werden und trägt zur Darmgesundheit bei.
  5. Das Wildkraut wird von jeher als harn- und schweißtreibendes Mittel gepriesen, das ganz allgemein die Verdauung fördert.
  6. Der Wegwartentee reduziert die Beschwerden bei Rheuma und Gicht.

Ob Paracelsus oder Pfarrer Kneipp: Beide schätzten zu ihrer Zeit das «Hansl am Weg» wegen seiner reinigenden und beruhigenden Wirkung.

Vorsicht ist allerdings bei Gallensteinen geboten, denn der Tee steht im Ruf, Koliken hervorzurufen. Wer von Gallensteinen geplagt wird, sollte in jedem Fall vor der Einnahme seinen Hausarzt befragen.

Verwendung in der Küche

WegwartenteeAlle Pflanzenteile der Wegwarte finden in der Küche ihre Verwendung. (Foto by: Depositphotos.com)

  • Damals nannte der Volksmund das Wildkraut gern Kaffeekraut. In der Vergangenheit waren die Wurzeln immer wieder mal ein beliebter Kaffeeersatz. Zu diesem Zwecke wurden sie gereinigt, zerkleinert und geröstet. Aus Malz, Eicheln und den inulinreichen Zichorienwurzeln wurde ein durchaus gesunder Ersatz gebraut. Ganz im Geist der heutigen Zeit werden die Wurzeln als gluten- und koffeinfreies Instantpulver in Bioqualität angeboten. Dabei werden Zichorien zusammen mit Lupinen und Roggen verarbeitet.
  • Sie enthalten das meiste Inulin und ergeben ebenso wie die Blätter einen guten Wegwartetee.
  • Blätter und Wurzeln werden traditionell in Wein eingelegt und als Mittel bei Verdauungsproblemen eingenommen.
  • Die Wegwartenblätter sind roh als Salatbeimischung geeignet und bereichern gekocht Gemüsesuppen.
  • Die attraktiven, blauen Blüten sind ein beliebter, essbarer Schmuck für frische Salate und eignen sich zum Kandieren.

Ernte, Haltbarkeit & Lagerung

Bei der Wurzelernte werden besonders kräftige Pflanzen ausgewählt.

Da die Wurzeln sehr tief in den Boden hineinragen, ist mitunter ein kleiner Spaten hilfreich.

Die gereinigten Wurzeln sind ein gutes Wildgemüse und lassen sich zudem gut trocknen.

Besonderheiten & Saison

  1. Von den Wegwarten können Wurzeln, Blätter und Blüten genutzt werden.
  2. Die Wurzeln werden im März, April, Oktober und November ausgegraben.
  3. Die Blatternte läuft von Juni bis September.
  4. Die Blütenernte erfolgt zwischen Juli und September.

Verwechslungsgefahr

Mitunter wird sie mit dem Wildkraut Alpen-Milchlattich verwechselt.


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