Schwarzwurzel
Schwarzwurzeln sind längst mehr als ein unscheinbares Wintergemüse. Ihr mildes, leicht nussiges Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe machen sie zu einem vielseitigen Gemüse für die kalte Jahreszeit.

Die Schwarzwurzel zählt zu den klassischen Wintergemüsesorten und wird wegen ihrer dunklen Schale manchmal etwas unterschätzt.
Unter der fast schwarzen Schale verbirgt sich jedoch ein helles, zartes Fruchtfleisch mit einem milden, leicht nussigen Geschmack.
Aufgrund ihrer feinen Konsistenz wird die Schwarzwurzel auch gerne als „Winterspargel“ bezeichnet.
Ob als Suppe, Beilage, Püree oder überbacken, das Wurzelgemüse lässt sich vielseitig zubereiten und bringt gerade in den kalten Monaten Abwechslung auf den Teller.
Herkunft
- Die Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) stammt ursprünglich aus Südeuropa und Vorderasien.
- Ihre botanische Bezeichnung weist auf Spanien hin, wo die Pflanze bereits seit langer Zeit bekannt ist.
- Ursprünglich wurde die Schwarzwurzel nicht nur als Gemüse genutzt.
- Ab etwa dem 17. Jahrhundert gewann sie in Mitteleuropa zunehmend als Kultur- und Gemüsepflanze an Bedeutung.
- Heute wird sie vor allem in europäischen Anbaugebieten kultiviert.
- Obwohl sie lange Zeit etwas in Vergessenheit geraten war, findet das traditionelle Wintergemüse wieder häufiger seinen Weg in die Küche.
Saison
Die Hauptsaison der Schwarzwurzel reicht etwa von Oktober bis April.
Die langen, dunklen Wurzeln werden ab Herbst geerntet und sind aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit über weite Teile des Winters erhältlich.
Damit ist die Schwarzwurzel eine interessante Alternative zu anderem heimischem Winter- und Wurzelgemüse.
Geschmack
- Schwarzwurzeln besitzen einen milden, leicht süßlichen und fein-nussigen Geschmack.
- Das Aroma erinnert entfernt an Spargel, ist jedoch etwas kräftiger und erdiger.
- Beim Garen wird das helle Fruchtfleisch angenehm weich und cremig, behält bei entsprechend kurzer Garzeit aber noch etwas Biss.
- Der Beiname „Winterspargel“ bezieht sich vor allem auf den feinen Geschmack und die Verwendung in der Küche.
- Botanisch sind Schwarzwurzel und Spargel nicht miteinander verwandt.
Verwendung in der Küche

Vor der Zubereitung werden Schwarzwurzeln gründlich gewaschen und geschält.
Dabei tritt ein klebriger, milchiger Pflanzensaft aus, der Hände und Arbeitsflächen verfärben kann.
Küchenhandschuhe sind deshalb beim Schälen empfehlenswert.
Die geschälten Wurzeln sollten unmittelbar in Wasser mit etwas Zitronensaft gelegt werden.
Dadurch bleibt das Fruchtfleisch hell und verfärbt sich nicht so rasch.
Schwarzwurzeln können gekocht, gedünstet, gebraten oder überbacken werden.
Besonders gut eignen sie sich für Suppen, cremige Pürees, Aufläufe, Gratins und Gemüsebeilagen.
Auch mit Kartoffeln, Karotten oder anderem Wurzelgemüse harmonieren sie gut.
Butter, Schlagobers, Zitronensaft, Petersilie und Muskat unterstreichen ihren milden Geschmack.
Rezeptempfehlungen
- Schwarzwurzelsuppe
- Schwarzwurzelsalat
- Schwarzwurzelrisotto
- Schwarzwurzel Auflauf
- Schwarzwurzeln in Blätterteig
Aufbewahrung & Haltbarkeit
- Frische Schwarzwurzeln sollten fest, möglichst gerade und unbeschädigt sein.
- Eine schrumpelige oder weiche Oberfläche deutet darauf hin, dass die Wurzeln bereits Feuchtigkeit verloren haben.
- Ungeschälte Schwarzwurzeln lassen sich an einem kühlen und dunklen Ort einige Zeit lagern.
- Im Gemüsefach des Kühlschranks bleiben sie ebenfalls mehrere Tage frisch, besonders wenn sie vor dem Austrocknen geschützt werden.
- Bereits geschälte Schwarzwurzeln sollten möglichst rasch verarbeitet werden. Bis zur Zubereitung werden sie am besten in Zitronenwasser gelegt.
Nährwerte & Inhaltsstoffe
Schwarzwurzeln enthalten unter anderem Ballaststoffe, Kalium, Calcium und verschiedene Vitamine.
Besonders erwähnenswert ist der Ballaststoff Inulin, der natürlicherweise in der Wurzel vorkommt.
Mit ihrem hohen Wasseranteil und den enthaltenen Ballaststoffen können Schwarzwurzeln eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ergänzen.
Bei empfindlicher Verdauung können größere Mengen Schwarzwurzeln aufgrund ihres Inulingehalts allerdings zu Blähungen führen.
Deshalb empfiehlt es sich, zunächst kleinere Portionen zu genießen.