Der Alltag mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit

Der Alltag von Menschen, die an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. Nahrungsmittelintoleranz leiden, ist vom Verzicht auf bestimmte Lebensmittel geprägt. Betroffene denken oft, dass sie dadurch, weniger Lebensmittel zu sich nehmen dürfen, auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung verzichten müssen. Das ist allerdings nicht der Fall, wenn sie mit ihrer Nahrungsmittelintoleranz richtig umgehen, ihre Nahrung gut auswählen und bestimmte Regeln beachten.

Alltag mit einer NahrungsmittelunverträglichkeitDer Alltag mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist nicht immer einfach.

Ist der Stoffwechsel des menschlichen Organismus nicht in der Lage, bestimmte Nahrungsmittel zu verwerten, spricht man von einer Nahrungsmittelintoleranz, die nicht zu verwechseln mit der sehr selten vorkommenden Nahrungsmittelallergie ist.

Nahrungsmittelintoleranzen treten sehr häufig auf, etwa bei 50 Prozent aller Menschen. Häufig vorkommende Arten sind:

Laktoseintoleranz

Menschen mit einer Laktoseintoleranz vertragen generell keine Milchprodukte, außer Käsesorten mit einem minimalen Laktosegehalt (bis zu 1 Prozent).

Diese Produkte sollte man meiden:

  • Milchprodukte (wie zum Beispiel Milch, Käse & Käseprodukte, Trinkkakao, Kondensmilch, Schlagobers, Joghurt, Molke, Topfen)
  • Backwaren (wie zum Beispiel Brot, Waffeln, Kuchen, usw.)
  • Fertiggerichte (wie zum Beispiel Pizza, Tiefkühlfertiggerichte, Fast Food, usw.)
  • Süßwaren (wie zum Beispiel Eis, Schokolade, usw.)
  • Wurstwaren
  • Fertigprodukte (wie zum Beispiel Suppen, Kartoffelpüree, Kroketten, usw.)
  • Weitere Produkte wie zum Beispiel Margarine, div. Brotaufstriche, usw.

Diese Produkte kann man essen:

  • Laktosefreie Milchprodukte oder Kokosmilch, Reismilch, Mandelmilch, Sojamilchprodukte, Hafermilch
  • Backwaren ohne Milch bzw. Milchpulver
  • Vegane Brotaufstriche
  • Fleisch und Fisch und Meeresfrüchte
  • Obst und Gemüse
  • Weitere Produkte wie zum Beispiel Tofu, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Kräuter, Gewürze, Reis, Nüsse, uvw.

Sie müssen stets auf laktosefreie Milchprodukte wie Soja oder Kokosmilch zurückgreifen oder auf Joghurt mit lebenden Keimen, dessen Milchsäurebakterien einen Teil der Laktose abbauen. Auf erhitzten Joghurt sollten sie dagegen verzichten.

Info: Laktosefrei ist ein Produkt, wenn es pro 100 Gramm maximal 0,1 Gramm Laktose enthält, da diese Menge an Laktose auch für Laktoseintollerante Menschen unproblematisch ist.

Unsere Rezept-Tipps:

Fruktoseintoleranz

Auch Menschen mit einer Fructoseintoleranz müssen nicht auf eine gesunde Ernährung verzichten.

  • Sie dürfen bedenkenlos Kartoffeln, Reis, Getreide, Brot, Nudeln zu sich nehmen. Des Weiteren vertragen sie Milchprodukte ohne Früchtezusatz, Eier und Pilze sehr gut.
  • Salate wie Vogerlsalat, Endiviensalat, Kopfsalat oder Gemüse wie Spinat, Avocado, Kohlrabi, Spargel können sie bedenkenlos zu sich nehmen.
  • Sauerkraut vertragen viele Betroffene nicht, da im Handel gekauften Sauerkraut oft Sorbit enthält.
  • Bananen enthalten sehr viel Fruchtzucker, deswegen sollte man nicht mehr als eine pro Tage zu sich nehmen.
  • Papayas vertragen Menschen mit einer Fruktoseintoleranz individuell unterschiedlich - deswegen bitte zuerst testen.
  • Nüsse dürfen Menschen mit einer Fruktoseintoleranz ohne Bedenken zu sich nehmen, aber keine Erdnüsse.
  • Gut verträglich sind Fische und Meeresfrüchte, Fleisch und Öle.
  • Beim Essig bitte auf die Zutatenliste achten. Apfelessig ist in der Regel gut verträglich - am besten eignet sich Kräuteressig.

Histaminunverträglichkeit

Bei einer Histaminunverträglichkeit kann der Körper aufgenommenes Histamin nicht hinreichend abbauen. Dies kann oft zu Hautproblemen (z.B. Nesselsucht), Kopfschmerzen, Migräne, Müdigkeite, Verdauungs- und Atembeschwerden führen.

Diese Lebensmittel sollte man meiden:

  • Eingelegte/konservierte Lebensmittel
  • Hartkäse (je älter desto mehr Histamin)
  • Geräucherte Fleisch- und Wurstwaren
  • Fischkonserven
  • Bohnen und Hülsenfrüchte
  • Sojaprodukte
  • Sauerkraut
  • Fertigprodukte
  • Alkoholische Getränke / vor allem vergorene Getränke (Bier und Wein)
  • Balsamico, Rotweinessig, Weissweinessig
  • Schokolade, Kakao

Diese Lebensmittel sind unbedenklich:

  • Frischkäse
  • frisches Fleisch bzw. Fangfrischer Fisch
  • frisches Obst und Gemüse
  • Getreide wie Reis, Mais, Dinkel, Quinoa, usw.
  • Teigwaren und Pasta
  • uvw.

Tipp: Menschen die auf Histamine reagieren, sollten vor allem auf frische und möglichst unverarbeitete Lebensmitteln achten.

Zöliakie

Zöliakie - GlutenfreiZöliakie ist besser bekannt unter Glutenunverträglichkeit. (Foto by: © Stauke / fotolia.com)

Menschen mit einer Zöliakie vertragen keine Gluten, die in vielen Getreidearten enthalten sind. Gluten können bei Betroffenen die Schleimhaut des Darms schädigen, deswegen müssen sie sich glutenfrei ernähren. Dagegen dürfen sie grundsätzlich alles zu sich nehmen, was keine Gluten enthält.

Diese Produkte sollte man meiden:

  • Getreidesorten: Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern und diverse Urkornarten
  • Produkte aus diesen Getreidesorten wie zum Beispiel Mehl, Grieß, Semmelbrösel, Stärke, Teigwaren, usw.
  • Weitere Produkte wie zum Beispiel Brot, Pizza, Nudeln, Paniertes, Kuchen, Torten, Bier, Malzgetränke, Kekse, Müsliriegel, Waffeln, Cornflakes, Pasta, usw.

Diese Produkte kann man essen:

  • Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Eier
  • Obst, Gemüse, Kartoffeln, Kräuter, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte
  • Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa
  • Milch- & Käseprodukte
  • Tofu und Gewürze
  • Öle und Fette
  • Zucker wie zum Beispiel in Honig, Marmelade
  • Wein, Sekt, Wasser

Info: Vorsicht ist hier wieder bei Fertigprodukten geboten, auf denen das Logo „Glutenfrei“ nicht angebracht ist.

Grundsätzlich gilt: Im europäischen Raum müssen Nahrungsmittelbestandteile, die häufig zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen, auf der Verpackung gekennzeichnet sein. Das macht das Einkaufen von Lebensmitteln für Menschen mit Zöliakie und anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten einfacher. Allerdings können auch Lebensmittel ohne Kennzeichnung in den Regalen stehen.


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