Fastenbeginn Aschermittwoch
Zwischen stiller Einkehr und bodenständiger Küche markiert der Aschermittwoch einen bewussten Übergang. Vom ausgelassenen Feiern hin zu Maß, Achtsamkeit und einfachen Genüssen.
Wenn der Trubel des Faschings verklungen ist, beginnt mit dem Aschermittwoch eine Zeit der Reduktion.
Er steht für Neuanfang, Nachdenken und einen anderen Rhythmus im Alltag.
In vielen Regionen ist dieser Tag weniger laut, dafür umso bedeutungsvoller – religiös, kulturell und kulinarisch.
Entstehungsgeschichte
Der Aschermittwoch eröffnet die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern.
Seine Wurzeln reichen bis in die Frühzeit des Christentums zurück.
Das Aschenkreuz, das Gläubigen auf die Stirn gezeichnet wird, erinnert an Vergänglichkeit und Umkehr:
„Bedenke Mensch, dass du Staub bist.“
Die Asche stammt traditionell aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres und symbolisiert Reinigung und Neubeginn.
Bis heute ist der Tag fest im Kirchenjahr der Römisch-katholische Kirche verankert.
Typische Rezepte
Mit dem Aschermittwoch beginnt das Fasten – Fleisch galt (und gilt vielerorts) als tabu.
Stattdessen kommen einfache Gerichte auf den Tisch, die dennoch Geschmack haben:
1. Heringssalat
Klassiker in vielen Haushalten, mit Erdäpfeln, Zwiebeln, Essiggurken und Sauerrahm.
2. Fischsuppe
Klar oder cremig, oft mit Wurzelgemüse und Kräutern.
3. Erdäpfelgerichte
Erdäpfel mit Topfen, Petersilie oder Kernöl.
4. Einfaches Brot & Aufstriche
Etwa Liptauer oder Erdäpfelkas.
In Österreich verbinden diese Speisen Nüchternheit mit Gemütlichkeit – Fasten heißt hier nicht Verzicht auf Genuss, sondern bewusste Auswahl.
Traditionen und Bräuche
Der Aschermittwoch ist ein Einschnitt: Nach Masken, Musik und Krapfen folgt Stille.
Typische Bräuche
- Aschenkreuz als sichtbares Zeichen der Einkehr.
- Politischer Aschermittwoch: Vor allem im deutschsprachigen Raum ein Tag pointierter Reden und klarer Worte.
- Fischessen im Freundes- oder Familienkreis als kulinarischer Übergangsritus.
In Österreich zeigt sich der Aschermittwoch regional unterschiedlich.
In Städten wie Wien, Salzburg oder Graz besuchen viele frühmorgens oder nach der Arbeit die Messe, während Gasthäuser spezielle Fischmenüs anbieten.
Am Land lebt der Tag oft in kleineren Gemeinschaften: mit gemeinsamem Essen, bewusster Ruhe und dem Beginn persönlicher Vorsätze für die Fastenzeit.
Fazit
Der Aschermittwoch ist mehr als ein religiöser Termin.
Er ist ein kultureller Marker, der uns einlädt, innezuhalten, Ballast abzuwerfen und den Blick zu schärfen.
Zwischen Asche und Erdäpfeln, Ritual und Alltag zeigt sich: Weniger kann sehr viel sein.
Bewertung: Ø 0,0 (0 Stimme)
User Kommentare
Ich gestehe, die Fastenzeit interessiert mich nicht. Ich lebe mein Leben wie es mir angenehm ist, religiöse Vorgaben gibt es bei mir nicht.
Auf Kommentar antworten