Johanniskraut

Der für das Echte Johanniskraut beziehungsweise Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatung) namensgebende Pate, der Johannistag verdankt seinen Namen der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni. Das um diese Zeit und somit zur Sommersonnenwende blühende Wildkraut leitet sich in der wissenschaftlichen Bezeichnung von den griechischen Wörtern hyper für über oder oberhalb und eikon für Bild ab. Die Namensgebung der Pflanze ist somit der Tradition geschuldet, die Blüten am Johannistag über einem Bild anzubringen, um alles Böse zu vertreiben.

JohanniskrautJohanniskraut ist ein altbewährtes Heilmittel für die äußere und innere Anwendung. (Foto by: Kassandra2 / Depositphotos.com)

Wissenswertes

Hypericum perforatung ist eine krautige Pflanze mit einem markgefüllten aufrecht stehenden zweikantigen Stängel, welcher zum Ende hin buschig verzweigt.

Die Blätter der Pflanze sind gegenständig angeordnet und oval. Auffallend sind die auf der Blattspreite befindlichen hellen Punktierungen, in denen sich ätherische Öle eingelagert haben.

Die gelben Blüten der Pflanze sind radiärsymmetrisch und enthalten das blutrote Hypericin, das beim Zerreiben der Knospen austritt.

Verbreitung & Standort

  • Das in seiner Verbreitung nicht gefährdete Wildkraut ist in Österreich vor allem an Waldschlägen, Waldrändern sowie Magerwiesen vorzufinden.
  • Des Weiteren siedelt die Pflanze gerne an Wegrändern sowie Auwiesen, zum Beispiel in Nationalparks wie den Donauauen.

Wirkstoffe, Inhaltsstoffe & Geschmack

Das Echte-Johanniskraut schmeckt bitter und ist in seiner Wirkweise adstringierend. Das Pflanzengewebe enthält etwa 0,1 bis 0,15 Prozent Hypericine, ein Anthrachinon Derivat und wesentlicher Bestandteil der Pflanzenfärbung.

Sekundäre Pflanzenstoffe wie die Flavonoide und Bioflavone sind zu 2 bis 4 Prozent in der Pflanze enthalten.

Weitere relevante Inhaltsstoffe der Pflanze sind das Hyperforin, das Adhyperforin sowie ätherische Öle in reicher Fülle, wie das Sesquiterpen und das Spathulenol.

Gesundheit, Haus- & Heilmittel

  1. Johanniskraut ist ein altbewährtes Heilmittel, welches sowohl zur inneren als auch äußeren Anwendung kommt.
  2. Von innen heraus wirkt es angstlösend und stabilisierend und wird zur Behandlung von leichten Depressionen, Stimmungsschwankungen und nervöser Unruhe eingesetzt.
  3. Vor allem der Inhaltsstoff Hypericin wirkt dabei als Antidepressivum und wird des Weiteren als Marker für krebsartiges Gewebe verwendet.
  4. Die Flavinoide in der Pflanze sind gut für das Herz-Kreislauf-System und zudem antioxidativ. In der äußeren Anwendung helfen Salben und Tinkturen mit Inhaltsstoffen des Krautes bei der Wundheilung sowie bei Muskelschmerzen (Myalgien).
  5. In der Volksmedizin wurde und wird das Johanniskrautöl durch seine antibakterielle, durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung zur Behandlung von Hexenschuss, Rheuma, Gicht, Sonnenbrand sowie Verstauchungen und vielem mehr verwendet.

Verwendung in der Küche

JohanniskrautteeJohanniskraut wird gerne im Tee verwendet. (Foto by: Kassandra2 / Depositphotos.com)

In der Küche wird die Pflanze vor allem als Bestandteil in Teezubereitungen verwendet und ist wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung sehr beliebt.

Des Weiteren ist es Bestandteil einiger Kräuterschnapsmischungen sowie Liköre. In einigen alten Rezepten vom Lande wird das Wildkraut zudem mit anderen Wildkräutern als Kräutermischung zur Würze verwendet.

Ernte, Haltbarkeit & Lagerung

  • Die Züchtung der Pflanze und Aussaat erfolgt im Frühjahr oder Herbst und die Ernte zweimal im Jahr zur Blütezeit.
  • Für Frischware kann das Kraut per Hand oder Maschine geerntet werden, wohingegen zur Trocknung vorgesehene Felder mit Erntemaschinen abgeerntet werden.
  • Den Pflanzen wird nach der Ernte auf Bandtrocknern die Feuchtigkeit entzogen.

Besonderheiten & Saison

Seit jeher werden die Johanniskrautblüten, Knospen und Blätter Ende Juni zur Zeit der Sommersonnenwende geerntet.

Traditionell geschah dies aufgrund des Standes der Sonne und der Vermutung, dass die Pflanze so höhere Konzentrationen an Inhaltsstoffen habe.

Dies kann so nicht mehr bestätigt werden. Es erfolgt traditionell dennoch weiterhin und ist dem alten Glauben geschuldet, das die Pflanze eine reine Sonnenpflanze sei.

Verwechslungsgefahr

Auf den ersten Blick ähnelt die Johanniskrautpflanze dem giftigen Jakobs-Kreuzkraut, bei näherer Betrachtung werden einem jedoch die Unterschiede in der Blatt- und Blütengestaltung gewahr.

Die Blüte zu zerreiben verrät definitiv, um welche Pflanze es sich schlussendlich handelt, da bei der Johanniskrautpflanze roter Saft austritt.

Des Weiteren ähnelt das Wildkraut dem Wiesenpippau, dessen Blütezeit jedoch schon Mai ist und der weniger Blätter besitzt.

 


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