Nachhaltigkeit in der Küche

Nachhaltigkeit in der Küche setzt sich aus vielen verschiedenen, oft alltäglichen Handlungen zusammen, die uns oft einfach nur nicht mehr bewusst sind. Schon Oma wusste, daß Backpulver und Essig hervorragende Reiniger sind und daß ein Kräutergarten auf dem Fensterbrett nicht nur praktisch, sondern auch kostensparend ist. Und wie köstlich selbstgemachte Marmelade schmeckt, weiß wohl Jeder von uns!

Nachhaltigkeit in der Küche Foto JaCrispy / depositphotos.com

Wiederverwertung, schonender Umgang mit Ressourcen und die Reduzierung unseres allgemeinen Verbrauchs stehen für Nachhaltigkeit. Im Haushalt und in der Küche gibt es zahlreiche Möglichkeiten, dies Tag für Tag einfach umzusetzen. 

Regrowing - Lebensmittel nachwachsen lassen

  • Aus Gemüse- und Kräuterresten wächst neues Leben. Es geht um nachwachsende Lebensmittel, die aus wurzelnden Pflanzensegmenten gezogen werden.
  • So lassen sich aus vielen Gemüsen und Kräutern mit Hilfe von Wasser und humusreicher Erde neue Pflanzen ziehen.
  • Lauch, Kohl, Fenchel, Frühlingszwiebeln, Ingwer und Stangensellerie bilden zunächst neue Wurzeln und wachsen später an einem sonnigen Plätzchen in fruchtbarer Erde zu neuen Pflanzen heran.

Microgreens - Superfood von der Fensterbank

Microgreens sind auch bekannt als Sprossen und Keime.

Beginnen die Sprossen und Keime zu ergrünen, werden sie zum Superfood Microgreen.

Dann zeigen Kresse und Co. ihre Stärken: feine Nuancen und eine hohe Nährstoffdichte.

Ihre zarte Gestalt schmückt jeden Salat und macht Smoothies, Suppen und Sandwiches noch köstlicher und gesünder.

Sets für Einsteiger beinhalten Saatgut und einen Anbaubehälter aus dem nachwachsenden Rohstoff Kokosnuss.

Einmachen, Einlegen, Fermentieren & Trocknen

Nachhaltigkeit in der Küche Foto bit245 / depositphotos.com

  1. Großmutter hat die gesunden Sommer- und Herbstschätze stets haltbar gemacht.
  2. Beim Einmachen oder Einkochen werden Obst und Gemüse auf 80 bis 90 °C erhitzt und in sterile Gläser abgefüllt.
  3. Selbst Pilze und Fleisch lassen sich einkochen, wenn sie vorab auf 100 °C erhitzt werden.
  4. Das Einlegen und Fermentieren sind zwei miteinander verbundene Konservierungsarten.
  5. Während beim Einlegen ein Sud aus Essig, Salz, Zucker, Kräutern oder Olivenöl und Kräutern für Haltbarkeit sorgen, tun dies beim Fermentieren die im Fermentiergut enthaltenen Milchsäurebakterien.

Das Dörren kann an der Luft oder in einem Dörrautomat erfolgen. Dazu wird das Dörrgut im Ganzen oder in passenden Schnitzen an einem warmen, gut durchlüfteten Platz platziert.

Mit dem Einmachen, Fermentieren, Einlegen und Dörren kommen traditionelle Haushaltstechniken zu neuen, gesunden Ehren.

Saisonal und Regional

Auf die Herkunft und den Zeitpunkt kommt es an! Nachhaltig erzeugte Lebensmittel sind stets Kinder der Jahreszeiten, die auf einem möglichst kurzen Weg vom Feld auf den Tisch kommen.

Weniger Plastik und mehr Qualität

Nachhaltigkeit in der Küche Foto 85spelagranda@gmail.com / depositphotos.com

Viele kleine Schritte führen in eine Welt ohne Plastikmüll. Mit wenig Aufwand lässt sich im Haushalt vieles positiv verändern. So geht’s:

  • Netzen, Körben oder Flaschen den Vorzug geben
  • Papiertaschen oder Taschen aus recyceltem Material nutzen
  • auf Holzfolie, Karton, Bambus oder Zellulose setzen

Um das sorgfältige Trennen des Restmülls kommt niemand herum! 

Logisch - Biologisch reinigen

Wasser ist eine kostbare Ressource, die es zu schützen gilt. Viele Reinigungs- und Waschmittel besitzen eine starke Wirkung.

Gleichzeitig können sie unsere Haut schädigen und das Abwasser unnötig belasten. Alternativen gibt es viele: umweltfreundliche, biologisch abbaubare Reinigungsmittel kaufen

  • Netzen, Körben oder Flaschen den Vorzug geben
  • auf Essig, Zitronensäure, Soda oder Ethanol setzen
  • Reinigungsmittel, Waschmittel und Waschzusätze sparsam dosieren

Tipps und Fazit

Neue Wege und Ideen mit Nachhaltigkeitseffekt sind stets gefragt. So verwandeln sich dank der japanischen Bokashi-Methode pflanzliche Küchenabfälle in einem speziellen Eimer geruchsfrei in wertvolle Erde. Die wiederum ist die ideale Basis für Microgreens und Regrowing.

Unser Planet hat es mehr als verdient, dass wir unsere tägliche Routine auf den Prüfstand stellen und unser Handeln seinen Bedürfnissen anpassen.


Bewertung: Ø 5,0 (5 Stimmen)

User Kommentare

Maarja

Ein guter Artikel, der nachdenklich macht. Zum Glück mache ich vieles ohnehin, einfach weil ich es so gelernt habe

Auf Kommentar antworten

Kanguruh1

Ich kaufe Obst und Gemüse vorzugsweise unverpackt! Marmeladen gibts bei uns ausschließlich hausgemacht.

Auf Kommentar antworten

Maarja

Das Bild mit dem alten Salatkopf aus dem wieder etwas Neues wächst ist toll! Es ist doch Salat, oder? Ganz sicher bin ich mir da nicht

Auf Kommentar antworten

GuteKueche-Admin

Hallo Maarja, das ist Chinakohl der da nachwächst.

Auf Kommentar antworten

Pesu07

Ich habe eine kürzlich folg. Bericht gelesen: Im östlichen OÖ gibt es die Möglichkeit, Gemüsekisten mit geretteten Lebensmitteln, die optisch und größenmäßig nicht ganz der Norm entsprechen, zu kaufen. Weiters werden daraus Säfte, Marmeladen und Chutneys gemacht.

Auf Kommentar antworten

Kanguruh1

Ich stelle aus Gemüse „Abfällen“eine wunderbare Gemüsebrühe her, diese hält sich im Kühlschrank in Twist off Gläsern sehr lange!

Auf Kommentar antworten

martha

Den Stunk vom Salat bekommen heute nicht die Hühner, sondern werde ich mal einen Versuch machen, ob dieser bei mir auch wieder austreibt. Vielen Dank für diesen anregenden Artikel.

Auf Kommentar antworten